Zeitungsserie: Als das Parkhaus in der Wasserburger Kellerstraße noch neu war, tauchten erste Mängel auf

Vom obersten Deck des Parkhauses in der Kellerstraße hat man einen tollen Blick auf die Wasserburger Altstadt.
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Vom obersten Deck des Parkhauses in der Kellerstraße hat man einen tollen Blick auf die Wasserburger Altstadt.

Das neue Parkhaus an der Kellerstraße weist bereits Mängel auf – ein Kiosk gehört aber nicht zu den vorzunehmenden Verbesserungen. Als neues Bauvorhaben und „Forderung der Zukunft“ berät die Stadt Wasserburger über ein betreutes Wohnen im Burgerfeld. Dies und mehr stand vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung.

Von Laura Hofner

Wasserburg – Mit ersten Mängeln des neuen Parkhauses in der Kellerstraße muss sich das Bauamt laut eines Berichtes in der Wasserburger Zeitung vor 25 Jahren auseinandersetzen: Das aus gestalterischen Gründen freiliegende Treppenhaus mit seinen Metallstufen erweist sich bei Nässe und Schnee als extrem rutschig. Außerdem steht im Keller das Wasser. „Da muss wohl doch ein Dach drüber“, so Stadtbaumeister Förtsch-Menzel, der bereits vorher Bedenken hatte. Unliebsame Erfahrungen machten auch die Besitzer tiefgelegter Autos: Die Kanten der Auffahrtsrampen im Parkhaus erweisen sich für sie als zu steil, wie unangenehme Schleifgeräusche anzeigen. Gleichzeitig wird im Bauausschuss bekannt gegeben, dass es nun definitiv keinen Kiosk vor dem Parkhaus geben wird. Der Grund: Bei der intensiveren Beschäftigung nach einem entsprechenden Bauantrag der Stadt fand die Stadtverwaltung im Kaufvertrag für das Grundstück die Klausel, dass dort keine Verkaufsstätte eingerichtet werden darf. Gedacht hatte man an einen Kiosk für Innschifffahrt, Tourismus und Imbiss.

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Eine angemessene Wohnform für Senioren – das werde eine der großen Forderungen für die Zukunft sein, so Bürgermeister Dr. Geiger. Die Stadt hat jetzt wieder ein Stückchen weiter überlegt, wie man dieses Problem lösen könnte. Im sogenannten Stadler-Garten, direkt neben dem Caritas-Altenheim im Burgerfeld, könnte eine Anlage für „betreutes Wohnen“ entstehen. Rund 5000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, das zur Verfügung stehen würde. Die Nähe zum Wohn- und Pflegeheim der Caritas könnte bedeuten, dass die Senioren auf Wunsch ihr Essen dort einnehmen könnten, eventuell auch bei Wäsche oder ärztlicher Betreuung unterstützt würden. So wäre es für den Leiter des Seniorenheimes, Sebastian Kaiser, auch eine „geradezu ideale Ergänzung unseres Angebotes“, und Dr. Geiger ist überzeugt, dass eine Wohnanlage mit rüstigen Senioren in der Nachbarschaft des Altenheimes auch dort eine atmosphärische Verbesserung bringen könnte – etwa durch Besuche und Kontakte, die von der einen in die andere Wohnform weitergeführt werden.

Weitere Meldungen in der Woche vom 23. bis 29. November 1995:

Bonn – Der Bundesrat hat den Kohlepfennig zur Stützung des Steinkohlebergbaus endgültig abgeschafft. Damit sollen 1996 die Strompreise für die westdeutschen Privatkunden im Schnitt um den bisherigen Kohlepfennig von 8,5 Prozent sinken. Der Streit über das Tempo des Abbaus der ab 1996 aus dem Bundeshaushalt gezahlten Kohlesubvention geht dennoch weiter.

Mailand – In der norditalienischen Millionenstadt Mailand wird der Müllnotstand immer dramatischer. Behördenvertreter trafen zu einer Krisensitzung zusammen, nachdem die in den Straßen, auf Plätzen und provisorischen Deponien gelagerten Abfälle auf mittlerweile über 20 000 Tonnen geschätzt werden. Grund für den Notstand ist die Blockade der bisher größten Mülldeponie Cerro Maggiore. Anwohner wollen damit die schon vor Jahren aus Umweltgründen angeordnete Schließung durchsetzen.

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Porto Alegre – Mit einer Überraschung hat der Besuch von Bundespräsident Roman Herzog in der südbrasilianischen Stadt Porto Alegre begonnen: Schräg und schmissig, aber unverkennbar intonierte die prächtige Kapelle der Polizeiakademie „Auferstanden aus den Ruinen“ – die Hymne der DDR. Herzog nahm es gelassen und lauschte mit ungerührter Miene.

München – Fast die Hälfte der Deutschen glaubt laut einer aktuellen Umfrage an einen persönlichen Schutzengel. 55 Prozent der Befragten sehen Engel als ein religiöses Symbol an. Jeder Zehnte erklärte, er habe sogar schon einmal einen Engel gesehen.

Kopenhagen – Jena Haatrup, Radrennfahrer und Polizeibeamter, soll mit seinen strammen Beinmuskeln die Gesetzestreue des dänischen Durchschnitts-Radfahrers erhöhen. Der Polizei-Landesmeister verfolgt künftig dienstlich Verkehrssünder auf seinem Rennrad. Dabei soll er die typischen Regelverletzungen von Radfahrern wie Ampelüberquerung bei Rot, Radeln auf dem Bürgersteig, Nutzung von Radwegen in der falschen Richtung und Fahren ohne Licht ahnden.

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