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Persönliche Hilfe, die ankommt

Organisator Konstantin Pickert (links) übergab mit drei Freunden die Spendengelder direkt vor Ort dem Kinderhospiz "Sunflower House" in Südafrika. Die Freude bei Kindern und Krankenschwestern war riesig. Fotos privat
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Organisator Konstantin Pickert (links) übergab mit drei Freunden die Spendengelder direkt vor Ort dem Kinderhospiz "Sunflower House" in Südafrika. Die Freude bei Kindern und Krankenschwestern war riesig. Fotos privat

Mitte März war es für den Veranstalter des Benefizkonzerts "Winter Offbeat", Konstantin Pickert aus Stephanskirchen, wieder soweit. Er machte sich mit drei Freunden auf eigene Kosten auf den Weg nach Bloemfontein in Südafrika, um das durch die Konzerte gesammelte Geld persönlich zum Kinderhospiz "Sunflower House" zu bringen.

Stephanskirchen/Bloemfontein - Die Stadt Bloemfontein liegt 400 Kilometer südwestlich von Johannesburg. Aktuell leben im "Sunflower House" 19 Waisenkinder im Alter von sechs Monaten bis zehn Jahren, die unter HIV, Krebs, Tuberkulose oder Diabetes leiden oder querschnittsgelähmt sind.

Als Konstantin Pickert in Bloemfontein ankam, bot sich ihm ein schlimmes Bild: Das ehrenamtlich geführte Kinderhospiz "Sunflower House" geht momentan durch sehr schwere finanzielle Zeiten, denn seit einiger Zeit bleiben die dringend benötigenden Spenden aus. "Die Folgen dieser finanziellen Krise sind verheerend", sagt Pickert. Bereits seit drei Monaten konnten keine Gehälter mehr an das Personal des "Sunflower House" ausgezahlt werden. Dadurch herrscht eine verzweifelte Stimmung im Hospiz. Die Kinderpflegerinnen und Kinderkrankenschwestern, liebevoll "Big Mamas" genannt, wissen nicht mehr, wie sie die Rechnungen bezahlen, geschweige denn, wie sie ihre eigenen Familien versorgen sollen. Trotz dieser verzweifelten Lage möchten die "Big Mamas" die Kinder des "Sunflower Houses" nicht im Stich lassen und arbeiten ohne Bezahlung weiter. Um dennoch an etwas Geld zukommen und zum Fortbestehen des Hospizes beizutragen, wird von ihnen jede noch so kreative Idee umgesetzt. Aktuell sammelt das Kinderhospiz Altpapier, um dieses dem Heizkraftwerk für etwas Geld zu verkaufen. Zudem werden Muffins und Kekse gebacken, Schmuck gebastelt und an Wochenenden auf Märkten verkauft. Außerdem wurde ein regionaler Zeitungsartikel veröffentlicht sowie Hilfsaufrufe in lokalen Radio- und TV-Sendern gestartet, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und um Spenden zu bitten.

Als Konstantin Pickert bei seinem bereits vierten Besuch sah, in welcher Notlage sich das Kinderhospiz befindet, stand für ihn fest: Die 3500 Euro aus dem Benefizkonzert im Rosenheimer Lokschuppen vom Herbst 2013 sollen hier eingesetzt werden. "Natürlich ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein", ist sich der Stephanskirchner bewusst. So beschlossen die vier Studienfreunde, mit der Spende dem Personal unter die Arme zu greifen. Denn selbst Spielsachen sind nichts wert, wenn kein qualifiziertes Personal und die Liebe der "Big Mamas" für die Betreuung der Kinder zur Verfügung steht.

Aus diesem Grund wurden neben den Anschaffungen wie Matratzen, Besteck, Geschirr, Windeln, Mikrowelle, Drucker, Teppiche, Stühle, Kleidung und Hausschuhe für den bevorstehenden südafrikanischen Winter auch ein beachtlicher Teil des Geldes an die Leitung des "Sunflower Houses" gegeben, damit die Gehälter wieder ausbezahlt werden können. Zudem bekam jeder der 24 Angestellten vorab ein kleines Taschengeld ausgehändigt. Die Freude darüber war so groß, dass alle auf einmal losgesungen, getanzt und viel gelacht haben. "Die ganze Belastung der letzten Monate war für einen Moment wie weggeblasen und es herrschte wieder eine gute Stimmung im Hospiz. Da wurde mir wieder bewusst, wie einfach man doch manchmal Menschen glücklich machen kann", erzählt Pickert.

Ein Höhepunkt für die Kinder stellte eine Hüpfburg dar, die den ganzen Tag ausgiebig getestet wurde. Zudem gab es für die Kinder und die Mitarbeiter ein großes gemeinsames Mittagessen. "Als wir das letzte Mal vor der Abreise im Sunflower House waren, war nichts mehr von der Belastung und Anspannung der Pfleger zu spüren, sondern die Stimmung war fröhlich und zuversichtlich", so Pickert. "Die vielen Umarmungen und Dankesgrüße der Big Mamas schicke ich an all die Leute weiter, die das ,Winter Offbeat' besucht, mit privaten Spenden unterstützt sowie zum Gelingen dieses Projekts beigetragen haben."

Am 22. November feiert das Benefizfestival "Winter Offbeat" mit einem Konzert im Lokschuppen sein fünfjähriges Bestehen. re

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