Kopfarbeit: Vettels Helm kommt aus Salzgitter

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Jens Munser feilt am neuen Helm von Sebastian Vettel.

Salzgitter - Am Nürburgring präsentiert Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel seinen Helm im neuen Look. Das Design und die Lackierung kommen von einer kleiner Firma aus Salzgitter.

Konzentriert verbessert Jens Munser mit dem Skalpell kleine Details auf dem glänzenden Helm. Die Zeit drängt, denn am Donnerstag muss das neue Stück für den Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel fertig sein. Vettel habe sich passend zum Großen Preis von Deutschland schwarz-rot-goldene Fahnen als Motiv gewünscht, berichtet Munser. Seit Jahren gestaltet der Designer aus Salzgitter die Helme von Spitzen-Rennfahrern.

Das Aussehen der Helme sei den Rennfahrern wichtig, weil der Helm praktisch ihre einzige individuelle Ausdrucksmöglichkeit sei, sagt Munser. Kleidung, Schuhe und Rennwagen seien streng nach den Vorgaben der Sponsoren gestaltet.

Zwar seien auch die Logos des Rennstalls auf dem Helm Pflicht, aber zu 90 Prozent gebe es “Freiheit“ auf dem Helm, sagt der 41-Jährige. “Die Fahrer genießen diese letzte Freiheit“, weiß er aus Erfahrung.

Helmdesign für Vettel & Co. kommt aus Salzgitter

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Zu seinen Kunden gehören neben Vettel auch Michael Schumacher, Rubens Barrichello, Felipe Massa, Nico Rosberg, Nick Heidfeld, Adrian Sutil, Mark Webber und Daniel Ricciardo. Die Ansammlung der prominenten Kunden “hat sich so ergeben“, sagt Munser unaufgeregt.

1989 begann der gelernte Elektriker im Keller seiner Eltern Helme zu lackieren. Über den Motocross kam er zum Kartsport, wo viele Formel-1-Rennfahrer ihre Laufbahn begannen. Den ersten Helm für Sebastian Vettel lackierte Munser, als der heutige Weltmeister acht Jahre alt war. “Viele Geschäftsbeziehungen sind gewachsen“, sagt er.

Die Kunden melden ihre Wünsche über Telefon oder E-Mail an. Einige hätten Mitarbeiter dafür, andere wie Sebastian Vettel wollten persönlich mit ihm sprechen, sagt Munser. Vettel sei im Gespräch “so wie im Fernsehen, ganz locker“.

Gewünscht werden meist dynamische Linien, als Farbe ist weiß beliebt. Oft schlägt der Designer Motive vor, denn “man kann jede Idee auf einen Helm projizieren“, sagt Munser. Für das jüngste Rennen in Silverstone lackierte er auf Vettels Helm die Bilder der Mitarbeiter im Rennstall - als Dankesbotschaft.

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Die Ideen werden am Computer grafisch verarbeitet. Steht das Konzept, wird der Helm abgeklebt und lackiert. Die für jeden Fahrer individuell angefertigten Rohlinge bezieht Munser von einem Hersteller, der im selben Gebäude sitzt. Allein Munsers Lackierung kostet je nach Aufwand 500 bis 1.500 Euro.

Zwei Tage dauert es, bis ein Helm fertig ist. Mit seinen sieben Mitarbeitern fertigt Munser 500 Helme pro Jahr. Den neuen Vettel-Helm will er am Donnerstag persönlich zum Nürburgring bringen.

Dass Stars des Rennsports von einer kleinen Firma in Salzgitter beliefert werden, ist für Munser und seine langjährigen Mitarbeiter längst keine Sensation mehr. Der 22-jährige Paul Seliger dagegen kann mit seinem Job in Munsers Firma viele Freunde beeindrucken. “Die meisten wissen gar nicht, wen wir alles beliefern“, sagt er.

Bei der Übertragung der Formel-1-Rennen im Fernsehen erkennen die Mitarbeiter ihre Designs wieder. Eine besondere Idee habe er vor fünf Jahren für Michael Schumacher gehabt, erzählt Munser. “Wir haben die Namen seiner Familienmitglieder als chinesische Schriftzeichen lackiert.“ Seitdem bestehe Schumacher bei jedem neuen Helm darauf.

Sebastian Vettel sammelt jeden Helm, mit dem er ein Rennen gewonnen hat, in einer Vitrine. Das bedeutet Arbeit für Munsers Team. “Wir müssen uns immer wieder etwas Neues überlegen“, sagt er.

dapd

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