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NACH BRAND ZWEI FRAUEN FESTGENOMMEN

Vor Zwangsräumung Feuer gelegt?

Per Drehleiterwurden die beiden Frauen vom Balkon ihrer Wohnung gerettet.
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Per Drehleiterwurden die beiden Frauen vom Balkon ihrer Wohnung gerettet.

Unmittelbar vor einer angekündigten Zwangsräumung brannte es gestern in einer Wohnung im Rosenheimer Stadtteil Happing. Die beiden Bewohnerinnen wurden von der Feuerwehr mittels Drehleiter vom Balkon geholt. Die Polizei nahm die Mutter (75) und ihre Tochter (52) noch vor dem Haus fest: Die Kripo geht von Brandstiftung aus. 2013 gab es schon einmal Ärger mit den beiden. Damals hatte die Tochter versucht, eine Zwangsräumung mit einem Fax an Horst Seehofer zu verhindern – und landete kurzfristig in der Psychiatrie.

Rosenheim – Gestern um 9.30 Uhr heulten in Rosenheim die Martinshörner und Sirenen auf. Aus dem gesamten Stadtgebiet eilten Einsatzkräfte und Helfer in die Kaltwiesstraße im Stadtteil Happing. Nachbarn hatten eine Explosion in einer Doppelhaushälfte gemeldet. Nach einer Verpuffung war eine Wohnung im Dachgeschoss des Hauses in Brand geraten. Die Feuerwehr rettete die beiden Bewohnerinnen – eine 75-jährige Frau und ihre 52 Jahre alte Tochter – mittels einer Drehleiter vom Balkon und machte sich an die Brandbekämpfung.

Noch während der Löscharbeiten begannen die Ermittler der Rosenheimer Kripo mit ihrer Arbeit und nahmen schließlich noch am Einsatzort die beiden Frauen fest. Der Vorwurf lautet auf Brandstiftung.

Hintergrund dürfte eine bevorstehende Zwangsräumung gewesen sein. Die beiden Frauen hätten die Wohnung gestern auf Antrag des Eigentümers unter amtlicher Aufsicht verlassen müssen. Die Höhe des Sachschadens konnte die Polizei gestern noch nicht beziffern. Er dürfte laut einem Pressesprecher aber erheblich sein.

Die beiden Frauen waren bereits im Juli 2013 im Zusammenhang mit einer Zwangsräumung aufgefallen. Damals hatten sie ein angemietetes Haus in Oberaudorf verlassen müssen. Die Tochter kündigte in einem Fax an den bayerischen Ministerpräsidenten an: „Am 29.07.2013 (Anmerkung: Der Termin der Räumung.) wird ein Unglück passieren. Meine Mutter und ich werden diesen Tag nicht überleben.“

Das Landratsamt beauftragte daraufhin einen Facharzt mit einem psychiatrischen Gutachten. Doch niemand öffnete ihm die Tür. Der Arzt befürchtete aufgrund der Ankündigung einen erweiterten Suizid, wo raufhin die Tochter in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Eine Ärztin kam damals allerdings nach einer Untersuchung zu dem Urteil, dass keine akute Gefahr für eine Selbstgefährdung vorliege. Die Frau konnte die Psychiatrie wieder verlassen.

Damit war die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende. Die Tochter schaltete einen Anwalt ein. Dr. Gerhard Strate, der auch Gustl Mollath vertreten hat, warf den Behörden vor, seine Mandantin vorschnell in die Psychiatrie eingewiesen zu haben – was das Landratsamt aber energisch zurückwies.

Gestern wurden Mutter und Tochter zunächst in eine psychiatrische Fachklinik gebracht. Ob sie dort bleiben oder vielleicht in Untersuchungshaft müssen, hängt vom Ergebnis der ärztlichen Untersuchungen ab.

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