SKISPRUNG-BUNDESTRAINER SCHUSTER

Beste Argumente

Patrick ReicheltSie erreichen den Autor unterpatrick.reichelt@ovb.net
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Patrick ReicheltSie erreichen den Autor unterpatrick.reichelt@ovb.net

Wenn Horst Hüttel könnte, dann würde er die Sache vermutlich schon heute klären.

Der zuständige Sportdirektor würde Werner Schuster direkt einen Vertrag in die Hand drücken, der ihn dauerhaft als Skisprung-Bundestrainer an den Deutschen Skiverband (DSV) bindet. Druck hat man zwar noch nicht, das Arbeitspapier des Österreichers läuft erst nach seinem Heimspiel bei der WM 2019 in Seefeld aus. Doch dabei soll es nicht bleiben, wie Hüttel vor dem Start des ersten Saisonhighlights Vierschanzentournee betonte. Bis zum Herbst soll Schusters Verbleib eingetütet sein.

Das ist keine Überraschung. Zu überzeugend sind die Argumente, die der 48-Jährige in den Händen hält. Als Schuster vor einem Jahrzehnt antrat, war Michael Neumayer als Weltcup-16. der beste einer darbenden Abteilung – heute schickt der DSV das weltbeste Springerteam in das deutsch-österreichische Traditionsevent. Welche Geduld hinter dieser Entwicklung steht, mag man nicht zuletzt an Richard Freitag ermessen. Der Neu-Oberstdorfer, dessen Talent schon lange außer Frage steht, konnte sein Potenzial über Jahre nicht ausschöpfen. Schuster hat ihm die Zeit gegeben, die er für seine Entwicklung brauchte. In dieser Saison zahlt es der Sachse bislang eindrucksvoll zurück.

Vor allem aber hat Schuster in Zusammenarbeit mit Hüttel ein System geschaffen, das Nachhaltigkeit verspricht. Von der Talentsichtung bis zum Profikader greifen die Rädchen in der Springerabteilung so effektiv ineinander wie nie zuvor. Wo an der Spitze Leute wie Freitag, Andreas Wellinger oder Markus Eisenbichler gerade die Blüte ihres Schaffens erreichen, drängen von hinten in David Siegel oder Constantin Schmid schon die nächsten Hoffnungsträger nach.

Schuster hat sich für dieses System als perfekter Schmierstoff erwiesen. Und nicht zuletzt zeigte der Chef auch immer wieder einen bemerkenswerten Blick für die richtigen Personalien. So wie im vergangenen Jahr, als er Roar Ljoekelsoey für den nach Polen abgewanderten Stefan Horngacher als Co-Trainer an Bord holte. Der Norweger gilt heute als Schlüsselpersonalie für den Aufschwung von Richard Freitag zum Tourneefavoriten.

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