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Heute wird es wieder emotional

Dieser deutsche Arzt rettete Eriksen das Leben: Das waren die bewegenden ersten Worte des Dänen

Der deutsche Arzt Dr. Jens Kleinefeld brachte Christian Eriksen zurück ins Leben.
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Der deutsche Arzt Dr. Jens Kleinefeld brachte Christian Eriksen zurück ins Leben.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Auch knapp eine Woche nach Beginn der Fußball-Europameisterschaft bleibt vielen Fans und Menschen vor allem ein Spiel bzw. ein Moment in Erinnerung: Das Drama um Christian Eriksen im Spiel Dänemark gegen Finnland. Wie sich nun herausstellte, holte ein deutscher Arzt den Dänen ins Leben zurück.

Es lief die 43. Spielminute im Duell Dänemark gegen Finnland am vergangenen Samstag, als der Mittelfeld-Star Eriksen auf dem Spielfeld zusammenbrach. Der 29-Jährige vom italienischen Meister Inter Mailand hatte einen Herzstillstand erlitten. Panik machte sich breit. Die Dänischen Teamärzte rannten hektisch auf das Feld, Notärzte eilten ebenfalls zur Hilfe, die Spieler fassten sich an den Kopf.

Kleinefeld: „Wir müssen da auf den Platz“

Es bahnte sich eine Tragödie an, doch dann avancierte der deutsche Arzt Dr. Jens Kleinefeld (57) aus Köln zum Lebensretter. Im Interview mit den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ und der Bildzeitung erzählt der Intensivmediziner, der auf der Tribüne saß, von den bewegenden Momenten. Der Mediziner war als Dopingarzt und Medical Officer vor Ort, führte im Vorfeld eine Schulung mit dem Side-Line-Doctor-Team durch.

„Die Spieler fassten sich an den Kopf. Daraufhin habe ich dem Side-Line-Team ein Zeichen gegeben und die sind dann auf den Platz gerannt. Die hatten den Defibrillator dabei. Ich habe dann auf der Tribüne meinem Kollegen gesagt, wir müssen da auf den Platz“, schildert Kleinefeld die Augenblicke kurz nach dem Zusammenbruch.

Kleinefeld: „Er sagte: Ja, ich bin da“

Als er bei Eriksen ankam, übernahm Kleinefeld die Leitung. Er setzte den Defibrillator ein und führte die Herzdruckmassage fort. „Die Ersthelfer von uns hatten die ganze Vorarbeit schon geleistet, was die Reanimation anging mit einer Herzdruckmassage. Auch der Defibrillator war schon vorbereitet, die Elektroden waren schon an Eriksens Körper verklebt“, so der 57-Jährige.  

Zwei Minuten später folgte der erlösende Moment: „Er machte die Augen auf und sprach mit mir. Ich fragte ihn auf Englisch: Bist du wieder da? Er sagte: Ja, ich bin da. Und dann sagte er noch: Oh Sch…, ich bin doch grad mal 29 Jahre alt.“

Kleinefeld erklärt, dass er sich noch im Stadion zu 99 Prozent sicher gewesen sei, dass der Däne stabil im Krankenhaus ankomme und dort auch stabil bleibe. Bei einem medizinisch durchgecheckten Profisportler handele es sich meistens um eine Art „Kurzschluss“, der das Kammerflimmern auslöst. Der Elektroschock gebe dann den entscheidenden Impuls, dass das Herz wieder schlägt. Bei so jemandem sei – anders als bei normalen Patienten, etwa mit Vorerkrankungen – die Wahrscheinlichkeit minimal, dass das Herz erneut stehen bleibt.

Eriksen bekommt nach Zusammenbruch ICD-Defibrillator eingesetzt

Eriksen soll nun einen ICD-Defibrillator eingesetzt bekommen. Das gab der dänische Verband am Donnerstag bekannt. Dieses kleine Gerät ähnelt einem Herzschrittmacher und wird bei Menschen implantiert, die ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen haben.

„Bei Christian wurden verschiedene Herz-Untersuchungen durchgeführt. Danach wurde entschieden, dass er ein ICD bekommen sollte. Diese Entscheidung ist nötig, nachdem Herzrhythmusstörungen bei ihm eine Herzattacke ausgelöst hatten“, wird der dänische Mannschaftsarzt Morten Boesen in der Mitteilung des Verbands zitiert. Boesen stand danach in den vergangenen Tagen regelmäßig in Kontakt mit den Herzspezialisten des behandelnden Krankenhauses in Kopenhagen.

Eriksen selbst habe dieser Behandlung bereits zugestimmt, teilte der dänische Verband mit. Die Einsetzung eines ICD-Defibrillators bedeutet nicht automatisch, dass der 29-Jährige damit seine Profikarriere beenden muss. Der niederländische Nationalspieler Daley Blind oder die deutsche Stabhochspringerin Katharina Bauer betreiben damit weiterhin Leistungssport.

Unterbrechung geplant: Fans und Spieler wollen für Eriksen klatschen

Dänemark trifft an diesem Donnerstag (18.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in seinem zweiten Vorrundenspiel erneut in Kopenhagen auf Belgien. Die Zuschauer sowie die Fußball-Nationalmannschaften von Dänemark und Belgien planen offenbar eine besondere Aktion zu Ehren des Spielmachers. „Wir werden den Ball ins Aus kicken, um das Spiel kurz zu unterbrechen“, kündigte der belgische Stürmer Romelu Lukaku am Vorabend an. In diesem Moment, der nach Medienangaben für die zehnte Spielminute geplant ist, sollen alle Fans und Spieler im Parken Stadion eine Minute für Eriksen applaudieren.

Eriksen liegt seit besagtem Abend in einem Kopenhagener Krankenhaus, sein Zustand ist nach Angaben des dänischen Verbands stabil und gut. „Das Krankenhaus ist in der Nähe des Parken Stadions, wahrscheinlich wird er also auch den Lärm hören. Ich denke, er wird sein Nationaltrikot anziehen und sich das Spiel ansehen“, sagte Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand.

mz/dpa

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