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Derby der Enttäuschten: 96 und «Wölfe» weit weg von Zielen

Das Hinspiel zwischen Wolfsburg und Hannover endete 1:1. Foto: Peter Steffen
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Das Hinspiel zwischen Wolfsburg und Hannover endete 1:1. Foto: Peter Steffen

Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96 kämpft verzweifelt gegen den Abstieg, der VfL Wolfsburg um einen Europapokalplatz. Das Niedersachsen-Derby verdeutlicht, wie weit die beiden Clubs von ihren Ansprüchen entfernt sind.

Hannover/Wolfsburg (dpa) - Wäre die Saison bereits nach dem Niedersachsen-Derby am Dienstag (20 Uhr) beendet, beide Mannschaften wären bitter enttäuscht.

Hannover 96 und der noch wesentlich ambitionierte VfL Wolfsburg stehen derzeit so schlecht da, dass der eine Club selbst im Falle eines Sieges aus der Fußball-Bundesliga absteigen müsste und der andere - auch im Falle eines Sieges - keinen europäischen Wettbewerb erreichen würde. Das wäre sportlich und wirtschaftlich für beide eine Katastrophe.

Dieses kleine Gedankenspiel zeigt, wie ernst die Lage ist. Und wie weit die beiden niedersächsischen Teams von ihren eigenen Zielsetzungen und Ansprüchen entfernt sind. Entsprechend groß ist der Druck, denn das Derby ist eine von nur noch elf Möglichkeiten, die Saison halbwegs zu retten.

Hannover will nach dem Ende der schwarzen Serie von acht Niederlagen am Stück gegen den VfL nachlegen. Der unerwartete 2:1-Sieg in Stuttgart hat 96 im Kampf um den Klassenerhalt ein bisschen Selbstvertrauen zurückgegeben. «Sie haben erlebt, dass das Spiel ihnen Bestätigung gibt», urteilte 96-Coach Thomas Schaaf.

Schaaf kann im Niedersachsen-Derby die in Stuttgart siegreiche Startelf einsetzen. «Wir sind von Verletzungen verschont geblieben», sagte er. «Die, die gespielt haben, haben es gut gemacht.» Ob es deshalb bei der Aufstellung «1:1 so weitergeht», könne er aber «noch nicht beantworten».

Anders sieht es in Wolfsburg aus, wo fast eine komplette Elf ausfällt und sich die Personalprobleme durch die schwere Schulterverletzung von Naldo verschärft haben. Schaaf betonte dennoch: «Das ist trotz der vielen Ausfälle noch immer ein Topteam.»

Der VfL hat ganz andere Ziele als der 90 Kilometer entfernte Nachbar und will auf direktem Weg in die Champions League. Doch von Platz drei ist Wolfsburg bereits acht Punkte entfernt. «Von den verbleibenden elf Spielen müssen wir mindestens sieben gewinnen», sagte Manager Klaus Allofs. Den ersten Drei-Punkte-Erfolg erwartet der VfL-Geschäftsführer in Hannover.

Trainer Dieter Hecking möchte eine mögliche Aufholjagd seines abstiegsgefährdeten Ex-Clubs stoppen. «Wir wollen einen zweiten Hannover-Sieg in Serie verhindern», sagte der VfL-Coach. «Hannover steht enorm unter Druck», kommentierte er die Situation des Tabellenletzten. Für den VfL gilt das allerdings auch.

Hecking, der 96 drei Jahre lange trainierte, muss in Hannover mehrere Ausfälle verkraften. Auch deshalb sei der zuletzt fast immer auf der Bank sitzende André Schürrle «wieder eine Option für die Startelf». Neben Abwehrchef Naldo stehe «ein Fragezeichen (...) auch hinter Vieirinha», sagte der Wolfsburger Coach: «Ob ein anderer Verletzter zurück in den Kader kommt, ist noch offen.»

Trotz der Probleme wird Hecking allerdings weiterhin auf Nicklas Bendtner verzichten. «Die Tür ist nicht endgültig zu. Wenn er über einen längeren Zeitraum das zeigt, was wir von ihm erwarten, geht Tür wieder auf», erklärte der Coach.

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