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Öffentliches Gemüsebeet

Zehn Haager Frauen gestalten eine „essbare Ortsmitte“

Sorgen für einen „essbaren Ort“ mitten in Haag: Christa Jäger, Petra Geigenscheder, Tanja Budiselic, Brigitte Rudert und Lisa Heiß (von links; hier ist nur ein Teil der Mitwirkenden abgebildet).
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Sorgen für einen „essbaren Ort“ mitten in Haag: Christa Jäger, Petra Geigenscheder, Tanja Budiselic, Brigitte Rudert und Lisa Heiß (von links; hier ist nur ein Teil der Mitwirkenden abgebildet).
  • VonKarlheinz Günster
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Sie wollen einen positiven Impuls in negativen Zeiten setzen: Rund zehn Frauen aus Haag haben ein öffentliches Gemüsebeet mitten im Ort hinter der Löwenbrücke realisiert. Hier wachsen Kartoffeln, Karotten, Mangold, Bohnen und etwa Radieserl. Wenn die Früchte reif sind, darf sie jedermann ernten. „Hier sollen die Leut‘ zamkommen“, sagen die Frauen.

Haag – Eine Portion Idealismus ist erforderlich, um so eine Arbeit zu leisten: Den Platz für ein öffentliches Gemüsebeet finden, es anlegen, bepflanzen und sich darum kümmern. Das tun derzeit gut zehn Frauen aus Haag unter dem Gruppennamen „Essbares Haag“. Was sie sich davon erhoffen? Dass sich andere vor allem daran erfreuen und es, wenn möglich, gleichtun und ebenfalls Flächen finden und etwas pflanzen.

Idyllisch gelegen ist das öffentliche Gemüsebeet hinter der Haager Löwenbrücke.

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Sogenannte „Essbare Orte“ gibt es bereits mehrere, etwa in Traunstein oder in Andernach am Rhein. Dort werden freie Flächen in Parks mit Obst und Gemüse für alle bepflanzt. In Haag haben sich mithilfe einer Messenger-Gruppe in den sozialen Medien vor drei Monaten Gleichgesinnte gefunden, die sich über das wie und wo schnell einig waren.

Positiver Impuls in negativen Zeiten

Das soll ein „positiver Impuls“ sein, formulierte es Brigitte Rudert, denn zur Zeit gebe es „nur negative Schlagzeilen“, da wollte man etwas dagegenhalten und Menschen „wieder zusammenbringen“. Konkret sieht das so aus: Jeder, der mag, geht zu diesem Beet zwischen Pfarrheim und Pfarrhaus, nimmt sich die reifen Früchte und freut sich daran; das kostet auch nichts. Kleintiere wie Insekten haben auch etwas davon, denn auf Chemie wird verzichtet.

Man habe geeignete Flächen in Haag gesucht, fasste Christa Jäger zusammen, und sei bei Pfarrer Pawel Idkowiak auf Zustimmung gestoßen.

30 Quadratmeter großes Beet

Dann ging es ans Material für ein 30 Quadratmeter großes Beet samt Pflanzen im Wert von etwa 300 Euro, wobei auch einiges aus dem eigenen Garten zum Einsatz kam. Unterstützung gab es von der Gemeinde beim Transport, dazu half ein Ehemann bei der Einfassung des Beetes oder beim Installieren der Regentonnen. Das gesammelte Wasser kommt vom Dach der Garage des Pfarrers, Mulch hilft dabei Wasser sparen. Organisiert wird die Betreuung und das Gießen des Beetes weiterhin über die Chat-Gruppe „Essbares Haag“.

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Nein, eine Spendenbox plane man erst einmal nicht, meinen die Frauen übereinstimmend, das alles sei einzig dafür da, um die Menschen zu erfreuen und aufzuzeigen, wie viele gute Lebensmittel aus der Erde mit wenig Aufwand entstehen. Davon gebe es hier genug, sind alle davon überzeugt, man brauche es nur anzubauen, erklärte Petra Geigenscheder, dabei dürfe man auch erfahren, dass „alles miteinander verbunden und voneinander abhängig ist“; dieses Wissen sei in der aktuell unruhigen Zeit etwas in den Hintergrund getreten, finden die Mitwirkenden.

Ein paar Bänke zum Verweilen fehlen noch

Das wird eine Kartoffel. Ernten darf sie, wenn die Früchte reif sind, jedermann.

Was wächst hier? Karotten, Radieschen, Mangold, Kartoffeln, Feuerbohnen, Paprika, Rote Beete, Blumenkohl, Salbei und anderes mehr. Himbeersträucher befinden sich entlang der Mauer. Infotafeln mit Bezeichnungen wären schön, aber das kostet und ist noch nicht absehbar. Was aber noch gebraucht wird, sind zwei bis drei Bänke, damit man hier verweilen kann.

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Hiermit mache man den umstehenden Geschäften keinesfalls Konkurrenz, dafür seien die Mengen zu gering, darauf weist auch Tanja Budiselic hin. In etwa drei Wochen sei das Erste zu ernten, die Himbeeren etwa ab August. „Ja, wir freuen uns darüber“, erklärte Christa Jäger, „wenn das andere dazu motiviert, ebenfalls Gemüse anzubauen“.

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Jetzt warten alle die Entwicklung ab, gießen und pflanzen regelmäßig übers Jahr nach und planen ab Herbst zusätzlich einen Kräutergarten plus ein Hügelbeet. Wer Fragen dazu hat, mitmachen möchte oder fördern, kann sich mit Tanja Budiselic über E-Mail fam.budiselic@t-online.de in Verbindung setzen.

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