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ANDREAS WELLINGER MUSS SICH AUF DER GROßCHANCE NUR KAMIL STOCH BEUGEN UND HOLT SILBER

Er macht’s einfach

VON ARMIN GIBIS. Pyeongchang – Alles, was Andreas Wellinger derzeit macht, wirkt so, als sei er die Unbeschwertheit in Person.

Und so setzte er sich am Samstag um Mitternacht im Pressezelt einfach im Schneidersitz auf den Boden des leicht erhöhten Podiums, um der dicht gedrängten Journalistenschar zu beschreiben, wie er Silber auf der Großschanze gewonnen hatte. Auf die Frage, wie er diese beiden großartigen Sprüngen hingekriegt hätte, sagte er lachend: „Gute Frage, nächste Frage!“ Um dann noch hinzuzufügen: „Ich mach’s einfach.“

Der Skisprung ist – zumal in Deutschland – eine Sparte, die prädestiniert ist, Publikumslieblinge mit Star-Appeal hervorzubringen. Und Wellinger, der mit juveniler Lässigkeit reich gesegnete Überflieger, ist in Pyeongchang auf bestem Wege, zum deutschen Popstar dieser Spiele aufzusteigen. Momentan scheint er die ganze Leichtigkeit des Seins zu verkörpern. Und diese trug ihn im Duell mit dem Polen Kamil Stoch auf 135,5 Meter und die Tagesbestweite von 142,0 hinunter. Sein Rivale flog auf nur 135,0 und 136,5 Meter. Ein enge Geschichte. Schließlich gab die unterschiedliche Windunterstützung den Ausschlag zugunsten von Stoch, der mit 3,4 Punkten Vorsprung Gold errang.

„Andi hatte als einziger Aufwind, Stoch hat den Sieg verdient“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Bronze ging an Robert Johansson, dem besten der vier Norweger, die alle unter die Top 8 flogen. Das deutsche Mannschaftsergebnis konnte sich mit Karl Geiger (7.), Richard Freitag (9.) und Markus Eisenbichler (14.) ebenfalls sehen lassen.

Nach Gold auf der kleinen Schanze nun auch noch Silber – Wellinger zeigte sich außer sich vor Freude: „Das ist der Wahnsinn, was hier abgeht. Schöner kann man es sich gar nicht wünschen“, frohlockte er. Für den obligatorischen Besuch im Deutschen Haus kündigte der Skispringer vom SC Ruhpolding an: „Ein Weißbier geht schon.“

Dabei tat er sich mit der großen Anlage auf dem Alpensia-Areal zunächst gar nicht so leicht. „Er musste bei den Trainingssprüngen an sich feilen“, erklärte Schuster. Erst in der Qualifikation präsentierte sich Wellinger wieder im gewohnten Stil. „Ich konnte mir das richtige Gefühl erarbeiten.“ Außerdem: „Ich hatte mit Gold im ersten Springen schon alle Erwartungen erfüllt. Ich fühlte mich total entspannt.“ Werner Schuster sagte zur aktuellen Beschwingtheit seines Paradefliegers: „Sein lockeres Grundnaturell ist schon gut für die Sportart. Die großen Sachen kann man nicht erzwingen. Da muss man mit einer gewissen Leichtigkeit rangehen.“

Diese Leichtigkeit scheint dem Teamgefährten Richard Freitag, vor ein paar Wochen noch WM-Dritter im Skifliegen und vor allem in der ersten Saisonhälfte in Topform, abhandengekommen zu sein. „Er springt nicht schlecht, aber das ist zu wenig, um um eine Medaille mitkämpfen zu können“, sagte Schuster, „ihm fehlt das Quäntchen Sicherheit.“

Hoffnung für den Teamwettbewerb gibt der Probesprung. Freitag flog mit Trainingsanzug auf 137,5 Meter. Der Bundestrainer befand: „Man hat gesehen, es ist noch in ihm drin.“ Wäre günstig, wenn der Erzgebirgler sein wahres Leistungsvermögen bis zum heutigen Teamwettbewerb reaktivieren könnte. Die Deutschen mit Wellinger, Freitag, Karl Geiger und Stephan Leyhe gehen aussichtsreich ins Rennen. „Die Norweger sind Favorit“, sagte Schuster, „wir werden versuchen, möglichst gut zu springen.“ Bisher hat das schon zwei Medaillen erbracht.

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