Ismaik greift Bayern-Präsident an

1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß

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Hasan Ismaik ist seit 2011 Investor beim TSV 1860 München.

München - 1860 München kommt nicht zur Ruhe: Der Klub trennt sich von Sportdirektor Thomas Eichin, Investor Hasan Ismaik keilt gegen die Bayern.

Investor Hasan Ismaik regiert bei Fußball-Zweitligist 1860 München weiter mit eiserner Faust. Wenige Tage nach der öffentlichen Demütigung von Sportdirektor Thomas Eichin kam am Montag das fast schon überfällige endgültige Aus für den Manager. Außerdem legte sich Ismaik mit dem mächtigen Lokalrivalen FC Bayern an und drohte dem deutschen Rekordmeister mit einer Klage.

Eichin war im Zuge der Entlassung von Trainer Kosta Runjaic vor zwei Wochen, die angeblich über ihn hinweg beschlossen worden war, schon von Ismaik angezählt worden. "Die Leistung von Thomas Eichin war nicht auf dem Niveau, wie wir es erwartet haben", sagte er kühl und ließ den früheren Bremer als Geschäftsführer abberufen. Nun verlor Eichin, der den 1:0-Sieg am Samstag gegen Dynamo Dresden schon nicht mehr von einem der offiziellen Plätze aus verfolgt hatte, auch sein Amt als Sportchef.

Dabei war der 50-Jährige erst im Sommer angetreten und hatte einen Vertrag bis 2019 erhalten. Die Löwen hatten ihn euphorisch begrüßt. "Eichin wird uns auf ein anderes Level bringen", hatte Präsident Peter Cassalette gesagt.

Ismaik schwebt nun für diesen Posten offenbar eine internationale Lösung vor - wie auch für den Trainerjob. Dort soll bereits ein neuer Mann gefunden worden sein, Ismaik berichtete via Facebook von einer "sehr guten Wahl". Den Namen des neuen Coaches verriet er nicht.

Stattdessen giftete er gegen die Bayern. Der Verkauf der Löwen-Anteile an der Allianz Arena 2006 für elf Millionen Euro an den Rivalen sei nicht mit rechten Dingen zugegangen, behauptete er. "Wenn es der erklärte Wunsch unserer Mitglieder und Fans ist, diesen Fall wieder aufzurollen, werde ich die besten Anwälte einschalten, um die Wahrheit ans Licht zu bringen", schrieb Ismaik.

Außerdem kritisierte er Aussagen von Hoeneß von vor einer Woche, der TSV 1860 sei "schwindsüchtig". "Wer glaubt Hoeneß eigentlich zu sein?", schrieb Ismaik und stichelte: "Er soll nicht ablenken: Ein Aufsteiger aus Leipzig steht vor seinem tollen Verein. An Hoeneß' Stelle wäre eigentlich Demut angebracht, stattdessen versucht er sich auf unsere Kosten lustig zu machen. Hat er in den letzten Jahren nichts dazu gelernt?" Hoeneß habe "den Bogen überspannt".

Außerdem kündigte der Jordanier in Richtung FC Bayern an: "Der Tag wird kommen, an dem wir uns wieder auf dem Spielfeld gegenüber stehen werden." Derzeit allerdings hat 1860 als Tabellen-14. der 2. Liga nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz - und jede Menge Ärger.

Im Zuge der jüngsten Vorkommnisse waren die Verwaltungsräte Karl-Christian Bay (Vorsitzender) und Christian Waggershauser zurückgetreten. Deren Posten wurden nun durch Markus Drees, der den Vorsitz übernimmt, und Robert Reisinger nachbesetzt.

SID

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