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Debatte in der Bürgerversammlung

Zerstrittene Lager in Ramerberg sind sich in einem Punkt einig: „So geht es nicht weiter“

Bürgermeister Manfred Reithmeier.
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Bürgermeister Manfred Reithmeier.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Zwischenrufe, persönliche Angriffe, auch unter der Gürtellinie, Buh-Rufe, Gesten der Verärgerung: Die Ausssprache mit den Einwohnern zeigte in der Bürgerversammlung deutlich auf, wie unversöhnlich sich die Lager gegenüber stehen.

Ramerberg – „So wie es derzeit läuft, ist es nicht tolerierbar“, nahm Bürgermeister Manfred Reithmeier Stellung zu den Streitigkeiten im Dorf. „Null Respekt“ hätten viele Bürger. Es müsse endlich aufgehört werden mit „der Aufhetzerei und dem Nachtreten“, appellierte er. Reithmeier selbst wurde in der Bürgerversammlung vorgeworfen, mit der knappen Mehrheit der Bürgermeisterpartei UWR den Standort Zellerreit für den Fußballplatz nicht aus sachlichen Gründen gekippt zu haben, sondern nur, um ein persönlich gegebenes Wahlversprechen einzulösen.

Bürgermeister stellt sich gegen Pläne für Gemeindehaus

Die Vergangenheitsbewältigung ist noch lange nicht abgeschlossen. Hätte er ein Gemeindehaus gebaut, wenn er von den notwendigen Millioneninvestitionen in die Wasserversorgung gewusst hätte, fragte beispielsweise Andreas Lederwascher den Bürgermeister. Reithmeier betonte, die Sanierungsprobleme bei der Wasserversorgung seien seit 2016 bekannt. Das Gemeindehaus komme ihm zu groß vor, genutzt werde es vor allem von den Vereinen. „Ich brauch‘ es nicht.“ Sein Vorgänger im Amt, Georg Gäch, wurde persönlich aufgefordert, Stellung zu nehmen, zu angeblichen Fehlern seiner Amtszeit. Gäch verzichtete.

Ein neuer Streit im Dorf war ebenfalls Thema: ein Schreiben, unterzeichnet von den Vorsitzenden von vier Vereinen, das an die Haushalte verteilt worden und auch Thema einer Berichterstattung in der Wasserburger Zeitung war: In der Stellungnahme üben die Vereinsvorsitzenden Kritik an der Einschätzung Reithmeiers im 500-Tage-Interview der Wasserburger Zeitung, Ramerberg befinde sich auf einem guten Weg.

Schützengesellschaft distanziert sich von Schreiben

Regina Maier, Jugendleiterin der Schützengesellschaft Zellerreith, distanzierte sich vom Schreiben. Der Inhalt sei allein die persönliche Meinung des Vorsitzenden, nicht die des Vereins. Scharf in der Kritik stand zum Ende der Diskussion auch die Wasserburger Zeitung. Leitende Redakteurin Heike Duczek wies Vorwürfe, die Redaktion habe durch ihre Berichterstattung Öl ins Feuer gegossen, mit dem Hinweis auf die Aufgabe der Medien zurück, Streitigkeiten und Spannungen in einer Gemeinde darzustellen.

Lesen Sie dazu einen Kommentar: Sündenbock Wasserburger Zeitung? Ramerbergs verlorene Unschuld

Die Debatte zeigte auf, wie schwer sich Gemeinderat und Bürgerschaft tun, einen Weg aus der Misere zu finden. SVR-Vorsitzender Andreas Baumgartner wiederholte den Vorwurf, den Standort Zellerreit zu kippen, sei eine rein politische Entscheidung gewesen, behördlicherseits habe der Verlegung nichts im Wege gestanden. Der Bürgermeister betonte, es stehe außer Frage, dass der SVR einen neuen Fußballplatz benötige, aber die Standortfindung sei das Problem. Eine Anliegerin am jetzigen Platz forderte, die Gemeinderatsmehrheit müsse Alternativen aufzeigen, die gleichwertig zum SVR-Wunschstandort Zellerreit seien.

Diskussion um die Sicherheit am jetzigen Sportplatz

Der zweite Jugendleiter des Sportvereins, Hans-Peter Kleiner, wies in einem emotionalen Beitrag darauf hin, der jetzige Fußballplatz in Ramerberg sei aufgrund der daneben liegenden, viel befahrenen Straße, fehlender Parkplätze und der weit entfernt liegenden Umkleiden ein großes Sicherheitsproblem für Kinder. Er sprach von einer „Todesfalle“.

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Junge Bürgerin bemüht um Befriedung

Ein Vorschlag kam von Andrea Fischer, einer toughen jungen Frau, die sich sehr um eine Befriedigung bemühte. Sie trat mutig ans Mikrofon und schlug vor, am Spielfeldrand Netze aufzustellen, damit die Bälle nicht mehr auf die Straße springen. Außerdem stehe für sie zu sehr der Fußball als Sportmöglichkeit für die Jugend im Fokus. Der Bürgermeister erklärte, es hätte auch Möglichkeiten gegeben, die Straße bei Spielen zu sperren. Der Verein trage trotz seiner berechtigten Kritik an der gefährlichen Lage des Platzes die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder. Kleiner warnte, der Sportverein drohe zu sterben, wenn es keine zukunftsträchtige, sichere Lösung für die Sportanlage geben werde. Auch das gemeindliche Leben würde unter einer Vereinsauflösung aufgrund nicht gelöster Probleme leiden, zeigte er sich überzeugt.

Streitgespräche und Vorwürfe

Mehrfach entwickelten sich Streitgespräche zwischen Kontrahenten, in denen es um die Frage ging, ob in Gesprächen zwischen Vertretern der Gemeindespitze sowie der UWR und dem Sportverein gelogen wurde. Es ging um Zeitfristen, nicht wahrgenommene Gesprächsangebote, gegenseitige Beschuldigungen auch in Flyern und Briefen sowie auf Plakaten.

Ein junger Mann stellte zur Diskussion, ob vielleicht ein Bürgerentscheid einen Schlussstrich unter die Debatten ziehen könne. Deutlich wurde auch, dass der Streit an der gemeindlichen Ehre kratzt. „Ich möchte wieder stolz darauf sein, Ramerbergerin zu sein“, betonte Theresa Fuchs.

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