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Stimmen zum Bundesliga-Topspiel

Bayern-Frust: Nagelsmann motzt offen gegen Münchner Bosse - „In meinen Augen sagen es zu viele“

Bedient: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:2 in Dortmund.
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Bedient: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:2 in Dortmund.
  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
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Der FC Bayern schenkt bei Borussia Dortmund einen sicher geglaubten Sieg her. Entsprechend schlecht ist die Stimmung bei den Münchnern - besonders bei Trainer Julian Nagelsmann. Die Stimmen.

Dortmund/München - Es war mal wieder ein hochgradig spannender Klassiker des deutschen Fußballs - und das wortwörtlich bis zur letzten Minute. Der Herausforderer BVB hat im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern (2:2) an diesem Samstagabend auf den letzten Drücker ein Unentschieden geholt. Und das, nachdem Borussia Dortmund bereits 0:2 zurückgelegen hatte.

Bundesliga: FC Bayern verpasst Sieg bei Herausforderer Borussia Dortmund

Weil Thomas Müller nach seiner Corona-Infektion nicht rechtzeitig fit geworden war, fehlte dem deutschen Rekordmeister ein Schlüsselspieler. Selbstkritische analysierten die Münchner Kollegen nach dem Schlusspfiff im Signal Iduna Park dennoch eigene Fehler. „Die letzte Konzentration, die letzte Konsequenz und der letzte Fokus haben gefehlt“, meinte etwa Weltmeister Manuel Neuer bei Sky.

Der 36-jährige Torwart musste machtlos mitansehen, wie Anthony Modeste in der Nachspielzeit (90. Minute + 5) noch den Ausgleich für Dortmund erzwang. Nachdem die Ex-Schalker Leon Goretzka (33.) und Leroy Sané (53.) die Münchner in Führung geschossen hatten und der erst 17-jährige Youssoufa Moukoko (74.) für Schwarz-Gelb verkürzte.

FC Bayern: Julian Nagelsmann ärgert sich über Aussagen der Münchner Bosse

Noch mehr als über den Ausgleich ärgerte sich FCB-Coach Julian Nagelsmann über zwei andere Themen: Den Fußtritt von BVB-Jungstar Jude Bellingham ins Gesicht von Alphonso Davies (45.), der nicht mit einem Platzverweis geahndet wurde. Und jüngste Aussagen seiner Münchner (Ex-) Chefs, wonach er noch immer ein Trainertalent sei, das noch viel lernen müsse.

IPPEN.MEDIA fasst die Stimmen von Sky und aus dem Stadion zum deutschen Giganten-Duell zusammen:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) nach dem Bundesliga-Topspiel ...

... über das Ende der Partie und den Dortmunder Ausgleich: „Wir haben zwei, drei gute Chancen und mehrere Umschaltchancen, wo wir den Sack zumachen müssen. Dortmund hat nicht so recht an das Comeback geglaubt. (...) Bei den tiefen Bällen am Ende haben wir nicht genügend Druck gemacht und sie ihre großen Spieler vorne reingestellt.“

... über die Verletzung von Alphonso Davies nach Gesichtstreffer durch Dortmunds Jude Bellingham: „Verdacht auf Gehirnerschütterung. Aber das ist bei dem Tritt ins Gesicht nicht verwunderlich. Wir hatten vor ein paar Monaten eine Schulung. Da hat man uns gesagt, dass ein Tritt ins Gesicht glatt Rot ist. Da braucht man nicht darüber zu diskutieren. Das ist nicht Gelb, das ist eine Rote Karte, aber Gelb ist es auf jeden Fall.“

... über die unerwartete Auswechslung von Matthijs de Ligt: „De Ligt ist auch verletzt.“

... über Zitate von Ex-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Sportchef Hasan Salihamidzic, wonach er ein Trainertalent sei und noch viel lernen müsse: „In meinen Augen sagen es zu viele. Ich geb jeden Tag mein Bestes. Alles andere sollen andere bewerten. Ich bin ein Trainertalent, da bin ich stolz drauf.“ (schmunzelnd)

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) nach dem Bundesliga-Topspiel ...

... über den späten Ausgleich durch Anthony Modeste: „Tony war auch am ersten Tor maßgeblich beteiligt, hat nochmal quergelegt. Wir müssen als Team unseren Stürmern dabei helfen zu treffen. Wie er den Ball nochmal querlegt, das war hervorragend. Man hat gesehen, wie er sich gefreut hat und wie sich das Stadion mit ihm gefreut hat. Das hat er sich verdient.“

... über seine Tränen nach Schlusspfiff: „Ich habe mich natürlich gefreut. Das hat man gemerkt. Die Woche war für mich nicht einfach, sehr emotional. Da kamen ein paar Gefühle hoch. (...) Die Bayern haben nicht das dritte, vierte und fünfte Tor nachgelegt, sondern wir haben noch den Ausgleich erzielt. Wir haben nochmal alles nach vorne geworfen. Heute würde ich mich über die Mentalitätsfrage freuen.“

Leon Goretzka (FC Bayern) nach dem Bundesliga-Topspiel ...

... über den späten Rückschlag für die Bayern: „Man kann es wahrscheinlich nicht in Worte fassen. Es nervt und regt uns auf. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber die letzte Konsequenz vermissen lassen. Das passiert uns in letzter Zeit zu oft.“

... seinen Treffer als früherer Schalker in Dortmund: „Es hat mir natürlich großen Spaß gemacht, hier zu treffen. Da mache ich kein Geheimnis. Es ist ein geiles Gefühl, hier in die Kurve zu laufen. Es ist immer das geilste Auswärtsspiel hier in der Saison.

Manuel Neuer (FC Bayern) nach dem Bundesliga-Topspiel ...

... über den Gesichtstreffer von Jude Bellingham gegen Alphonso Davies: „Das war sicherlich keine Absicht. Das muss man sagen, um Bellingham in Schutz zu nehmen. Wir haben in der Halbzeit gehört, dass der Kopf (von Davies, d.Red.) zu tief war. Am Anfang haben wir von den Schiedsrichtern gehört, dass Kopftreffer mit Rot bestraft werden müssen. Das muss der Schiedsrichter ablegen, mit seiner Unterstützung aus Köln.“

... über die Gründe für den verpassten Sieg in Dortmund: „Es lag heute ganz klar an uns, und nicht an Borussia Dortmund. Wir hätten den Sack zumachen müssen, hatten die Möglichkeiten dazu. Wir haben in der Box nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Wenn du das 3:0 machst, ist der Sack zu. Die letzte Konzentration, die letzte Konsequenz und der letzte Fokus haben gefehlt. Fehler passieren im Fußball, aber in letzter Zeit sind es zu viele.“

Niklas Süle (Borussia Dortmund) nach dem Bundesliga-Topspiel ...

... über das Topspiel gegen die Bayern: „Man darf nicht vergessen, dass wir in der ersten Halbzeit sehr gut gestanden sind und kaum was zugelassen haben. Dann sind wir durch einen 20-Meter-Schuss in Rückstand geraten und in der Kabine haben wir uns gefragt, wie das sein kann, dass wir zurückliegen. Wir wussten, dass wir heute durch den Dreck gehen müssen.“

... über die ständige Kritik an seiner Fitness: „Wenn irgendwelche Leute meinen, über meinen Fitnessstand reden zu müssen, ist mir das egal. Wenn ich nicht fit wäre, würde der Trainer mich nicht aufstellen. Ich habe jetzt fünf Spiele am Stück durchgespielt.“

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern) vor dem Bundesliga-Topspiel ...

... über die Partie gegen den BVB: „Es sind über Jahre die Hauptkonkurrenten der Bundesliga. Es ist ein Spiel, wo man bestimmen kann, wo die eigene Mannschaft steht und wie gut der Gegner ist.“

... über die Fortschritte zuletzt: „Ich habe in der Länderspielphase viel analysiert. Das fehlt sonst, sich das eigene Spiel und das Training anzuschauen. Wir sind vor der Saison viele Schritte aufeinander zugegangen. Das Trainerteam und die Spieler.“

... über die Aufstellung der Bayern: „Ich weiß nicht hundertprozentig, was Dortmund macht. Eine Idee von ihnen kann sicherlich sein, dass sie das Tempo von Phonzie wegnehmen. Es geht für uns darum, unsere Stärken ins Spiel einzubringen und nicht zu sehr auf den Gegner einzugehen. Wir kennen ihre Stärken, dieses Tipp-and-Go, direkt in die Spitze reinzugehen. Für Leon (Goretzka) und Sabi (Marcel Sabitzer) ist es wichtig, dass die Sechser viel miteinander kommunizieren. Matthijs (de Ligt) ist einer, der sehr viel spricht. Er spricht ein sehr gutes Deutsch und ist da nicht gehemmt, Deutsch zu sprechen, obwohl sein Niederländisch natürlich besser ist. Das ist das, was wir brauchen.“

... über Bayerns Jamal Musiala und Dortmunds Jude Bellingham: „Wegen des Alters und einer sehr guten Konstanz, die sie haben. Sie haben beide eine sehr gute Torgefahr, Jamal ein bisschen offensiver als Jude. Jamal ist ein sehr demütiger und bodenständiger Spieler, bei dem es für jeden Mitarbeiter des FC Bayern ein Genuss ist, mit ihm zu arbeiten. Wenn er das alles so weiter tut ist er auf dem Weg zu einem Top-Top-Top-Spieler, wie es Guardiola sagen würde.“

Im Video: Dortmund gegen Bayern - Der Teamvergleich zum Bundesliga-Klassiker

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) vor dem Bundesliga-Topspiel ...

... über fehlende Konstanz im Spiel des BVB: „Wir haben es angesprochen. Und wollen, dass die Jungs es mal selbst aussprechen. Wir hoffen, dass die Jungs heute ein gutes Spiel zeigen. Wir wissen, dass es kein normales Spiel ist, dass die ganze Welt darauf schaut. Wir wollen es heute allen zeigen, aber vor allem uns selbst.“

... über die Partie gegen die Bayern: „Man braucht Ballbesitz, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir brauchen den Mut, ins Eins-gegen-eins zu gehen. Wir können heute nur gemeinsam ein Tor schießen und das Tor nur gemeinsam verteidigen.“

... über den 17-jährigen Jungstar Youssoufa Moukoko: „Youssoufa hat am Mittwoch ein sehr gutes Spiel für uns gemacht. Er hatte viele gute Szenen, ist oft in die Tiefe gestartet und hat den Ball behauptet. Tony (Stürmer Anthony Modeste, d. Red.) ist der, der heute ein bisschen später reinkommt. Bei dem engen Terminkalender brauchen wir beide Qualitäten.“

Bundestrainer Hansi Flick vor dem Bundesliga-Topspiel ...

... darüber, ob er mit Notizblock das Spiel verfolgt: „Man kann das Spiel genießen, schaut, was die Spieler so machen. Ich mache mir nicht in jedem Spiel Notizen. Manchmal ist es besser, wenn man es sich einfach anguckt. Die Stimmung hier ist einfach sensationell, wenn ich mir das so anschaue.“

... über Schwächephasen der Dortmunder und Bayern in den vergangenen Wochen: „Im Spiel muss man direkt da sein. Wenn da bei dem einen oder anderen Spieler fünf Prozent fehlen, kann man auch mal gegen Augsburg verlieren. Das ist einfach mal so.“

... über Chancen von BVB-Abwehrchef Mats Hummels auf die Winter-WM 2022: „Mats und ich sind im Austausch. Er weiß genau, wie ich denke. Ich weiß, wie er es versteht. Man sieht, er ist fit. Das war in der letzten Saison ein bisschen anders.“

Lothar Matthäus (Sky-Experte) vor dem Bundesliga-Topspiel ...

... über seine Erwartungen an die Anfangsphase: „Ich glaube, dass es am Anfang Säbelrasseln gibt. Alle wollen zeigen, wer der Chef im Haus ist. Es geht auch um das Ego jedes Vereins. Die Dortmunder hatten zuletzt Probleme, sind in die alte Krankheit verfallen. Heute wollen sie zeigen, dass es anders geht. Da kommen die Bayern nach dem grandiosen Sieg gegen Sevilla genau zur richtigen Zeit.“

Ex-Bayern-Bosse: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge.

Karl-Heinz Rummenigge (Ex-Vorstandsboss FC Bayern) vor dem Bundesliga-Topspiel ...

... im Interview mit der Funke Mediengruppe über Dortmunds Jude Bellingham: „Bayern München hat es in der Regel nicht nötig, Starspieler zu verkaufen, um die Bilanz aufzubessern. In Dortmund wird stattdessen jetzt schon über einen Abgang von Jude Bellingham gesprochen. Der FC Bayern würde einen solchen Spieler nicht verkaufen.“

... über die jüngste Trainerhistorie beim BVB: „Jürgen Klopp hatte in Dortmund eine Schlüsselposition inne, er hat den Verein zusammengehalten und auf ein neues Niveau gehievt. Seit seinem Abgang fehlt in Dortmund Konstanz auf der Trainerposition.“

... über die Ausgangslage vor dem Bundesliga-Kracher: „Wenn man sämtliche Kader der Bundesliga betrachtet, besitzt Bayern München den stärksten und Dortmund den zweitstärksten Kader. Aber mit den über 80.000 Menschen im Stadion ist viel möglich. Wenn die Stimmung hochkocht, dann kann die einem Profi viel Respekt einflößen. Wenn die Fans auf der Südtribüne loslegen, ist das mit dem Bernabeu von Real Madrid vergleichbar, das habe ich schon am eigenen Leib erlebt.“

(pm)

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