Zone 30 ist in Langwied „nur Augenwischerei“

Wer in Langwied schneller als die geforderten 30 km/h fährt, hat momentan kein Bußgeld zu befürchten. Das soll sich ändern, finden Anwohner und Gemeinderat.
+
Wer in Langwied schneller als die geforderten 30 km/h fährt, hat momentan kein Bußgeld zu befürchten. Das soll sich ändern, finden Anwohner und Gemeinderat.

Eiselfing – Ausgiebig beriet der Eiselfinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Thema „Verkehrssituation im Weiler Langwied“.

Dort hat die Gemeinde eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h angeordnet, die nach Meinung der Anwohner wenig Beachtung findet – egal, ob die Fahrer aus Berg oder aus Weikertsham kommen.

Die Gemeinde hat daraufhin an dieser Stelle mit der eigenen Messanlage die Geschwindigkeit kontrolliert. „Die Auswertung ergab eine durchschnittliche Durchfahrtgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Manche fahren die geforderten 30, manche auch 80“, informierte Amtsleiter Oskar Pircher. Bußgeldbescheide wurden nicht ausgestellt. „Weil wir als Gemeinde keine Handhabe dafür haben“, erklärte Pircher zum Erstaunen mancher Mitglieder im Gemeinderat.

Georg Lichtmannegger (UWE) schlug deshalb vor, dies durch die Kommunale Verkehrsüberwachung erledigen zu lassen. Auch dem Ansinnen musste der Amtsleiter eine Absage erteilen. „Der Gemeinderat der letzten Wahlperiode hat eine Zweckverbandsmitgliedschaft mehrheitlich abgelehnt“ (wir berichteten). Bauamtsleiter Laurentius Fischer pflichtete seinem Chef bei. „Rechtliche Konsequenz hätte eine Tempoüberschreitung sowieso nur mit einem gelben Ortsschild. Jetzt sind die geforderten 30 km/h eigentlich Augenwischerei“.

Pircher bestätigte die Zuständigkeit der Gemeinde vor Ort. „Die Beurteilung dazu jedoch wird entsprechend diverser Gegebenheiten von der übergeordneten Behörde im Landratsamt und der Polizei geprüft und entschieden“, ergänzte Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne), „Die Polizei schaut da immer, ob es einen Unfallschwerpunkt gibt.“

„Was hat die Gemeinde überhaupt für Möglichkeiten?“, fragte Sebastian Pauker (CSU). Der Bauamtsleiter erläuterte: „Das gelbe Ortsschild würde einen rechtlichen Zustand schaffen. Das grüne Weilerschild nicht!“

Gemeinde setzt auf„Freiwillig 30“

Zunächst wird nun der Bürgermeister mit einem Ansprechpartner in Langwied ein Gespräch führen. Außerdem will er mit Polizei und übergeordneten Behörden klären, ob die Aufstellung eines gelben Ortsschildes möglich ist. Pauker schlug vor, zusätzlich zum gelben Ortsschild, „mit dem dann zumindest 50 km/h bindend wären“, noch einen Hinweis mit „Freiwillig 30“ anzubringen. Diesem Ablauf stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Kommentare