„Aygün sieht aus wie ein Boxer“

TSV 1860 II Relegation: Löwen 2:3 in Elversberg – Rückspiel am Sonntag

Elversberg – „Das Wunder ist noch möglich“, bilanzierte Markus von Ahlen nach der 2:3-Niederlage seiner kleinen Löwen im Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am Mittwoch bei der SV Elversberg. Er könne mit dem Resultat leben, so der Trainer des TSV 1860 II, ließe es doch alle Möglichkeiten für das Rückspiel am Sonntag (14 Uhr) in der Allianz-Arena. Dabei hatte seine Mannschaft eine noch bessere Ausgangsposition verspielt. Zweimal führten die Junglöwen im ersten Durchgang bereits, der Ausgleich erfolgte aber jeweils postwendend.

Eine Flanke Korbinian Vollmanns vollstreckte Sebastian Maier zunächst zu einem Start nach Maß (3.), nur wenig später kamen die Platzherren zum Ausgleich (12.). Necat Aygüns erneute Führung, der 33-Jährige köpfte einen Eckstoß Philipp Steinharts ein (22.), hatte gar noch kürzer Bestand, im Gegenzug egalisierten die Saarländer abermals (23.). „In der zweiten Halbzeit hatten wir im Grunde komplett die Kontrolle über das Spiel“, ärgerte sich der 42-Jährige, dass der Zweitplatzierte der Regionalliga Südwest „mit der einzigen nennenswerten Chance“ den 3:2-Endstand (49.) erzielte.

Insgesamt hatte sein Team vor 3800 Zuschauern beherzt Paroli geboten, es sei jedoch vom Unparteiischen „zu wenig geschützt worden“, monierte von Ahlen. Einige Spieler hätten Blessuren davongetragen, Aygün etwa „sieht aus wie ein Boxer“, Elversbergs „intensive Zweikampfführung war zum Teil an der Grenze zur Brutalität“, der Schiedsrichter habe zu oft Gnade vor Recht walten lassen. Nicht so bei Löwen-Kapitän Stefan Wannenwetsch, der im Bemühen, sich zu wehren, etwas überzog, sich dafür einen Platzverweis einhandelte (84.) und nun im Rückspiel fehlen wird.

Dennoch war nicht nur Torhüter Vitus Eicher, der mit seinem Tor gegen den TSV Buchbach landesweit für Aufsehen gesorgt hatte und bis in die Endauswahl zum Tor des Monats vorgedrungen war, „positiv gestimmt für das Rückspiel“. Von Ahlen erklärte schmunzelnd, dass er „schon mit einem 1:0 zufrieden wäre“, eine defensivere Grundausrichtung sei deshalb jedoch keineswegs zu erwarten, „wir können gar nicht anders spielen“.

Seine Elf solle „diese beiden Duelle einfach genießen, im schlimmsten Fall gewinnen wir nur die Erfahrung aus zwei tollen Spielen“. Es darf gerne auch mehr sein, die Lust auf „das Wunder“ 3. Liga jedenfalls war sowohl den über 1000 mitgereisten Löwen-Anhängern als auch den Spielern deutlich anzumerken. Matthias Horner

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