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„Es hat nichts mit dem Sport zu tun, wie wir ihn ausführen“

Nach Olympia-Skandal: Jessica von Bredow-Werndl übt Kritik am Springreiten im Modernen Fünfkampf

Reit-Drama
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Die deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu hatte eine Medaille in Tokio verpasst, weil im Reiten das ihr zugeloste Pferd verweigert hatte. Der Ritt und das Verhalten ihrer Trainerin löste in der Reitsportszene eine heftige Diskussion aus.

Doppel-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl hält das Regelwerk im Modernen Fünfkampf mit Blick auf das Springreiten für ungeeignet. In ihren Augen funktioniere es nicht, dass sich ein Sportler in 20 Minuten auf ein fremdes Pferd einstellt. Sie reagiert damit auf einen Skandal-Ritt bei Olympia in Tokio.

Mainz/Aubenhausen – Die Dressur-Olympiasiegerin aus Aubenhausen war am Samstagabend (14. August) im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF zu Gast. Dort sagte die 35-Jährige: „Es ist einfach Glückssache. Man wird einem Pferd zugelost, das Pferd wird einem Reiter zugelost. Es hat nichts mit dem Sport zu tun, wie wir ihn ausführen. Wir arbeiten jahrelang mit unserem Partner zusammen.“ Das sei einfach nicht zu vergleichen. „In 20 Minuten kann man keine Partnerschaft aufbauen.“

Jessica von Bredow-Werndl betont, wie wichtig eine gewachsene Beziehung zwischen Pferd und Reiterin ist.

„Hau mal richtig drauf“

Ausgelöst wurde die Debatte um das Springreiten als Teildisziplin im Fünfkampf durch die Vorkommnisse bei den Olympischen Spielen um Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner. Schleu war mit dem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd nicht zurecht gekommen, Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten „Hau mal richtig drauf!“ zum Einsatz der Gerte aufgefordert. Außerdem hatte Raisner dem Pferd selbst einen Schlag mit der Faust auf verpasst.

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Andere Profi-Reiterinnen und -Reiter sowie die Deutsche Reiterliche Vereinigung hatten schon vor von Bredow-Werndl Kritik an der Vorgehensweise im Fünfkampf geübt. Der Weltverband im Modernen Fünfkampf kündigte Reformen und Regeländerungen an, hält am Springreiten aber grundsätzlich fest.

Werth wurde noch deutlicher als Jessica von Bredow-Werndl

Auch die deutsche Weltklasse-Dressurreiterin Isabell Werth hat den Einsatz von Pferden im Modernen Fünfkampf schon während der Olympischen Spiele deutlich kritisiert. Und zwar in ähnlicher Weise und in noch deutlicheren Worten wie nun Jessica von Bredow-Werndl: „Das hat mit Reitsport nichts zu tun, wie wir ihn betreiben und kennen. Das ganze System muss geändert werden.“

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„Das Pferd tut mir leid“, sagte die siebenmalige Olympiasiegerin. Das Tier sei im Fünfkampf „nur ein Transportmittel“. Ihr tue aber auch „das Mädchen leid“, die Opfer des Systems ihrer Sportart sei, betonte Werth. (dpa)

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