Zeitdruck spricht für Variante 1 bei der Umstellung auf erneuerbare Energie in Albaching

Um Fördergelder für eine neue Hackschnitzelanlage zu erhalten, muss die Gemeinde Albaching heuer noch Pläne einreichen. 4 Varianten stehen zur Wahl. Welche wird‘s?

Von Irmi Günster

Albaching– Bereits im Frühling hatte der Albachinger Gemeinderat beschlossen, die Heizung und Warmwasseraufbereitung in der Schule, den Verwaltungs- und Kursräumen, sowie in der Alpichahalle auf erneuerbare Energie umzustellen und die bestehende Ölheizung durch eine mit Biomasse zu ersetzen. Zur Oktobersitzung hatte das Ratsgremium nun den Diplomingenieur Franz Maier vom Ingenieurbüro für Gebäudetechnik Kas + Maier aus Halfing eingeladen, um die möglichen Varianten für die neue Hackschnitzelheizung zu erläutern. Es waren vier an der Zahl, wobei sich letztlich herausstellte, dass höchstwahrscheinlich nur die kleinste der vorgestellten, nämlich Variante 1, in Frage kommen dürfte, weil für die viel aufwendigeren restlichen drei Alternativen nicht mehr genügend Zeit bleibt. Wird bis Ende dieses Jahres der Antrag mit Plan nicht eingereicht, gibt es keine Förderung mehr. Ein Beschluss wurde aber noch nicht gefasst.

4 Varianten stehen derzeit zur Wahl

Die Planung für die Heizung habe mittlerweile „immer weitere Kreise gezogen“, stellte Ingenieur Franz Maier fest, und die Studie sei innerhalb der letzten 4 Wochen „gewachsen“. War zunächst nur eine Hackschnitzelheizung für die Schule, die Verwaltung, die Alpichahalle und ein paar interessierte Nachbarn ins Auge gefasst worden, so sei mittlerweile der Bau einer Fernwärmeleitung bis zum geplanten neuen Baugebiet zwischen Kreuzwirt und Sportplatz denkbar.

Variante 1 würde nur das Gemeindezentrum mit Wärme versorgen, sodass hier kein separates Wärmenetz notwendig wäre. Die reinen „Investkosten“ hierfür würden sich auf rund 305.000 Euro belaufen, erklärte Maier. Die Vorteile seien der geringe Platzbedarf, sowie der günstige Preis.

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Variante 2 würde auch den Anschluss der Kirche und der unmittelbaren Nachbarn vorsehen, was Kosten von etwa 455.600 Euro bedeuten würde.

871.500 Euro würde eine Lösung nach Variante 3kosten, die noch zusätzlich die Anbindung des Kindergartens und sogar bis hin zum Feuerwehrhaus vorsehen würde. Hier müsste eine Trasse mit einer Länge von 775 Metern gebaut und zusätzlich noch ein Ölkessel installiert werden.

Variante 4 würde mit über 1,1 Millionen Euro sogar noch das neue Baugebiet über eine lange Fernwärmeleitung mit versorgen. Hierzu müssten allerdings noch mehr zusätzliche Öltanks eingebaut werden, und die Amortisationszeit dieser Variante betrage dem Experten zufolge 40 Jahre. Franz Maier selbst zog das Fazit, dass er überlegen würde, eine solche Heizung in „größerer Variante“ zu bauen, denn je mehr Anschließer man habe, desto „interessanter“ und damit wirtschaftlicher werde das Unterfangen. Variante 2 und 3 würde er nicht empfehlen.

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Für einen Ort wie Albaching wäre die Variante 4 „schon eine Zukunftsvision“, meinte Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA). Die bisherige Heizung sei knapp 30 Jahre alt. Bis zu diesem Alter gebe es für eine Ertüchtigung noch eine Förderung, danach nicht mehr. Wenn sich der Gemeinderat für eine größere Lösung entscheiden sollte, müsste die Heizungsanlage auch nicht unbedingt von der Schule ausgehen, sondern könnte auch auf einer anderen geeigneten Fläche entstehen. Er regte an, nicht nur eine „wirtschaftliche Lösung“ zu favorisieren, sondern auch eine, die „für den Ort sinnvoll“ sei.

Dabei wies er auch auf den Rückbau der Ortsdurchfahrt hin, dabei könnten für die neue Heizung gleich Leitungen mit verlegt werden. Gemeinderat Andreas Heinz (GWA) regte an, die Inhalte mit in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen, die seinerzeit im „Arbeitskreis Energie“ ermittelt worden seien. Im Prinzip habe es im Arbeitskreis schon Ideen „in diese Richtung“ gegeben, aber das Thema sei dann „wieder eingeschlafen“, erklärte der Bürgermeister. Hierzu kam auch der ehemalige Arbeitskreisleiter Günter Ganslmeier zu Wort. Er fand es „ein bisserl enttäuschend“, dass für 50.000 Euro ein Energiekonzept erstellt worden sei für das während des 5jährigen Bestehens des Arbeitskreises von der Gemeinde kein großes Interesse erkennbar gewesen sei und jetzt gesagt werde: „Ja, klar, das machen wir.“ Eine Fernwärmeleitung durch den ganzen Ort sei aber einer der Inhalte gewesen, „die wir zuerst gestrichen haben“, so Ganslmeier weiter.

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„Das Feuerwehrhaus müssten wir als Gemeinde schon mit machen“, so der zweite Bürgermeister Sebastian Friesinger (GWA), „sonst wäre es ein Schildbürgerstreich.“ Die Länge der hierfür erforderlichen Leitung wäre aber enorm, warnte der Diplom-Ingenieur. Für eine „größere Lösung“ sprach sich Bernhard Mayer (GWA) aus. Im Ortskern seien „viele mit Ölheizung, die gerne anschließen würden.“

Josef Pöschl (GWA) meinte, das Gemeindezentrum solle man vorrangig behandeln, eventuell auch noch mit Anschluss der Schule und des Pfarrhauses. Helmut Walpertinger (GWA) sprach die Kosten an: „Die Anschließer wollen heute immer auf den Euro genau wissen, wie viel es kostet.“ Daran scheiterten viele Privatanschlüsse. Und je weniger Anschließer, desto unwirtschaftlicher sei es.

In der nächsten Gemeinderatssitzung will sich der Rat auf eine Variante festlegen.

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