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Alphörner am Urlauber-Strand

So ein bisschen kommt man sich schon wie bei Sommerspielen vor.

Hier am Gyeongpo-Strand von Gangneung, dem Olympia-Partner von Pyeongchang. Über sechs Kilometer lang ist dieser imposante Sandstreifen. Die tiefblauen Wellen des Japanischen Meers rauschen weithin hörbar und herrlich an den größten Strand Südkoreas, Pinien-Wäldchen verbreiten Adria-Flair, die Uferstraße ist gesäumt mit Restaurants, deren Aquarien gefüllt sind mit erstaunlichen, essbaren Kreaturen: Scherenbewehrte Ungetüme, Riesenmuscheln und bizarre Fische. Das architektonische Prunkstück ist ein auf einem Felsen gelegenes Fünf-Sterne-Hotel, das die Form eines Luxusdampfers hat. Ein Urlauberparadies also. Allein die aktuellen Temperaturen passen zu Winterspielen. Der Wind pfeift eisig und schneidend übers malerische Terrain, nur mit Daunenjacke und Pudelmütze ist er erträglich.

Die 230 000-Einwohnerstadt Gangneung ist ja das heimliche Zentrum dieser Spiele. Dort befinden sich das olympische Athleten-Dorf, das olympische Medien-Dorf, vier olympische Eishallen, der olympische Park, die Ausstellungsgebäude der Olympia-Sponsoren. Und dort wohnt auch ein großer Teil der Olympia-Touristen.

Diese zieht es nicht nur zu den Sportanlagen, sondern eben auch zum Gyeongpo-Strand, derzeit auch Bühne einer Freiluft-Kunstausstellung. Hier stehen Objekte aus Brettern, Reisig, Schilf und Strandgut. Leuchtend rote Fähnchen flattern an riesigen, zerbrechlich wirkenden Holzkugeln; die lebensgroßen Skulpturen von Karl Marx, Lenin und Mao bilden ein Trio, das seherisch in drei verschiedene Richtungen zu blicken scheint. Etwas makaber wirkt ein aus Latten gezimmerter Totenschädel.

Die Hauptattraktion an diesem Tag aber sind drei Fans aus der Schweiz. Martin, Räto und Not. Sie begleiten schon seit den Winterspielen in Vancouver 2010 ihr Idol, den Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna, – und das in Tracht und mit drei Alphörnern. Als „Trio Dario“ sind die Eidgenossen auch schon in den Stadien von Pyeongchang aufgetreten. Wobei sie auf nachsichtige Kontrolleure trafen. Denn eigentlich ist das Mitbringen von lärmenden Instrumenten in den olympischen Arenen verboten. „Die Koreaner lassen sich aber davon überzeugen, dass das Alphorn im Grunde ein leises Instrument ist“, berichtet Not.

Auch am Strand von Gangneung blasen die Männer aus dem Unterengadin in ihre vier Meter langen Rohre – und ziehen damit Scharen von Schaulustigen an. In rein akustischer Hinsicht muss das „Trio Dario“ allerdings Abstriche machen. „Alphörner“, sagt Not, „klingen in den Bergen viel besser als am Meer.“ Armin Gibis

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