Schumi Zweiter, Vettel macht früher Schluss

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Michael Schumacher

Silverstone - Mercedes-Pilot Michael Schumacher ist im verregneten freien Training für den britischen Grand Prix am Sonntag in Silverstone auf den zweiten Platz gefahren.

Michael Schumacher schwamm bei den Wasserspielen von Silverstone in der Spitzengruppe mit, Weltmeister Sebastian Vettel dagegen machte vorzeitig Feierabend. Nach nur vier Runden am Nachmittag, als die Strecke noch nasser war als im ersten Durchgang am Freitagmorgen, stieg Vettel aus seinem Red-Bull-Renault aus und begnügte sich in der wenig aussagekräftigen Zeitentabelle mit Gesamtplatz 13. Schumacher dagegen ließ nur Vettels Teamkollegen und Vorjahressieger Mark Webber den Vortritt.

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„Die Balance ist ganz gut, ich bin zufrieden mit dem Auto, auch unter diesen Bedingungen“, sagte Vettel, der nach dem Training ganz entspannt wirkte. Er hatte ganz bewusst Regenreifen gespart. Die Rangfolge hatte für den 24-Jährigen so gut wie keine Aussagekraft. „Das hängt mehr damit zusammen, wer am Ende bei besten Bedingungen noch draußen war, als damit, wer wirklich schnell ist.“ Auch über die Auswirkungen der Regeländerungen mit dem Zwischengas-Verbot sei durch die schwierigen Bedingungen auf der Strecke noch keine Aussage möglich, meinte Vettel.

„Wir haben auch in Kanada unter solchen Bedingungen wesentlich besser ausgesehen, als es dann trocken wurde, wurden wir in die Realität zurückversetzt. Es ist jetzt interessant zu beobachten, ob uns Ähnliches passiert oder ob die Modifikationen dafür verantwortlich sind, dass wir sehr stark ausgesehen haben“, meinte Schumacher.

Während Schumacher am Vormittag und damit auch in der Tageswertung Zweiter war, fuhr sein Teamkollege Nico Rosberg im zweiten Durchgang ebenfalls auf Position zwei hinter Ferrari-Pilot Felipe Massa. Insgesamt reichte das zu Rang sechs. „Wir haben heute einiges gelernt“, sagte Rosberg. „Es ist sehr schwierig, im Regen zutreffende Erkenntnisse bezüglich der Leistungsfähigkeit im Konkurrenzvergleich zu ziehen“, meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Force-India-Testfahrer Nico Hülkenberg, der am Vormittag Stammpilot Adrian Sutil ersetzte, wurde Neunter. Sutil schaffte es am Nachmittag auf Platz sechs, was insgesamt aber nur zu Position 21 unmittelbar vor Virgin-Pilot Timo Glock reichte. Nick Heidfeld im Renault belegte Rang 16.

Schumacher hätte unterdessen kein Problem damit, den einen oder anderen seiner Rekorde an Vettel zu verlieren. Das könnte vielleicht schon in diesem Jahr mit der Bestmarke für die meisten Siege pro Saison (13) passieren, die Schumacher 2004 aufstellte. „Ich würde es ihm gönnen. Er hat alle Voraussetzungen dafür. Wir haben jetzt ein paar Rennen mehr, als das früher der Fall war, aber bei dem Paket und seiner Leistung würde es mich nicht überraschen“, sagte Schumacher über Vettel, der von den ersten acht der insgesamt 19 Rennen dieses Jahres schon sechs gewann.

Der siebenmalige Weltmeister und 91-malige GP-Sieger legt allerdings auch nicht zu großen Wert auf Rekorde. „Sie waren und sind nicht sehr wichtig. Sicher schaut man darauf, aber wichtig ist, was heute und morgen passiert, nicht das, was gestern und in der Vergangenheit passiert ist“, meinte der 42-Jährige. Ganz egal sind aber auch Schumacher die Bestmarken nicht. „Es macht einen stolz, und man freut sich auch darüber, in der einen oder anderen Statistik vorne zu sein“, sagte er.

Im Moment konzentriert Schumacher sich im zweiten Jahr seines Comeback aber auf seine Arbeit bei Mercedes. Er will zunächst den Sprung zurück aufs Siegerpodium schaffen, bevor er wieder an Siege und einen möglichen achten Titel denkt. „Ich wusste, dass es ein Prozess ist“, sagte der Mercedes-Pilot, der bereits an 2012 denkt: „Aber ich plante mit einem Ziel und einem fixierten Zeitraum. Ich habe immer gesagt, es ist ein Dreijahres-Programm, und so ist es.“

Sein Teamchef Ross Brawn könnte sich allerdings auch eine noch längere Zusammenarbeit mit Schumacher vorstellen, den er früher bei Benetton und Ferrari zu allen sieben WM-Titeln führte. „Für uns gibt es kein Zeitlimit, wie lange Michael weiterfährt. Wenn wir ihm das richtige Auto hinstellen und er weiter das Fahren genießt und erfolgreich ist, gibt es keinen Grund, aufzuhören“, sagte Brawn im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): „Lassen Sie uns sehen, was passiert.“

sid

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