St. Wolfgang setzt auf sozialen Wohnungsbau – GWG Wasserburg steigt ein

Bezahlbare Wohnungen möchte die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wasserburg im St. Wolfganger Baugebiet „Am Grünbach“ schaffen.
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Bezahlbare Wohnungen möchte die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wasserburg im St. Wolfganger Baugebiet „Am Grünbach“ schaffen.

Auch in St. Wolfgang gibt es Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen. Platz zum Bauen ist noch im St. Wolfganger Baugebiet „Am Grünbach“. Das sind die Pläne.

Von Hermann Weingartner

St. Wolfgang – Geschosswohnungsbau ist auch in St. Wolfgang knapp. Bedarf nach bezahlbaren Bauparzellen oder Mietwohnungen ist vorhanden, heißt es aus dem Rathaus. Platz zum Bauen ist noch im St. Wolfganger Baugebiet „Am Grünbach“. Der Gemeinderat hatte sich bereits mehrfach mit der Bebauung der dort noch unbebauten Grundstücksfläche befasst. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wasserburg eG (GWG) stellte im Gemeinderat nun einen Entwurf für sozialen Geschosswohnungsbau auf dem Areal vor.

Das Baugebiet „Am Grünbach“ ist inzwischen voll bebaut. Am nördlichen Rand wurde auf zwei großen Parzellen Geschosswohnungsbau vorgesehen. Der östliche Teil davon ist bereits bebaut, der westlich noch unbebaut.

Abgerückt von Einfamilienhäusern

In der Diskussion stand immer wieder im Gemeinderat, ob man statt des im Bebauungsplan vorgesehenen Geschosswohnungsbau nicht lieber Einfamilienhäuser planen sollte. Das Areal wurde bei der Planung aber eher für Geschosswohnungsbau zugeschnitten. 2018 hatte sich der Gemeinderat noch mehrheitlich für Einfamilien- oder Reihenhäuser ausgesprochen, worauf dann Varianten mit möglicher, geänderter Bebauung vorgestellt wurden. Ein Beschluss den Bebauungsplan zu ändern wurde aber nicht gefasst.

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Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) wies darauf hin, dass die Gemeinde St. Wolfgang sowohl bei der GWG Wasserburg als auch bei der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Erding Mitglied sei. Der geschäftsführende Vorstand und GWG- Vorstandsvorsitzender Martin Hintermayr stellte Leitbild, Ziele und Projekte der Baugenossenschaft vor. Die GWG habe rund 1800 Mitglieder und verwalte in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf sowie Ebersberg rund 1500 Wohnungen mit etwa 100 000 Quadratmetern vermietbaren Wohnraum. Die Kaltmiete betrage in den GWG-Projekten durchschnittlich 6,97 Euro pro Quadratmeter. Ziel der Wohnbaugenossenschaft sei es, „guten, sicheren und sozialverträglichen Mietwohnraum“ zu schaffen, betonte Hintermayr.

Mieter sind auch Mitglieder

Einer der großen Vorteile der Genossenschaft sei neben bezahlbaren Mieten, dass die Mieter „keine Kündigung etwa wegen Eigenbedarf“ fürchten müssten. Über zwanzig Jahre sei die durchschnittliche Wohndauer. Die Mieter seien auch die Mitglieder. Für den Beitritt zur Genossenschaft würden einmalig 155 Euro fällig.

Im Landkreis Erding habe die GWG „noch kein Projekt“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Sechs Wohnungen betreue die Genossenschaft in Haag, „da würde auch St. Wolfgang gut zu uns passen“.

Architekt Klaus Leukert stellt einen Entwurf vor, wie sich die GWG den Geschosswohnungsbau auf dem Areal „Am Grünbach“ vorstellt. Bei dem länglichen Gebäude mit zwei Stockwerken und einem Dachgeschoss entlang der Nordseite des Grundstücks sei darauf geachtet worden, „dass es sich städtebaulich und architektonisch in die bestehende Siedlungsumgebung einpasst“. Um einen „genügend wirtschaftlichen“ Rahmen zu erzielen, seien 20 Wohnungen vorgesehen.

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Leukert sprach von einem „Wohnungsmix“ aus Zwei- bis Vierzimmerwohnungen mit 52 bis 100 Quadratmetern. 16 Wohnungen sind mit 50 bis 75 und vier größer 75 Quadratmetern geplant. Alle Wohnungen hätten einen Südbalkon und der dritte Stock Dachterrassen.

Aus feuerschutzrechtlichen Gründen gebe es zwei Treppenhäuser an jedem Gebäudeende. Der Zugang erfolge über einen Laubengang auf der Nordseite. Alle Aufenthaltsräume seien zum Süden situiert, um keine Lärmprobleme mit dem nördlich anschließenden Gewerbeareal zu schaffen. 29 von 32 Stellplätzen werden in einer Tiefgarage geschaffen, die von der Südseite erschlossen wird.

Sozialverträgliche Preise geplant

Über die Straße zwischen nördlicher Grundstücksgrenze und Gebäude kann ein weiteres, westliches Grundstück erschlossen werden, sagte Leukert. Der Bebauungsplan sehe auf dem Areal noch zwei Einfamilienhäuser vor, „die mit unserem Projekt aber nix zu tun haben“, erklärte Hintermayr. Gemeindera Franz Seidl (CSU) wollte wissen, ob die Gesellschaft zu den Mietpreisen schon etwas sagen könne. Das hänge von „den Baupreisen ab“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Zielsetzung seien „immer“, sozialverträgliche Preise. Die GWG brauche „am Markt nicht Mietpreise erzielen, die erzielt werden könnten“.

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