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„Die Not ist in den umkämpften Gebieten sehr groß“

Zwei Helfer in der Ukraine erschossen: Rumänienhilfe macht trotzdem weiter mit Hilfstransporten

Die Menschen stehen Schlange, wenn die Rumänienhilfe mit ihren Hilfsgütern kommt.
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Die Menschen stehen Schlange, wenn die Rumänienhilfe mit ihren Hilfsgütern kommt.
  • VonAnja Leitner
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  • Anton Hötzelsperger
    Anton Hötzelsperger
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Die Hilfstransporte in die Ukraine sind lebensgefährlich. Organisator Hans Alt aus Reichertsheim Inzell-Au-Ramsau berichtet, wie es vor Ort zugeht.

Reichertsheim/Chiemgau/Pietra Neamt – Der Freundeskreis Rumänienhilfe Inzell-Au-Ramsau hat alle Hände voll zu tun. Seit mehr als 30 Jahren unterstützt sie Hilfsbedürftige in Rumänien und nun nutzt sie ihre bewährten Verbindungen darüber hinaus, um Menschen in der Ukraine Hilfe zu bringen.

„Die Not ist in den umkämpften Gebieten sehr groß und leider ist es nicht so einfach, dorthin zu kommen“, macht Organisator Hans Alt deutlich.

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Die Transporte dorthin seien sehr gefährlich und „nur so drauflos fahren“ sei nicht möglich. Über Verbindungsleute bekäme der Helferkreis von der Ukrainischen Armee Begleitschutz, der sich laut der Helfer vor Ort schon mehrfach bewährt hätte. Wie gefährlich die Reisen sind, beweist eine Fahrt des Helferkreises, die in der Gegend um Odessa unterwegs war. Der Transporter geriet unter russischen Beschuss, zwei der jungen Helfer aus Rumänien seien dabei erschossen worden, erklärt Alt auf Anfrage der Wasserburger Zeitung.

Großer Flüchtlingsstrom aus der Ukraine

Hans Alt beschreibt weiter: „Durch die Kriegshandlungen wurde vor allem die Infrastruktur zur Versorgung der Zivilbevölkerung zerstört. Wir konnten das ja in den Medien zur Genüge sehen. Zu Beginn der russischen Angriffe setzte bekanntlich eine große Flüchtlingswelle ein. Rumänien hat im Norden eine rund 600 Kilometer lange Grenze zur Ukraine. Dort gab es einen großen Flüchtlingsstrom zu bewältigen. Unsere Freunde in Rumänien und Pastoren aus den Pfingstgemeinden mit ihren Helfern hatten alle Hände voll zu tun bei der Versorgung dieser Flüchtlinge. Es waren ja überwiegend Frauen mit Kindern und ältere Menschen, die jedoch irgendwie weiter zu Bekannten in den Westen wollten.

Doch zuerst einmal mussten sie mit Unterkunft und Lebensnotwendigem versorgt werden, bis ihre Weiterreise organisiert werden konnte. In Rumänien haben sich Gruppen gebildet, die diesen Menschen halfen, weiter in den Westen zu kommen“, so der Organisator.

Viele ukrainische Familien sind auf die Hilfsgüter angewiesen.

Die Helfer hätten schnell reagiert und Versorgungsfahrten über die Grenze in die kritischen Gebiete um Isamil, Odessa, Nicolaev, Harkov und andere Gegenden organisiert. Meist habe der Helferkreis gute Verbindungen über Bekannte und Verwandte, die sie jetzt nutzen konnten. Damit die Waren an die Bedürftigen verteilt werden könnten, brauche es zuverlässige Leute. „Diese Versorgungsfahrten waren überhaupt nur möglich, weil die Bürger gespendet haben. Damit konnte die benötigte Ware besorgt werden. Doch die Not ist nach wie vor groß, und die Spendengelder aus der ersten Welle der Hilfsbereitschaft sind bald aufgebraucht“, verdeutlicht Alt. Benötigt werden – abgesehen von Geldspenden – wieder Lebensmittel und Medikamente. Je mehr Sachspenden reinkommen würden, desto schneller sei der Lastwagen wieder beladen und könne sich auf den Weg in die Ukraine machen. Die Transporte gehen regelmäßig alle vier bis sechs Wochen – so oft, wie „eben was reinkommt“, erklärt der Organisator.

Auch andere Beteiligte berichten, wie die Lage in der Ukraine aussieht. Pater Beni, ein Pastor aus Navodari, meldet, dass sie nur noch 1.000 Euro zur Verfügung haben. Damit könnte der Helferkreis nicht mehr viel für die Leute in der Ukraine und auch für die Flüchtlinge tun tun, erklärt der Pastor in einem Schreiben an Alt. Den Pastoren Liviu aus Piatra Neamt und Simion aus Sighetul Marmatiei gehe es ähnlich. Die Gruppe unter Pastor Simion berichtet von ihren Fahrten bis nach Lemberg in der Ukraine. Dort würden am Bahnhof täglich 1.000 Portionen Essen für die Geflüchteten zubereitet. Eine große Herausforderung für die Helfer.

Trotzdem ließen sich die Ehrenamtlichen nicht abhalten: „Auch wenn die Fahrten sehr unsicher und manchmal nur mit einer Eskorte der Ukrainischen Armee zu machen sind, so wollen die Unterstützer weitermachen“, verdeutlicht Alt. Mehr Informationen unter info@rumaenienhilfe-ramsau.de oder unter der Telefonnummer 0 80 72/31 93.

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