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Die Fragen dahinter

Münchens Olympiabewerbung 2022Noch vor 10 oder 20 Jahren hätte man sich das nicht vorstellen können: Dass die Bürger einer Region sich mehrheitlich gegen Olympische Spiele aussprechen.

Münchens Olympiabewerbung 2022

Noch vor 10 oder 20 Jahren hätte man sich das nicht vorstellen können: Dass die Bürger einer Region sich mehrheitlich gegen Olympische Spiele aussprechen. Doch inzwischen ist es schwer in Mode gekommen, Großprojekte jeglicher Art in Frage zu stellen. Und so scheint es nicht mehr gänzlich auszuschließen, dass die Münchner im November der Idee von den Winterspielen 2022 eine Absage erteilen. Falls ihnen die Frage denn überhaupt gestellt werden wird.

Denn so optimistisch die Stimmen klingen nach dem überraschenden Rückzug des Schweizerischen Graubünden, so problematisch muss man die Begleitumstände der möglichen zweiten Münchner Bewerbung sehen. Etwa die Frage, wie sich die Leute in Garmisch und Partenkirchen positionieren werden, nachdem sie die erste Kampagne für 2018 beinahe zu Fall gebracht hätten. Vielleicht erleichtert man ihnen die Entscheidung, indem man dem Ort nur noch die alpinen Wettbewerbe überlässt und das Skispringen. Indem man das Konzept der kurzen Wege aufweitet und den nordischen Rest nach Oberstdorf verpflanzt und Biathlon ins „Mekka“ Ruhpolding.

Der Vernunft gehorchende Entscheidungen wären das. Wie die Vorstellung, die Eisschnellläufer an ihren angestammten Platz nach Inzell zu schicken, statt ihnen in München eine neue, sündteure, später kaum nutzbare Halle zu errichten. Ein Olympia der fast schon komplett fertigen Sportstätten wäre das. Ein Gegenentwurf zur jüngeren Entwicklung, als der Hang zur Gigantomanie – siehe Sotschi – überwog.

Die Entscheider im IOC könnte man – mangels geeigneter Mitbewerber – vom abgewandelten Konzept womöglich leicht überzeugen. Ob man allerdings auch auf höchster nationaler Funktionärsebene durchdringt, sei zumindest in Frage gestellt. Wer den Hinweis von Michael Vesper ernst nimmt, dem sollten Zweifel kommen. Man müsse, hat der DOSB-Generalsekretär gesagt, auch sehen, „was mit Sommerspielen ist“. Wie bitte? Berlin und Hamburg könnten Gegner werden für München 2022?

Jetzt mal ohne allen Lokalpatriotismus: Sollte es tatsächlich dazu kommen, müssten sich die deutschen Sportführer nicht mehr wundern, wenn ihre olympischen Träume bei der Bevölkerung auch in jenen Sog geraten würden, der unliebsame Großprojekte reihenweise zu kippen scheint.