Wohnraum schaffen oder Wald erhalten? Haager Bauauschuss diskutiert über Föhrenstraße

Soll der Wald neben diesem Haus in der Föhrenstraße weichen, damit die Gemeinde Wohnraumschaffung den Weg ebnen kann?
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Soll der Wald neben diesem Haus in der Föhrenstraße weichen, damit die Gemeinde Wohnraumschaffung den Weg ebnen kann?
  • vonLudwig Meindl
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Wohnraum schaffen oder den „sensiblen Stiftungswald“ erhalten? Diese Alternativen diskutierte der Bauausschuss des Haager Gemeinderats in seiner Sitzung im Bürgersaal.

Haag – Ein Kompromissvorschlag von Andreas Sax zur Nutzung der Ausgleichsfläche wurde abgelehnt.

Waldfläche müsste gerodet werden

Das Vorhaben betrifft den südwestlichen Bereich des Ortsteils Rosenberg im Anschluss an die Föhrenstraße. Die Wohnhäuser sind hier vom Wald, den einst die Haager Gräfin Kunigund stiftete, umgeben. Beantragt war nun eine Ortsabrundungssatzung. Die beiden bereits herausgemessenen Grundstücke sind derzeit noch Waldfläche und müssten gerodet werden.

Der Antragsteller habe sich schon mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt, berichtete Bürgermeisterin Sissi Schätz. Das Baurecht wäre auf dieses Areal ausweitbar, um die Grundsätze des Marktes Haag für die Sicherung städtebaulicher Ziele bei der Ausweisung von Baulandflächen anzuwenden: „Das ist eine Gelegenheit, Baurecht zu schaffen.“

Daneben erwähnte sie das Ansiedlungsmodell, das den Wohnbedürfnissen der Bevölkerung, „insbesondere auch von Familien mit mehreren Kindern“ diene und „sozial stabile Bewohnerstrukturen, Eigentumsbildung und kostensparendes Bauen“ verfolge.

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So habe auch die „durchschnittlich begüterte Bevölkerung“ die Möglichkeit, ein Eigenheim zu finanzieren. Es fördere soziale Integration, nachhaltige Sesshaftigkeit in Haag und Zuzug junger Familien, resümierte die Bürgermeisterin.

Nach den Ausgleichsflächen, die im Gegenzug zum Flächenverbrauch zu schaffen sind, fragte Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG). Sie würden von der Gemeinde oder den Behörden des Landratsamtes gefordert, so Bürgermeisterin Sissi Schätz. Unentschieden blieb Eva Rehbein (SPD) zwischen Ermöglichen von neuem Wohnraum und Verbrauch der Waldfläche.

Nötige Infrastruktur ist schon da

Dagegen erkannte Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer in dem Vorhaben „eine runde Sache“. Der Ort komme hier mit seiner Wohnbebauung eben an seine Grenzen. Klaus Breitreiner bestätigte, der Bereich sei allein schon deswegen für die Wohnbebauung geeignet, da er die nötige Infrastruktur wie Kanalisation bereits aufweise.

Andreas Sax (CSU) brachte den Vorschlag und Antrag ein, das Vorhaben wegen des „sensiblen Waldes“ zurückzustellen, bis eine Ausgleichsfläche gefunden sei. Dieses Grundstück solle dann dem Antragsteller für sein Bauvorhaben angeboten werden.

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In einer ersten Abstimmung lehnten das fünf gegen vier Räte ab. Der zweite Beschluss befürwortete mit sechs gegen drei die Durchführung einer Bauleitplanung.

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