DIE EWIGE CLAUDIA PECHSTEIN STEHT WIEDER IM MITTELPUNKT, DOCH SIE IST NICHT DIE EINZIGE MEDAILLENHOFFNUNG DER DESG

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Gemeinsame Sache: Schon seit dem Sommer bereiten sich die deutschen Eisschnellläuferinnen gezielt auf die Entscheidung in der Teamverfolgung vor. foto: imago
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Gemeinsame Sache: Schon seit dem Sommer bereiten sich die deutschen Eisschnellläuferinnen gezielt auf die Entscheidung in der Teamverfolgung vor. foto: imago

Serie: Olympiastarter aus Oberbayern (VII) – Eisschnelllauf

von marc beyer

München – An Claudia Pechstein führt natürlich kein Weg vorbei. Die Berlinerin startet in Pyeongchang in ihre siebten Winterspiele, mit neun Medaillen, darunter fünf goldenen, ist sie Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin. Und weil sie dieser Tage auch noch als potenzielle Fahnenträgerin gehandelt wird, steht sie nun für die ganze Bandbreite Olympias und des Eisschnelllaufs. Die Leistungsschau und die Politik. Die jungen und die reiferen Athleten. Und die guten wie die schlechten Zeiten.

Claudia Pechstein wird in Südkorea 46, sie hat die richtig guten Zeiten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft mitgemacht und geprägt, hat an dem unvergesslichen „Zickenkrieg“ mit Anni Friesinger mitgewirkt und verpasste eine achte Olympiateilnahme wegen einer Dopingsperre. Auch jetzt, auf der Zielgeraden ihrer Karriere, gehört sie noch zur Weltklasse. Pechstein ist eine sperrige, enorm streitbare Athletin. Aber eine, auf die der Verband noch immer nicht verzichten kann.

Pechstein, die auch in dieser Weltcup-Saison schon einen Sieg gefeiert hat (5000 m in Stavanger), ist die prominenteste, aber nicht die einzige Medaillenhoffung. Auch Patrick Beckert und Moritz Geisreiter auf der Langstrecke, Nico Ihle im Sprint sowie das Frauen-Trio in der Teamverfolgung reisen guter Dinge nach Fernost. Es ist zwar ruhiger geworden um die deutschen Eisschnellläufer, doch die Perspektive ist nicht die schlechteste. „Ein bisschen mittendrin“ fühlt sich Roxanne Dufter in der öffentlichen Wahrnehmung, irgendwo zwischen Publikumsmagneten und Randsportarten, die – wenn überhaupt – nur bei Olympia wahrgenommen werden. Etwas mehr Aufmerksamkeit wäre schön, ergänzt Teamkollegin Gabriele Hirschbichler. Aber das könne man ja selbst beeinflussen: „Wir müssen einfach nur gut laufen.“

Unsere Prognose

Eine Medaille in der Teamverfolgung der Frauen.

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