Die große Chance für Talente

UNterhaching hat aus der Not eine Tugend gemacht Dem Talent eine Chance, diesen Leitsatz verfolgt die SpVgg Unterhaching nicht erst, aber erst recht, seit Manfred Schwabl hier Präsident ist.

UNterhaching hat aus der Not eine Tugend gemacht

Dem Talent eine Chance, diesen Leitsatz verfolgt die SpVgg Unterhaching nicht erst, aber erst recht, seit Manfred Schwabl hier Präsident ist. Schon früher hat der Verein jungen Nachwuchskickern den Weg in den Profifußball geebnet, neben den heutigen Nationalspielern Lars und Sven Bender, die bis Ende der D-Jugend Hachinger waren, haben es auch Maximilian Nicu und Thomas Broich bis in die Bundesliga geschafft. Aber seit Schwabl da ist, gilt dieses Motto ohne jede Einschränkung. Schwabl, Ex-Nationalspieler, Profi bei Bayern, Nürnberg und 1860, hat als Nachwuchskoordinator in Haching angefangen. Jetzt erntet er als Präsident, was er damals zu säen begonnen hat.

Ohne den eigenen Nachwuchs hätten die Hachinger die letzten Jahre wohl kaum überlebt, in Zeiten, da das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, muss man auf die eigene Jugend setzten. Und genau das wollte Schwabl auch. Inzwischen schaut ganz Deutschland nicht ohne Neid auf Unterhaching, wie man dort mit einem Mini-Etat, aber jungen, begeisterungsfähigen Leuten die 3. Liga stemmt, die vielen anderen Vereinen zum finanziellen Verhängnis wird. Ohne Trikotsponsor hat die Mannschaft in den beiden letzten Jahren alle Skeptiker überrascht, hat in der letzten Saison sogar lange ganz oben mitgespielt, obwohl man die weitaus jüngste Mannschaft stellte, von den U23-Teams aus Stuttgart und Dortmund einmal abgesehen.

Man sehe sich, betont Schwabl, gerade jetzt, da die SpVgg große finanzielle Sorgen plagen, „als Ausbildungsverein“, der sich im Nachwuchsbereich in den höchsten Ligen etablieren will. Für die U19 etwa sei die „Bundesliga ganz wichtig“, um Spieler rauszubringen, die vielleicht später Geld in die leeren Kassen spülen. Deshalb hat man alles getan, um die Junioren in der Bundesliga zu halten. Noch hofft man, dass die U17 die kleine Chance nutzt, die ihr für die Rückkehr in die höchste Klasse der B-Junioren geblieben ist. Und auch die C-Jugend steht auf dem Sprung nach ganz oben. Darauf lässt sich aufbauen. Als größtes Plus nennt Schwabl „die Durchlässigkeit“. Mit Janik Haberer, Stefan Haas und Lucas Hufnagel werden wieder drei A-Junioren direkt in den Drittligakader rücken, ohne den Umweg über die U23. Andere werden folgen, auch schon regelmäßig mit den Profis trainieren.

Das ist das Rezept, wie man Talente begeistern, fördern und halten kann, ohne gleich das große Geld auf den Tisch zu legen. Die Spieler wissen, dass sie hier kaum was verdienen, aber sich einen Namen machen können. So wie Markus, Schwabls Sohn, Yasin Yilmaz oder Stephan Thee, die jetzt zu höherklassigen Vereinen wechseln werden. Und dann sicher gutes Geld verdienen. „Geduld zahlt sich aus“, sagt Schwabl, der den jungen Männern nicht nur eine gute fußballerische, sondern auch persönliche Entwicklung mitgeben will. „Unser Weg kann nur sein, selber auszubilden und gnadenlos auf die eigene Jugend zu bauen“, sagt der Präsident. Und das ist die Chance für Talente.

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