AUS DEM GEMEINDERAT

Zu hoch? Grundsatzdiskussion um Bauvorgaben in Griesstätt

Nachverdichtung ist gewollt, aber gar nicht so einfach umzusetzen: Dies zeigte mal wieder ein Beispiel aus Griesstätt.

Griesstätt– Eine Grundsatzdiskussion entwickelte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung bezüglich eines Antrages auf Vorbescheid im Baugebiet „Griesstätt Nord“. 25 Zentimeter höher als die im Bebauungsplan vorgesehene Höchstgrenze von 6,70 Metern sollte die geplante Aufstockung des Wohngebäudes ausmachen, um eine zweite Wohnung in das Gebäude einbauen zu können. Zugleich sollte damit Höhengleichheit mit dem Nachbargrundstück erreicht werden.

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Wegen dieser nicht vorgesehenen Überschreitung der Maße konnte aber ein Genehmigungsfreistellungsverfahren nicht erfolgen. Ein zustimmendes gemeindliches Einvernehmen, auch bezüglich der Befreiung von den Festsetzungen des geltenden Bebauungsplanes, konnte allerdings in der Sitzung nicht hergestellt werden, der Antrag wurde abgelehnt.

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Erst vor zwei Jahren habe man sich im Gemeinderat mit den Feinheiten des Bebauungsplanes „Griesstätt Nord“ auseinandergesetzt und schon gehe es mit den Befreiungsanträgen los, stellte Bürgermeister Robert Aßmus (parteifrei) zu Beginn der Aussprache fest. Dabei wurde einerseits von Martin Hofmeister (Grüne) Verständnis für den Wunsch nach mehr Wohnraum und Nachverdichtung gezeigt. Andererseits wurde auf Einhaltung der Vorgaben gepocht. Die einmal getroffenen Festlegungen auch zu beachten, lag zum Beispiel Helmut Schuster (BfG) vor allem am Herzen. Stefan Pauker (BfG) wollte gewachsene Strukturen nicht durcheinanderbringen. Er könnte sich aber vorstellen in künftigen Bebauungsplänen Verdichtung und somit auch Erhöhungen mit einzuplanen. Benachteiligung der Nachbarn vor Ort wegen vermehrter Beschattung wollte Jürgen Gartner (GfuG) vermieden sehen. Er sah aber in Nachverdichtungen grundsätzlich eine Chance für die Zukunft.

Letztlich entschlossen sich die Gemeinderäte aber, lieber keinen Präzedenzfall zu schaffen. Der Antrag auf Vorbescheid wurde mit acht zu drei Stimmen abgelehnt.

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