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125- und 150-jähriges Bestehen

Zwei Haager Traditionsvereine feiern Jubiläum

Schon in der Gründungszeit verwendete der Kranken-Unterstützungsvereins den Haager Schimmel im Vereinsstempel.
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Schon in der Gründungszeit verwendete der Kranken-Unterstützungsvereins den Haager Schimmel im Vereinsstempel.
  • VonLudwig Meindl
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Die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) feiert heuer 150-Jähriges, der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) 125-jähriges Bestehen. Die Vereine planen einen Festsonntag und sind auf der Suche nach historischen Bildern.

Haag – Zwei Traditionsvereine von Haag möchten heuer ihr Jubiläum begehen. Die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) will das 150-jährige, der Arbeiter-Kranken-Unterstützungs-Verein (AKUV) das 125-jährige Bestehen feiern. Beide streben einen gemeinsamen Festsonntag im Herbst an. Denn die Vereine haben eine enge Verbindung – im Guten wie im Schlechten.

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Zu einer Vorbesprechung trafen sich die Mitglieder des AKUV unter Vorsitzendem Josef Hederer. Hinzu kam KSK-Chef Siegfried Bichlmeier. Die jeweils einstimmig gefassten Beschlüsse des AKUV beinhalten die Durchführung der Feierlichkeiten und die Kombination mit Herbstfest und KSK-Jubiläum. Gespräche mit dem Haager-Herbstfest-Organisator Bernd Furch sollen demnächst geführt werden.

Erste Aufzeichnungen sind verschollen

Die praktische Durchführung erfolgt in folgender Aufteilung: Die KSK wird sich organisatorisch um den ersten Teil am Vormittag kümmern, der AKUV um den zweiten Teil am Nachmittag. Dabei setzt die Krieger- und Soldatenkameradschaft auf Tradition mit Gottesdienst und Kirchenzug. Der Kranken-Unterstützungs-Verein erwartet zu Mittag die Mitglieder und Gäste im Festzelt, gestaltet ein Nachmittagsprogramm mit Musik und Ehrungen und will zum Abschluss auch die Jugend zu Wort kommen lassen. Erste Vorschläge nannten den Auftritt einer Garde und einer Haager Band.

Ebenfalls einstimmig beschloss der Kranken-Unterstützungs-Verein, dass eine Chronik erstellt wird. Damit wurde Schriftführer Ludwig Meindl betraut. Die ersten chronologischen Aufzeichnungen, die Andreas Lehner, der einstige Herausgeber des „Haager Boten“, verfasste, sind verschollen. Dürftig für KSK wie AKUV ist das historische Bildmaterial. Die Bevölkerung wird gebeten, alte Fotografien zur Verfügung zu stellen (Siehe Kasten).

Siegfried Bichlmaier, Vorsitzender der KSK.

AKUV und KSK werden nicht nur dieses gemeinsame Festjahr feiern. Sie haben noch mehr gemeinsam: den Kampf um das Überleben. Wären nicht beherzte Mitglieder engagiert eingeschritten, hätten beide Vereine schon vor Jahren vor der Auflösung gestanden.

1991 zählten die Haager „Veteranen“ noch 73 Mitglieder, zur Versammlung kam aber nur ein gutes Dutzend. Das genügte den damaligen Organisatoren nicht mehr. So entschlossen sie sich kurzerhand zur Auflösung des 1871 gegründeten Traditionsverein und zahlten das verbliebene Vereinsvermögen an die Mitglieder aus.

Darauf machte Ludwig Meindl den damaligen Bürgermeister Hermann Dumbs aufmerksam. Gemeinsam luden sie alle zu einem Treffen ein, die den KSK-Verein vor der endgültigen Auflösung bewahren und zu neuem Leben führen wollten. Das gelang, die Wiederbegründung wurde von der Versammlung im Gasthaus Silbernagel vollzogen. Im Jubiläumsjahr zählte der Verein wieder 120 Mitglieder. Hauptaufgabe bildet die Erinnerung an die Kriegszeiten und die Pflege des Kriegerdenkmals am Marktplatz.

Josef Hederer, Vorsitzender des AKUV.

Einen schweren Kampf musste auch Vorsitzender Josef Hederer durchführen, um den AKUV zu retten. Laut Gutachten kritisierte die Regierung, die über den „kleinen Versicherungsverein“ AKUV die Aufsicht hatte, die Sterbekasse, die bereits im Jahre 1900 eingeführt worden war und nicht mehr in die moderne Versicherungslandschaft passte. Damals wie später und auch heute helfen sich die Mitglieder damit, dass im Sterbefall eines Angehörigen zur finanziellen Unterstützung der Bestattungskosten gesammelt wird. Daneben zahlt der AKUV seit 1897 seinen kranken Mitgliedern ein Tagegeld.

Beide historischen Vereine hoffen nun, dass die Durchführung des gemeinsamen Jubiläumstages im Herbst nichts mehr im Wege steht, dass die Bevölkerung Anteil nimmt und eventuell auch junge Menschen Mitglieder werden.

„Wir brauchen Nachwuchs, wir sind die vergangenen zwei Jahre weniger geworden“, so Siegfried Bichlmeier. Über eine Motivation neuer Mitglieder dachte Josef Hederer ebenfalls schon nach und überlegte eine Aufstockung des Tagegeldes.

Historische Fotos gesucht

Die Bevölkerung wird gebeten, alte Fotografien zur Verfügung zu stellen und sich dazu bei den Vorsitzenden Josef Hederer (08072/ 2997) und Siegfried Bichlmeier (08072/4848200) zu melden.

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