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Ziel: ein ausreichendes Parkplatzangebot in Amerang

  • vonChrista Auer
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Der Bedarf an Stellflächen in der Gemeinde Amerang steigt. In den vergangenen zehn Jahren nahm der Fahrzeug-Bestand kontinuierlich zu. 2010 waren 2185 Fahrzeuge in der Gemeinde zugelassen. 2019 waren es insgesamt 3726. Bei 3659 Einwohner schon eine beachtliche Zahl. Reichen dafür die Parkplätze aus?

Amerang – Seit Längerem beschäftigt sich der Gemeinderat mit den Möglichkeiten, auf die Herstellung einer ausreichenden Anzahl von Stellplätzen für Kraftfahrzeuge im Rahmen von privaten Bauvorhaben einzuwirken. Bei neuen Bebauungsplänen wird die erforderliche Stellplatzzahl – orientiert an der Wohnfläche – seit etwa 20 Jahren konkret festgesetzt.

Bis zu einer Wohnfläche von 50 Quadratmetern wird der landesrechtliche Bedarf von einheitlich einem Stellplatz je Wohneinheit als ausreichend angesehen. Für Wohnungen mit einer Fläche von mehr als 50 und bis zu 100 Quadratmetern sind zwei Stellplätze nachzuweisen. Soweit auf den öffentlichen Verkehrsflächen im Bebauungsplangebiet keine ausreichenden Stellflächen zur Verfügung stehen, wird für Wohnungen mit mehr als 100 Quadratmetern Wohnfläche ein Bedarf von drei Stellplätzen festgelegt. Soweit öffentliche Stellflächen zur Verfügung stehen, werden auch für diese Wohneinheiten zwei Stellplätze gefordert.

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Schwieriger wird es dagegen bei nachträglichen Erweiterungen an bestehenden Gebäuden. Hier brauchte es eine Lösung, wenn die geforderten Stellplätze nicht auf dem Grundstück erstellt werden können. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, dass das in der neuen Stellplatzsatzung geregelt werden soll.

In dem Fall soll die ersatzweise Herstellung der notwendigen Stellplätze auf einem geeigneten Grundstück in der Nähe des Baugrundstücks möglich sein, vorausgesetzt, die Nutzung ist verbindlich rechtlich gesichert. Alternativ soll es möglich sein, den fehlenden Stellplatz mit einem Ablösevertrag mit der Gemeinde und einem Geldbetrag von 10 000 Euro abzugelten. In diesem Fall übernimmt der Bauherr die Kosten für die Herstellung der notwendigen Stellplätze und kann dafür einen öffentlichen Stellplatz nutzen.

Die Einnahmen für die Ablösung notwendiger Stellplätze sollen beispielsweise für die Herstellung zusätzlicher oder die Instandhaltung, die Instandsetzung oder die Modernisierung bestehender Parkeinrichtungen einschließlich der Ausstattung mit Elektroladestationen verwendet werden.

Warnung: Straßen in den Siedlungen werden zugeparkt

Als naheliegend sah der Gemeinderat mit fünf Gegenstimmen eine Entfernung von 200 Metern an. Simon Strell (CSU) brachte die Sicht der Skeptiker auf den Punkt. Sie sind der Überzeugung, dass die Stellflächen in einiger Entfernung aus Gründen der Bequemlichkeit eher nicht genutzt würden. Stattdessen würden die Straßen zugeparkt. Beispiele dafür gebe es in Amerang genügend.

Schon seit Längerem ist die Gemeinde bestrebt, das Angebot an öffentlichen Stellflächen zu verbessern und auch deren Nutzung zu optimieren. In den vergangenen Jahren wurden im Ortskern von Amerang sowie im Rahmen der Dorferneuerung in Evenhausen bereits öffentliche Stellflächen mit erheblichem finanziellem Aufwand geschaffen, so die Verwaltung.

Ein Parkierungskonzept soll nun unter Begleitung eines Verkehrsplanungsbüros entwickelt werden, beschloss der Gemeinderat.

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