INVESTOR LÄSST SICH IM 1860-AUFSICHTSRAT AB SOFORT VON CASSALETTE UND STIMONIARIS VERTRETEN

Ismaiks überraschender Teilrückzug

Nächtliche Rückkehr: Peter Cassalette (r.) und Saki Stimoniaris (Mi.) auf dem Weg zur Sitzung des KGaA-Aufsichtsrats, dem das Duo künftig angehören wird. Foto: wagner
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Nächtliche Rückkehr: Peter Cassalette (r.) und Saki Stimoniaris (Mi.) auf dem Weg zur Sitzung des KGaA-Aufsichtsrats, dem das Duo künftig angehören wird. Foto: wagner

München – Es war kalt, es war spät – und es waren viele Männer mit Anzügen, die die Geschäftsstelle des TSV 1860 ansteuerten.

Oder sie mit bedeutungsschwangeren Blicken verließen. Dass Hasan Ismaik der Sitzung des KGaA-Aufsichtsrats fernblieb, war keine allzu große Überraschung (obwohl er angeblich in der Stadt weilte) – ebenso sein Manöver, stattdessen die Ex-Funktionäre Pater Cassalette und Saki Stimoniaris in dieses Gremium zu entsenden. Nicht erwartet worden war jedoch ein Schachzug, den der Investor zeitgleich auf seiner Facebook-Seite öffentlich machte.

Rückzug als Chef des Aufsichtsrats, Rückzug auch als Mitglied des Geschäftsführungs-Beirats. Als Einknicken im ewigen Machtkampf mit der e.V.-Seite sollte der Teilrückzug des Jordaniers nicht gewertet werden – wohl aber als Zeichen, dass Ismaik irgendwie eingesehen hat, mit seiner Politik des Aussitzens nicht weiterzukommen.

Aus geografischen und beruflichen Gründen sei es sinnvoller, die beiden Ämter „mit Personen zu besetzen, die nicht nur die Kultur, sondern auch den Verein sehr gut verstehen“, schrieb Ismaik also, versicherte aber zugleich, dem Klub die Treue zu halten. Neben Ismaik scheidet auch sein Bruder Abdelrahman aus den Gremien aus. Yahya, sein anderer Bruder, wird den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen und dort unter anderem auf Ex-Präsident Cassalette bauen können – und auf Ex-Verwaltungsrat Stimoniaris, der künftig auch als Sprecher Ismaiks fungieren wird.

„Ich freue mich, dass beide Vollblut-Löwen zum Wohle des TSV 1860 anpacken“, teilte Ismaik mit: „Es ist an der Zeit, dass man nicht mehr übereinander spricht, sondern endlich das Miteinander sucht. Die derzeitige Blockadehaltung zerstört die Zukunft unseres geliebten Vereins.“ Ein Zeichen der Kompromissbereitschaft sendete daher auch die e.V.-Seite: Markus Drees, der Ismaik schon länger ein Dorn im Auge ist, wird im Aufsichtsrat künftig durch Präsident Robert Reisinger ersetzt.

Ismaiks Schlusswort klang durchaus versöhnlich: „Einer positiven Zukunft steht nun hoffentlich nichts mehr im Weg.“ uli kellner

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