Ex-Manager im Interview

Weber: Schumi hatte nie konkurrenzfähiges Auto

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Michael Schumacher verlässt Mercedes

München - Willi Weber spricht im Interview über die Trennung zwischen Mercedes und seinem Ex-Schützling Michael Schumacher. Er hat eine Vermutung für dessen Zukunft.

Herr Weber, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie gehört haben, dass sich Mercedes von Ihrem ehemaligen Schützling Michael Schumacher trennen wird?

Willi Weber: Ich war schon betroffen und berührt. In habe ihn in Monza das letzte Mal gesehen - er war voller Elan und Ehrgeiz, er hat mich voll überzeugt. Dort bin ich davon ausgegangen, dass mit Mercedes schon alles in trockenen Tüchern ist und er weiterfährt.

Was ist schiefgelaufen?

Weber: Schwer zu sagen. Fakt ist aber, dass Mercedes Michael nie ein Auto zur Verfügung gestellt hat, das um Siege oder Titel mitfahren kann - so wie sie es von Beginn an vollmundig angekündigt haben. Zu keiner Zeit war man dazu in der Lage. Und Fakt ist, dass Michael alles in seiner Macht stehende getan hat, um dem Team weiterzuhelfen. Er ist ein Perfektionist.

Dennoch stand auch Schumacher zuletzt in der Kritik, die nach seinem Unfall in Singapur ihren Höhepunkt hatte. Seitdem wurde auch immer wieder sein Alter angeführt ...

Weber: Ich konnte diese Diskussion nie nachvollziehen. Auch Nico Rosberg war nie in der Lage, mit dem aktuellen Auto etwas auszurichen. Und: Das Pech, das Michael in dieser Saison an der Hufe hatte, war grausam. Wenn ein Auto stehen geblieben ist, war es seins. Nichts rechtfertigt diese Diskussion.

Die nächste Diskussion dreht sich um seine berufliche Zukunft ...

Weber: Ich bin der Meinnung, dass Michael schon seit langem mit Mercedes diskutiert, dass er künftig in ihren Reihen eine Berater- oder Botschafterfunktion einnimmt. Ich glaube, er geht diesen Weg.

Also endet die unvergleichliche Karriere des Rekord-Weltmeisters am 25. November in Sao Paulo?

Weber: Nichts ist unmöglich. Ferrari ist so eine Idee von mir. Wäre ich noch sein Manager, würde ich jedenfalls noch heute ins Auto steigen, nach Italien fahren und mich mit Luca di Montezemolo unterhalten. Dort hatte Michael seine erfolgreichste Zeit.

Und Sauber?

Weber: Nein, er bräuchte ein Angebot von einem Team, das gewinnen will und kann. Nichts gegen Sauber, die gerade ein schnelleres Auto haben als Mercedes, aber ich glaube nicht, dass es das ist, was Michael will. Ich denke, er würde sich mit einem Wechsel von einem Weltkonzern in ein Privatteam keinen Gefallen tun. Infrage kommen aus meiner Sicht nur Ferrari und McLaren - und McLaren ist besetzt.

Was wünschen Sie Michael Schumacher?

Weber: Ich wünsche ihm, dass Mercedes ihm in den letzten Rennen ein Auto hinstellt, mit dem er noch mal gewinnen kann. Und darüber hinaus, dass er das gute Händchen behält, das er bislang immer bei seinen Entscheidungen hatte.

sid

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