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Starter aus Kreisen Traunstein, Rosenheim und Mühldorf in Peking

Im Eiskanal und auf dem Eishockeyfeld: Der Traum von Olympia-Edelmetall für die Region lebt

Erfolgreiches Duo: Anschieber Florian Bauer (links) und Pilot Johannes Lochner.
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Erfolgreiches Duo: Anschieber Florian Bauer (links) und Pilot Johannes Lochner.
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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Im Eiskanal sind die Chancen auf Edelmetall für Deutschland prächtig. Die gute Nachricht: Gleich vier Sportler aus der Region oder eines heimischen Vereins sind im Eiskanal im Einsatz. Mit Eishockeyspieler Patrick Hager hat ein weiterer heimischer Sportler bereits eine Olympiamedaille errungen.

Rosenheim/Peking – Die Bilanzen der jüngsten Olympischen Winterspiele beweisen: Die größten Medaillenchancen für Deutschland liegen im Eiskanal! Auf dem Schlitten – auch kopfüber – oder im Bob gehen die deutschen Teams immer wieder favorisiert in die Bewerbe. Da trifft es sich gut, dass die Region gleich mit vier Athleten im Eiskanal vertreten ist!

Patrick Hager hat bereits eine Medaille

Hat schon Silber daheim: Patrick Hager.

Kurioserweise ist aber nur ein Sportler des regionalen halben Dutzends auf dem Eis bislang mit einer Medaille dekoriert – und der ist auf dem Eishockeyfeld daheim. Patrick Hager, Angreifer beim EHC Red Bull München, war schon Mitglied des 2018er-Aufgebots, das im Finale bereits eine Hand an der Goldmedaille hatte, um dann doch Russland in der Verlängerung zu unterliegen. Silber war aber ein verdienter Lohn für den großartigen Erfolg, der mit viel Herz und Teamgeist errungen wurde – und mit einem Lied: „Three little birds“ von Bob Marley begleitete das deutsche Team damals durch Olympia. Man darf gespannt sein, welches Lied den 33-jährigen Hager, der den kompletten Nachwuchs der Starbulls Rosenheim durchlaufen hat, und seine Teamkollegen diesmal durch die Spiele führt. In der Vorrunde trifft die DEB-Auswahl aus Kanada, die USA und Gastgeber China.

Schon immer: Sprinter als Anschieber

Erfolgversprechenes Duo: Anschieberin Alexandra Burghardt (links) und Mariana Jamanka.

Dass die Bobpiloten ihre Anschieber aus der Leichtathletik rekrutieren, ist keineswegs neu. Das war schon in den 70er-Jahren so, als der Rosenheimer Fritz Ohlwärter als Anschieber im Bob des Neubeurers Georg Heibl bei den Olympischen Spielen in Innsbruck startete. Jüngstes Beispiel: Alexandra Burghardt, derzeit beste deutsche Sprinterin. Im Sommer lief sie noch bei Olympia in Tokio auf der Tartanbahn, nun schiebt sie in Peking die Titelverteidigerin Mariana Jamanka in die Spur – allerdings wird die Sportlerin der LG Gendorf/Wacker Burghausen nach der Wintersaison wieder auf den Tartanbelag zurückwechseln. Die ersten Weltcup-Einsätze auf Eis verliefen schon sehr ordentlich, sodass eine Medaille auch möglich ist – etwas, das in Tokio mit dem fünften Rang in der Sprintstaffel noch nicht geglückt ist.

Florian Bauer ein Kandidat auf Edelmetall

Ein klarer Medaillenanwärter ist auch Florian Bauer aus Töging. Der Anschieber von Johannes Lochner will bei seiner Olympia-Premiere Edelmetall mit nach Hause nehmen. Immerhin gab es in dieser Saison schon mal Bronze bei der EM im Zweier – und das, obwohl Bauer in der Vorbereitung hartnäckig mit Wadenproblemen zu kämpfen hatte. Aber der 27-Jährige, der in Peking Geburtstag feiert, hatte gut gearbeitet und präsentierte sich im Weltcup stark in Form.

Ein Team aus Bad Feilnbach

Schiebt kräftig an: Tobias Schneider.

Tobias Schneider war Leichtathlet in Mittelfranken, als er auf der Bahn am Königssee eine Schnupperfahrt im Bob unternahm. „Ich hätte Geld gezahlt, dass ich noch einmal fahren darf“, beschreibt der 29-Jährige die Gefühle hinterher. Mittlerweile braucht er nicht für weitere Fahrten zu bezahlen, sondern ist Vereinskollege und Anschieber im Team von Pilot Christoph Hafer aus Bad Feilnbach. Hafer setzte sich in der deutschen Vorausscheidung gegen Richard Oelsner durch und durfte damit auch seine erste komplette Weltcup-Saison bestreiten, die er mit Schneider im Zweierbob auf dem sechsten Rang beendete. „Wir sind zufrieden. Wir waren mit auf dem Podest. Im Vierer sind wir zweimal knapp gescheitert, da ging es um Hundertstel“, beschreibt Hafer den bisherigen Saisonverlauf. Seine Schlüsse daraus: „Wir gehen gut gerüstet zu den Spielen. Dort wollen wir den bestmöglichen Wettkampf zeigen – und dann schauen wir, was dabei rumkommt.“

Knapp 40 Meter im Vollsprint

Erster Start: Pilot Christoph Hafer.

Die Bob-Mannschaften waren Ende des vergangenen Jahres bereits in China, um die Strecke kennenzulernen. „Das ist eine sehr interessante Bahn“, meint Hafer, „wenig sturzgefährdend“. Er sieht aber auch die Tücke: „Es sind drei, vier Passagen dabei, die man sehr genau treffen muss – wenn nicht, dann werden Zehntelsekunden weggeworfen, was bei uns sehr viel ist“. Auch der Töginger Bauer war angetan von der Bahn: „Das kannst du dir gar nicht vorstellen, wie groß die ist!“ Und Hafers Hintermann Schneider meinte: „Mir hat‘s wahnsinnig Spaß gemacht.“ Er fand „den Startbereich sehr anspruchsvoll“. Es geht für rund acht Meter flach, dann steil nach unten. „So etwas gab‘s noch nie“, meinte der gebürtige Franke. Beim Einstieg nach 35 bis 40 Metern hat man dann etwa 40 Stundenkilometer drauf.

Mit deutschem Rekord im Rücken aufs Eis

Großes Test-Bangen: Joel Dufter.

Steil nach unten geht es für Joel Dufter auf dem Eisoval nicht. Aber der Eisschnellläufer vom DEC Inzell muss auch explosiv starten, denn er ist für die kurzen Strecken über 500 und 1000 Meter nominiert. Er bestreitet seine zweiten Olympischen Spiele, musste diesmal aber lange zittern, um die Qualifikation unter Dach und Fach zu bringen. Erst beim letzten Weltcup in Calgary hatte er die Norm in der Tasche – und das, obwohl er zuvor in Salt Lake City einen deutschen Rekord gelaufen war. Bei der EM lieferte er aber mit den Rängen sieben und fünf bereits gute Platzierungen ab und ist auch in Peking für Top-Ten-Ränge gut – wenn der 26-Jährige, der seit dieser Saison im norwegischen Sprintteam des ehemaligen kanadischen Top-Läufer Jeremy Wotherspoon startet, den Trubel um einen nicht-eindeutigen Corona-Test gut verdaut.

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