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Schleu und Raisner weiter im Fokus

„Hau drauf!“ Nach Olympia-Eklat und Schläge gegen Pferd: Tierschutzbund stellt Strafanzeige

Fotomontage: Kim Raisner und Annika Schleu weinend auf Pferd
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Trainerin Kim Raisner schlägt Pferd mit Faust und wird von Olympia ausgeschlossen (Fotomontage)
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Nach dem Skandal um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner hat der Deutsche Tierschutzbund Strafanzeige gegen die beiden gestellt. Wie die Organisation am Freitag mitteilte, wirft sie Schleu aufgrund der Ereignisse beim Reitwettbewerb Tierquälerei vor und Raisner Beihilfe zur Tierquälerei.

Berlin - Die Schlagzeilen um den Reitsport im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Sommerspielen reißen auch nach den Spielen nicht ab. Deutsche Tränen auf dem Rücken von Saint Boy sorgten für einen Eklat. Athletin Annika Schleu war nach zwei Disziplinen im Modernen Fünfkampf eigentlich schon auf Goldkurs, doch dann kam das Reiten. Das Schleu zugeloste Pferd „Saint Boy“ ließ sich von der Reiterin nicht unter Kontrolle bringen, weigerte sich zunächst den Parcours zu starten. Punktlos beendete Schleu den Ritt und belegte damit Rang 31.

Einen Shitstorm erntete sie für ihre Versuche, das Pferd unter ihre Kontrolle zu bringen. Schleu und Trainerin Raisner wird seitdem Tierquälerei vorgeworfen. Als sich der sichtlich verängstigte „Saint Boy“ beim Springreiten weigerte, den Befehlen Schleus zu folgen, hatte diese in Tränen aufgelöst die Gerte eingesetzt. Angestachelt wurde sie dabei noch von Trainerin Kim Raisner, die ihr zurief: „Hau drauf, hau richtig drauf!“ Hinzu kommen Bilder, die zeigen, wie Raisner selbst mit der Faust auf das Tier einschlägt. Bundestrainerin Kim Raisner (48) wurde wegen ihres Verhaltens im Anschluss vom Weltverband für Modernen Fünfkampf (UIPM) direkt von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Jetzt meldet sich auch noch der deutsche Tierschutz zu Wort. In einem leistungsorientierten Wettkampf zwischen Menschen hätten Tiere nichts zu suchen, sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder am Freitag. Die Anzeige diene der grundsätzlichen Klärung dieses Problems. Schleu habe in anschließenden Interviews Einsicht vermissen lassen, kritisierte der Tierschutzbund.

Annika Schleu beim Reitwettbewerb des modernen Fünfkampfs bei den Olympischen Spielen in Tokio.

In Interviews versuchten Athletin und Trainerin die Angelegenheit herunterzuspielen. „Das hatte ich in meinem Leben noch nie. Heute hat irgendwie alles gepasst“, hatte Schleu im Anschluss nach dem Wettkampf in der ARD gesagt.

In einem andere Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich Schleu erneut gegen den Vorwurf gewehrt, ihr Pferd im Wettkampf gequält zu haben. „Ich habe das Pferd nicht extrem hart behandelt. Ich hatte eine Gerte dabei, die vorher kontrolliert wurde. Genauso wie die Sporen. Ich bin mir wirklich keiner Tierquälerei bewusst“, sagte die 31-Jährige. Sie bekannte aber auch, dass sie eventuell früher hätte sagen können, „okay, es hat einfach keinen Wert“. Aber sie habe sich in einer Ausnahmesituation befunden.

Vom Weltverband habe sie sich danach allein gelassen gefühlt, dessen deutscher Präsident Klaus Schormann habe nicht mit ihr gesprochen. Tierschutzbund-Präsident Schröder bezeichnete einen Rücktritt von Schormann (75) als überfällig.

Annika Schleu beim Reitwettbewerb des modernen Fünfkampfs bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Peking-Olympiasiegerin Lena Schönborn zeigte sich bereits in Tokio erschüttert von dem Vorfall. „Es kann keiner besser nachempfinden als ich. Es ist Eins-zu-Eins die Situation, die ich in Rio hatte“, sagte Schöneborn, die 2016 in Brasilien ihre Medaillenchance auf dem Rücken von „Legende“ verloren hatte, in der ARD: „Es ist der Worst Case, der jetzt eingetreten ist. Mit allen anderen Punktzahlen hätte sonst was passieren können, hätte man Annika keine Medaille mehr nehmen können. Das ist sehr erschütternd.“

mz/dpa

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