Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Kohlschreiber ist heiß auf Nadal

TENNIS: US OPEN Der Augsburger präsentiert sich beim Sieg über Isner in Topform und trifft nun auf den Star aus Spanien

VON DORIS HENKEL

New York – Es hätte genügend Gelegenheiten gegeben, die Nerven zu verlieren in diesem komplizierten Spiel, aber Philipp Kohlschreiber blieb standhaft an einem heißen, schweißtreibenden Nachmittag. Er behielt die Übersicht, obwohl von den rund 10 000 Zuschauern im Louis Armstrong Stadion die große Mehrheit auf der Seite ihres Landsmannes stand und er aus dessen Box ein paarmal gestört wurde, und vor allem ergriff er in entscheidenden Momenten mutig die Initiative und besiegte John Isner 6:4, 3:6, 7:5, 7:6. Der meinte hinterher: „Er hat klug gespielt und war besser als ich, so einfach ist das.“

Es war ohne Zweifel eines der besten Spiele in Kohlschreibers Karriere; er selbst zählte es zu den zehn besten, vielleicht sogar zu den besten fünf. In der ersten Stunde war er der dominierende Mann, zwischendurch, als Isner besser aufschlug und konsequenter spielte, ließ er sich nicht abhängen, und am Ende gelang es ihm, einen fünften Satz zu verhindern. 2012 hatte er ihn in einer Nachtschicht in fünf Sätzen besiegt, diesmal ersparte er sich das volle Programm; Isner besitzt bekanntlich die Fähigkeit, ziemlich lang durchzuhalten in einem Tennisspiel. Die Art, wie Kohlschreiber schließlich nach zweidreiviertel Stunden den dritten Matchball verwandelte, war in ihrer Konsequenz schwer zu überbieten: Nach einem Vorhand-Schuss ans Netz aufgerückt, einen Volley gespielt, dann über Kopf abgeräumt.

Im Achtelfinale wird er am Montag von allem noch mehr brauchen; noch mehr Aufmerksamkeit, noch mehr Effektivität, noch mehr Disziplin. Denn sein Gegner wird der überragende Mann auf Hartplätzen in diesem Jahr sein, Rafael Nadal. Bisher ist das fast immer eine interessante Sache zwischen den beiden gewesen. Kohlschreiber gewann immer wieder mal einen Satz, zu mehr reichte es in zehn Begegnungen allerdings nur einmal, im vergangenen Jahr bei den Gerry Weber Open in Halle, als er gewann. Allerdings hatte Nadal seinerzeit gerade das komplette Programm nach dem sechsten Titelgewinn in Paris hinter sich, war müde und ausgelaugt. Das kann man im Moment eher nicht behaupten. „Es wird sicher extrem schwer“, sagt der Herausforderer, „er ist der haushohe Favorit. Aber ich werde alles dafür tun, eine neue Geschichte zu schreiben. Wenn ich bei einem Grand Slam mal so einen raushauen könnte, wäre das toll“.

Nadal in der zweiten Woche? Ja, logisch (an dessen Niederlage aus der ersten Runde in Wimbledon kann sich doch keiner mehr erinnern). Kohlschreiber? Nicht zwangsläufig zu erwarten, aber immer möglich. In der Besetzungsliste für Montag tauchen allerdings auch Namen auf, die dort normalerweise bei einem der wichtigsten Turniere nicht zu finden sind. Der von Alison Riske (USA), zum Beispiel, Nr. 81 der Welt, die zwar schon in Wimbledon in diesem Jahr die 3. Runde erreicht, aber nie zuvor ein Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte. Oder jener der Italienerin Camila Giorgi, die ebenfalls bisher außer in Wimbledon noch nie aufgefallen war und in der Weltrangliste auf Platz 136 steht.

Sabine Lisicki ist dagegen nach einer Niederlage in Runde drei gegen die stark spielende Russin Jekaterina Makarowa nicht mehr dabei. Natürlich war sie enttäuscht hinterher, meinte aber, mit einem besseren Aufschlag wäre mehr möglich gewesen und sie habe sich trotz der fehlenden Spielpraxis vor Beginn der US Open in New York zumindest von Runde zu Runde gesteigert.

Das konnte die prominente Rückkehrerin nicht von sich behaupten. Beim ersten Auftritt im Rahmen eines Grand-Slam-Turniers seit 2007 verlor Martina Hingis innerhalb weniger Stunden gleich zweimal, zuerst im Doppel, später im Mixed. Käme Tennis ohne Aufschlag aus, hätte sie nach wie vor in beiden Konkurrenzen die Chance, große Titel zu gewinnen. So aber war es bezeichnend, wie das Doppel an der Seite von Daniela Hantuchova zu Ende ging: Mit drei Doppelfehlern der Schweizerin und dem entscheidenden Aufschlagverlust.

Letztlich blieb ihr nicht viel mehr als das Kompliment des Gegners im Mixed, Robert Lindstedt, der meinte, so wie von Martina Hingis seien seine Aufschläge noch nie von einer Frau returniert worden. Hmmm. Hört sich an wie das Kompliment eines Mannes, der mit einer anderen für den Abend verabredet ist; nett gemeint, aber führt zu nichts.

Kommentare