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Brutal die Füße abgeschlagen

Entsetzen über Zerstörungswut: Die gestohlene Skulptur von Martina Kreitmeier taucht im Bach wieder auf

Weibliche und männliche Akte sind häufig das Motiv der überlebensgroßen Holzskulpturen von Bildhauerin Martina Kreitmeier.
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Weibliche und männliche Akte sind häufig das Motiv der überlebensgroßen Holzskulpturen von Bildhauerin Martina Kreitmeier.
  • VonTimo Aichele
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Seit 2015 stand eine nackte Schönheit an der Erdinger Straße nahe des Lengdorfer Sportplatzes, vor Kurzem wurde die Holzskulptur gestohlen und 400 Meter entfernt in einem Bach entdeckt. Die Künstlerin Martina Kreitmeier ist entsetzt, weil die Täter ihrer Figur brutal die Füße abgeschlagen haben.

Isen/Lengdorf – Zwei aufmerksame Kinder haben den Fund gemacht, berichtete die Dorfener Polizei. Die Inspektion ermittelte nach eigenen Angaben.

Martina Kreitmeier hatte das Werk mit dem Namen Perspektivwexxxel 2015 beim Isener Holzbildhauersymposium geschaffen. Ein Interview mit der 51-jährigen Künstlerin aus Altfraunhofen (Kreis Landshut).

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Frau Kreitmeier, was haben Sie gedacht, als Sie von dem Diebstahl gehört haben?

Martina Kreitmeier: Mich hat das total getroffen. Als ich die abgeschnittenen Füße gesehen habe, war mir klar: Da wollte jemand nicht stehlen, sondern zerstören. Wer sich das selbst in den Garten stellen will, hätte ja sauber den Sockel absägen können und nicht so brutal die Füße. Und Leute, die so etwas aus einem Jux heraus machen, würden die Skulptur eher anschmieren. Die Figur ist ja sauschwer, über zwei Meter hoch, 80 bis 100 Kilo massive Eiche.

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Welche Motive stecken hinter einer solchen Tat?

Martina Kreitmeier: Da kann ich nur spekulieren. Ich glaube aber, dass so ein bigotter Gedanke dahinter steckt. Da hat der Täter eventuell gedacht, dass solche Nacktheit im öffentlichen Raum einfach nicht sein darf. Wenn ich mit diesem Verdacht Recht habe, steckt eine richtige Taliban-Mentalität dahinter. Da geht mir jede Toleranz ab. Mir wäre es lieber, wenn man mich anruft, um mit mir zu diskutieren.

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Was wird jetzt mit der zerstörten Skulptur geschehen?

Martina Kreitmeier: Die Gemeinde hat schon bei mir angefragt, ob ich sie reparieren kann. Aber ich habe die Figur noch nicht gesehen. Ein Arm ist abgebrochen, wahrscheinlich weil die Skulptur beim Absägen umgefallen ist, und fehlt anscheinend noch. Die Skulptur heißt ja Perspektivwexxxel. Eine Frau dreht sich um, und die Bewegung geht dynamisch durch den ganzen Körper durch. Das wäre schon sehr schwierig und sehr zeitaufwendig, das zu rekonstruieren. Am Ende hätte ich aber auch Angst vor neuen Zerstörungen, wenn sie wieder aufgestellt wird.

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