Fahrer werden körperlich mehr gefordert

Breit wie ein Lkw: Neue "Bestien" begeistern die Formel-1-Piloten

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Lewis Hamilton in seinem neuen Mercedes.

Barcelona - Breit, brachial, beeindruckend: Die Formel-1-Piloten sind von ihren neuen Autos begeistert. Schon nach dem ersten Testtag ist klar, dass es in der kommenden Saison mehr Spektakel geben wird.

Beim ersten Blick in den Rückspiegel zuckte Nico Hülkenberg noch kurz zusammen. "Wenn du auf der Strecke bist, denkst du, da kommt ein Lkw vorbei", sagte der Renault-Pilot nach der ersten Ausfahrt in seinem neuen Formel-1-Boliden: "Das sieht einfach brachial aus, sehr maskulin und schon groß und massiv."

In wenigen Worten fasste der 29-Jährige zusammen, was nach dem ersten Testtag in Barcelona alle Kollegen dachten: Die durch die drastischen Regeländerungen neu gestalteten Autos sind ein Schritt in die richtige Richtung und versprechen durch höhere Geschwindigkeiten jede Menge Action. "Und wir müssen uns vielleicht bei den Fans entschuldigen, dass sie in den letzten fünf, sechs Jahren so furchtbare Autos ertragen mussten", sagte Ex-Weltmeister Fernando Alonso.

Hamilton: "Es ist eine Bestie"

Breitere Reifen, wuchtigere Chassis, aggressiver Look: Bei den PS-Machos kommen die von den neuen Aerodynamik- und Reifen-Reglements verursachten Neuerungen an. "Es ist eine Bestie", sagte der dreimalige Champion Lewis Hamilton. Er steuerte seinen im Vergleich zum Vorjahr flacheren Mercedes am ersten Testtag am schnellsten um den Kurs in Spanien und gibt vor dem Saisonstart am 26. März in Melbourne/Australien gleich wieder den Takt vor.

Sebastian Vettel testet seinen neuen Ferrari.

Nach drei Jahren Silberpfeil-Dominanz und dem Titel von Nico Rosberg sollen die Neuheiten endlich wieder für mehr Spannung und Konkurrenzkampf sorgen. Doch es scheint, als könne der Konstrukteurs-Weltmeister die Nase vorne behalten. "Uns muss man erst mal schlagen", sagte Hamilton und konnte sich einen Kommentar zur Konkurrenz nicht verkneifen: "Unser Auto sieht fantastisch aus, tausend Mal besser als alle anderen."

Fahrer werden körperlich mehr beansprucht

Für den Briten und seine Verfolger wird sich im Cockpit einiges verändern. Die Geschwindigkeiten in den Kurven werden durch mehr Abtrieb höher, die neuen Reifen nutzen sich langsamer ab und die Fahrer werden körperlich mehr beansprucht. "Es wird insgesamt viel physischer, mehr Kräfte wirken auf den Körper, und es wird schwerer, den Kopf oben zu halten", sagte Hamilton.

Die Fans können sich zudem auf schnellere Rundenzeiten freuen. Hamilton war bereits am ersten Testtag auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya flotter als im Qualifying 2016, als er auf die Pole Position raste. "Ich glaube, wir werden sogar noch deutlich schneller werden, als wir jetzt sind. Da wird noch viel mehr kommen", sagte Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo. Alonso stimmt dem zu: "Man kann die Autos jetzt noch mehr ans Limit bringen. Das freut mich."

Alonso: "Man braucht jetzt vor allem jede Menge Power"

Die Fahrer hätten durch ihren eigenen Stil zwar weiterhin Einfluss, doch es kommt mehr denn je auf das technische Gesamtpaket an. "Man braucht jetzt vor allem jede Menge Power", sagte Alonso. Das könnte wieder ein Vorteil für die zuverlässigen und in den Vergangenheit überlegenen Mercedes-Motoren sein.

Eine ganz neue Herausforderung wird jedoch das Überholen. "Wir müssen noch abwarten, aber meiner Meinung nach wird das schwieriger", sagte Routinier Felipe Massa. Gerade auf engen Stadtkursen wie in Monaco oder Singapur wird es durch die breiteren Autos deutlich enger, das Risiko steigt. Doch die Piloten freuen sich auf die Herausforderung.

SID

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