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DER EHC MÜNCHEN SCHLÄGT BREMERHAVEN 5:1 – AUCH WEIL DER GOALIE SEIN TOR VERSCHIEBT

Leggios unsportlicher Trick

Von Christopher Meltzer. München – Als David Leggio die Gefahr erkannte, handelte er sofort.

Der Torhüter des EHC München drehte sich Mitte des zweiten Drittels einfach um, hebelte das kleine Tor, das er eigentlich bewachen sollte, aus der Verankerung und schubste es ein wenig über das Eis. Das verwirrte dann nicht nur die 3720 Zuschauer in der Olympia-Eishalle, sondern auch die Spieler der Fischtown Pinguins – und ganz besonders ihren Angreifer Ross Mauermann, der in Höchstgeschwindigkeit alleine auf Leggio zugestürmt war.

Mauermann knallte den Puck zwar noch ins Netz, doch Leggio hatte das Tor da schon längst verschoben. Das Regelwerk der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sieht in diesem Fall nur eine milde Bestrafung vor: einen Penalty. Den Strafversuch Mauermanns parierte Leggio dann auch noch, weshalb der US-Goalie Leggio einen nicht kleinen Anteil zum 5:1 (1:1, 2:0, 2:0)-Sieg beisteuerte, den sich der EHC München gestern Abend gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven erspielte.

EJC-Verteidiger Yannic Seidenberg, der Leggios Aktion auf dem Eis bestaunen durfte, versuchte nach dem zweiten Drittel gegenüber Telekomsport die Gedankengänge seines Teamkollegen zu erklären: „Er hat gedacht, dass zwei Gegenspieler auf ihn zulaufen und gedacht, er hat bessere Chancen, wenn er einen Penalty gegen sich nimmt.“ Diese Rechnung ging dann tatsächlich auf.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, das der EHC-Torhüter sich dieser fragwürdigen Methode bedient hat. Als Leggio noch in der American Hockey League (AHL) auflief, entschied er sich in einer ähnlichen Spielsituation schon einmal, sein Tor aus der Verankerung zu reißen. „Den Clip hat er uns schon 100. Mal in der Kabine gezeigt“, sagte Seidenberg. „Dafür wird er sich wieder feiern.“

Die AHL ergänzte damals übrigens ihr Regelbuch: Ein Keeper, der sein Tor absichtlich verschiebt, darf mit einer Spieldauerstrafe belegt werden. Diese Regelfrage dürfte nun auch die DEL beschäftigen, die eine solche Unsportlichkeit bisher eben nur mit einem Penalty sanktioniert.

Gestern profitierte der EHC München von dem bestehenden Recht. Nachdem Leggio den Penalty abgewehrt hatte, setzte sich das Spiel ohne weitere Strafen fort. Und es dauerte nicht lange, da verwandelten Jonathan Matsumoto (37.) und Keith Aucoin (38.) binnen 48 Sekunden ein 1:1 in ein 3:1. Im Schlussdrittel erhöhten Mads Christensen (50.) und Matsumoto (56.) noch auf 5:1.

Zuvor hatte sich der Tabellenneunte Bremerhaven dem Meister mutig entgegengestellt. Mike Hoeffel hatte die Pinguins gar in Führung gebracht, nachdem Leggio einen Schuss von Cody Lampl nur hatte abprallen lassen (11.). Yannic Seidenberg traf fünf Minuten später zum 1:1. Auch ein anderer EHC-Verteidiger erhielt einen Sonderapplaus. Der Däne Markus Lauridsen kehrte nur fünf Tage, nachdem er mit 18 Stichen im Gesicht genäht worden war, wieder aufs Eis zurück. Am Ende des Abends verblasste dieses erstaunliche Comeback jedoch neben dem Torschubser von Leggio.

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