„Zamhoidn“ gehört in Obing zum Schulprofil

Fantasievolle Motive aus dem Homeschooling präsentieren die Schulsozialarbeiter Sebastian Wörndl und Monika Stöckl: Genutzt werden sie als Kinderwährung im nächsten Jahr.

„Zamhoidn“ – so heißen ein Kreativprojekt in Obing und ein Familienfestival. Heuer kann das Event, das Jugendliche für Jugendliche veranstalten, nicht stattfinden - wegen Corona. Thomas Duxner, Rektor der Grund- und Mittelschule Obing hat nun eine Aktion angeregt, damit bei allem Social Distancing und Homeschooling der Gemeinschaftsgeist nicht zu kurz kommt.

Von Christa Auer

Obing – Die Gewinnerbilder des Kreativprojekts „Zamhoidn“ sind derzeit im Edeka-Markt Karavil in Obing ausgestellt. „Zamhoidn“ – so heißt nicht nur das Familienfestival, das Jugendliche für Jugendliche 2018 in Obing erstmals veranstalteten und das heuer wieder stattfinden sollte. Zusammenhalt ist ebenso ein wichtiger Eckpfeiler des Schulprofils an der Grund- und Mittelschule Obing.

Zur Stärkungder Gemeinschaft

Nun wurde beides in einem Kreativprojekt verknüpft. Angeregt wurde die Aktion von Rektor Thomas Duxner, der damit in Zeiten von Pandemie, Kontaktbeschränkungen und Homeschooling den Gemeinschaftsgeist an der Schule stärken wollte.

Die Idee war, dass die Schüler ihren eigenen Button gestalten und die Motive gleichzeitig für die Buttons verwendet werden, die beim nächsten Zamhoidn-Festival als Kinderwährung verwendet werden. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Familienveranstaltung soll 2021 stattfinden.

+++

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

+++

Einzige Vorgabe: der Schriftzug „Zamhoidn“ im Design. Die Teilnahme im Homeschooling war freiwillig, doch wie gut die Idee ankam, zeigte sich, als die ersten Arbeiten bereits am nächsten Tag abgegeben wurden. Insgesamt ließen sich rund 250 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen vom Festival-Spirit inspirieren. Sie kreierten ebenso farbenfrohe, nachdenkliche oder humorvolle Motive. Die jeweils drei Besten der Jahrgangsstufen eins bis vier und die fünf besten Arbeiten der Mittelschule wurden schließlich prämiert. Keine leichte Aufgabe für die Jury, die viele gute Bilder zu bewerten hatte.

Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. So zeigten die Bilder zum Beispiel Menschen verschiedener Hautfarben und Leute, die sich an Händen oder den Erdball halten. Oder Leberkäse, Spinat und Spiegelei – eine Kombination, die für einen Schüler zusammengehört.

Die Siegerbilder sind ab sofort im Edeka-Markt Karavil in Obing ausgestellt. Damit wurde eine gute Möglichkeit gefunden, die Bilder der Bevölkerung zu präsentieren. Zudem werden alle Bilder im Schulhaus gezeigt. „Es ist cool, dass sich die Kinder in den Bildern wiederentdecken“, finden die beiden Schulsozialarbeiter Monika Stöckl und Sebastian Wörndl von der FamiFlex Trostberg. Sie betreuten das Projekt und waren von den Bildern begeistert. Vor allem, weil die Jugendlichen auch verschiedene Kulturen oder behinderte Menschen in ihre Darstellungen miteinbezogen hätten.

„Die Arbeiten schaffen Verbindungen und machen deutlich: Wir sind alle gleich!“, stellt Wörndl fest. Das sei ein wichtiges Statement in Sachen Rassismus.

Jugendtreff, Schule und Dorfgemeinschaft

Die Schülerinnen und Schüler hätten damit ein Zeichen gesetzt, fand Stöckl. Erfreulich sei auch der gute Draht zwischen Jugendtreff, Schule und Dorfgemeinschaft. „Im Werkunterricht wurden beispielsweise 600 Tickets für das „Zamhoidn Festival hergestellt“, ergänzt Wörndl.

Unterstützung gebe es von Obinger Vereinen. Die Button-Maschine, die ebenfalls für andere Veranstaltungen ausgeliehen werden kann, spendete die Frauengemeinschaft. Die Betriebe hätten immer ein offenes Ohr, wenn es um die Belange der Jugendlichen gehe, freuen sich die Sozialarbeiter. Beim Kreativ-Projekt hat der örtlicher Schreiner Franz Pürner die Hartkartons gespendet und die Bilder darauf wirkungsvoll befestigt.

Kommentare