So will Amerang Wohnraum schaffen und Flächen sparen

Eine mögliche Variante für ein Baugruppen-Modell im Ortsteil Evenhausen in der Gemeinde Amerang. Ortegestalten GbR/Schelle Heyse Behr Landschaftsarchitektur

Genügend Wohnbauland für die Bürger zur Verfügung zu stellen ist seit Jahren ein Kernthema im Ameranger Gemeinderat.

Amerang – Der Platz für neue Häuser ist rar. Um bezahlbaren und bedarfsorientierten Wohnraum zu schaffen und dabei den Flächenverbrauch zu minimieren, möchte die Gemeinde Amerang neue Wege gehen. Eine mögliche Variante könnte Bauen in Baugruppen sein. Derzeit läuft die Ausschreibung von acht Bauparzellen im Baugebiet Evenhausen Ost.

In einer Informationsveranstaltung stellten Ortsplaner sowie in der Planung und Umsetzung von Baugruppenprojekten erfahrene Architekten die Möglichkeiten anhand eines Pilotprojekts in der Gemeinde Kirch anschöring vor.

„Gemeinsam geht’s besser“ – vielleicht auch ein Motto, wenn es ums Bauen geht. Eine Chance, Wohnraum zu schaffen, Kosten zu drücken und gleichzeitig Flächen zu sparen, ist der Zusammenschluss von Bauwilligen. Hier kommt die Idee der „Baugruppe“ ins Spiel. Dabei machen Einzelpersonen oder Familien gemeinsame Sache.

Gemeinsam planen – individuell anpassen

Sie planen gemeinsam ein Haus mit mehreren Wohneinheiten – quasi als eine Art Baukastensystem wird das Gebäude individuell auf die künftigen Bewohner angepasst – je nachdem, ob sie lieber Parterre oder unterm Dach leben, eine barrierefreie Wohnung wünschen oder Wert auf einen Garten legen. Möglich ist auch der Bau von Reihenhäusern auf den gemeinsam erworbenen Grundstücken. Gemeinsame im Haus integrierte Park- und Lagermöglichkeiten sollen zudem Platz und Kosten sparen.

„Wichtig ist dabei ein klar vorgegebenes Planungskonzept, um einen reibungslosen Bauverlauf zu gewährleisten“, betont Verwaltungsleiter Helmut Stadler. Hierbei biete sich eine große Bandbreite zur Entwicklung einer bedarfsgerechten Lösung, allerdings brauche es verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb werde die Abwicklung von der Gemeinde abgesichert.

Während der Bauzeit agieren dann alle Bauwerber gemeinsam, um sich Kostenvorteile zu sichern. Kosten für einen Bauträger entfallen. Nach der Fertigstellung wird jeder Mitbauherr dann Eigentümer seines Reihenhauses oder seiner Wohnung samt eigenem Grundstücksanteil.

Das Baugruppen-Modell biete auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten Vorteile: Das Plankonzept schafft erkennbare Ortsstrukturen mit markanten Mittelpunkten, die das Besondere an einer Ortschaft ausmachen und lebendige Nachbarschaften fördern sollen. Gemeinschaftsflächen bieten neue Treffpunkte und Chancen auf ein gutes Miteinander.

In gemeinschaftlichem Bauen würden sich im Baugebiet Evenhausen bis zu zwei Häuser als Baugruppe anbieten, erklärten die Ortsplaner. Eine gegenüber den bisherigen Festsetzungen geringfügig höhere überbaubare Grundfläche durch die beiden Hauptgebäude würde dadurch mehr als ausgeglichen, dass die überbauten Flächen für Garagengebäude von Einzelgebäuden durch die Integration der Stellplätze in die Baugruppengebäude entfallen könnten.

Bewerben möglichbis 12. Juni 2020

Damit ließe ein derartiges Projekt sogar eine Verbesserung der städtebaulichen Lösung für den rund 2000 Quadratmeter umfassenden Grundstücksbereich und seine Umgebung erwarten, stellte Bürgermeister Konrad Linner (GLA) heraus. Interessenten können sich in der laufenden, bis 12. Juni 2020 befristeten Ausschreibung bei der Gemeinde für dieses Projekt bewerben und dabei anhand von Grobdaten ihren quantitativen und qualitativen Wohnflächenbedarf angeben.

Soweit sich eine ausreichende Zahl von Bewerbern hierfür findet, könnte anhand einer folgenden vertieften Bedarfserhebung ein Gebäudekonzept entwickelt werden. Auf dieser Basis würde von geeigneten Anbietern ein Richtpreisangebot als Grundlage für die Entscheidung über die Weiterführung des Projektes durch die Gemeinde eingeholt.

Weitere Infos auch auf der Homepage der Gemeinde.

Kommentare