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Der erste Schritt, endlich

Entwurf zu einem Anti-Doping-Gesetz. Es war schon erstaunlich, wie sehr sich der deutsche Sport sträubte, ein Anti-Doping-Gesetz in Angriff zu nehmen.

Die von skandalösem Sportbetrug geplagten Länder wie Frankreich, Italien, Österreich und Spanien haben sich längst mit einem entsprechenden rechtlichen Instrumentarium gerüstet. Doch ausgerechnet das so intensiv um ein Saubermann-Image bemühte Deutschland und seine höchste sportliche Instanz, der DOSB, verharrten in Tatenlosigkeit. Thomas Bach, der frühere DOSB-Chef und jetzige IOC-Präsident, spielte da eine nicht gerade rühmliche Rolle. Und bezeichnend ist da auch, dass die einzigen nennenswerten Initiativen von einer Institution ausgingen, die nicht gerade als von reformerischem Geist beseelt gilt: dem bayerische Justizministerium. Zu Zeiten von Beate Merk war das, doch ihre Vorstöße, die sie zusammen mit Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), startete, blieben so gut wie ungehört.

Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Schon in den Koalitionsvereinbarungen fand das Anti-Doping-Gesetz Berücksichtigung, der aktuelle Entwurf nährt die Hoffnung, dass eines vielleicht gar nicht so fernen Tages, die Entlarvung und Strafverfolgung von Dopingsündern auch hierzulande auf internationalem Niveau betrieben werden kann. Denn eines ist klar: Pharmazeutische Manipulationen bedrohen nach wie vor den Sport, seine Glaubwürdigkeit und die Gesundheit der Athleten.

Die Frage ist nur, wie weit kann das Strafmaß gehen? Rechtfertigt die Effizienz des Anti-Doping-Kampfes, dass Sportler im Gefängnis landen? Hier gilt es sicher zu differenzieren. Einerseits stehen oft enorme Geldbeträge auf dem Spiel. Wer sich da durch Schummeleien bereichert, ist zu behandeln wie jeder andere Millionenbetrüger auch. Andererseits zeigt zum Beispiel der Fall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle, dass es auch Dopingvergehen gibt, die nicht kriminalisierbar sind, sondern auf Leichtsinn beruhen. Es liegt also an den Juristen, hier rechtlich unanfechtbare Detailarbeit zu leisten.

Grundsätzlich ist zu der Gesetzesinitiative zu sagen: Es ist endlich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Und das ist mehr als vor noch kurzer Zeit zu erwarten stand.

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