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Familien bekommen keine Krippenplätze

Wohin mit der Krippengruppe in Ramerberg?

Der Kindergarten in Ramerberg ist baufällig, eine Unterbringung der Krippenkinder erachten deshalb viele Gemeinderäte derzeit für unklug.
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Der Kindergarten in Ramerberg ist baufällig, eine Unterbringung der Krippenkinder erachten deshalb viele Gemeinderäte derzeit für unklug.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Kinderbetreuung in Ramerberg ist ein schwieriges Thema. Seit mehreren Jahren schlägt sich die Gemeinde mit dem baufälligen Kindergarten herum. Jetzt erhalten Ramerberger Familien in den Nachbarorten keine Krippenplätze mehr. Es muss eine Lösung her – und zwar schnell.

Ramerberg – Bereits im vergangenen Jahr habe die Gemeinde mehrere Anfragen für Krippenplätze erhalten, erklärte Bürgermeister Manfred Reithmeier (UWR) im Gemeinderat. Bisher hätten die Kinder noch in den Nachbargemeinden untergebracht werden können, doch auch hier würden die Plätze ausgehen. „Es ist einfach der Bedarf da“, stellte Reithmeier klar und drängte auf eine schnelle Entscheidung, denn im Idealfall könnte die Gemeinde dann schon im September Krippenplätze anbieten. „Aber natürlich braucht auch die Personalfindung Zeit, deshalb sollten wir uns bald entscheiden.“

Beide Möglichkeiten sind mit Umbau verbunden

Ganz unkompliziert ist die Lage aber nicht, wie die Ausführungen von Gemeinderätin Simone Tischer (UWR), die selbst im Kindergarten arbeitet und bei einer Begutachtung durch das Landratsamt dabei war, deutlich machten. „Grundsätzlich gibt es zwei Lösungen“, erklärte sie, „einmal im Kindergarten und einmal hier im Gemeindehaus.“ Beides sei jedoch nicht ohne Bauarbeiten umsetzbar.

Kindergartenkinder müssten umziehen

„Im Kindergarten können wir die Krippenkinder nur im Erdgeschoss betreuen“, so seien die Brandschutzauflagen. Die Kindergartenkinder müssten deshalb in das Obergeschoss umziehen, wo im Moment Intensivräume untergebracht seien. Um Platz für Gruppenräume zu schaffen, seien oben zwei Wände herauszunehmen und auch die Außenanlagen zu vergrößern. „Die Kinder müssen dann über die Treppe, die noch aus dem Jahr 1949 stammt“, so Tischer weiter. „Ich sehe da auch eine Unfallgefahr, weil die Treppe im Winter nicht trocknet.“

Fluchtweg im Gemeindehaus bereitet Probleme

Die zweite Möglichkeit sei eine Unterbringung unten im Gemeindehaus. Hier müssten ebenfalls noch Außenanlagen und Toiletten geschaffen werden. Das größte Problem sei aber der Fluchtweg, der für Kinder unter drei Jahren ungeeignet sei. „Durch das Fenster kommen sie nicht raus“, so Tischer. Und mit einem Podest könne das Fenster nicht ganz geöffnet werden. Eine Fluchtür wäre nach Meinung des Landratsamts deshalb die Lösung.

Konrad Fuchs (NRL/FWR) bezweifelte dies jedoch. „Das ist hier der tiefste Punkt in diesem Bereich und ist Hochwasser gefährdet“, stellte Fuchs fest. Ob einfach eine Tür eingefügt werden könne, bezweifle er deshalb.

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Auch Stefan Kurfer (NRL/FWR) war nicht begeistert von der Aussicht, „hier was aufschneiden zu müssen.“ Klar sei für ihn aber, dass die Lösung im Kindergarten nicht langfristig gedacht sei. „Der Kindergarten fällt auseinander, aufgrund bekannter Mängel“, grundsätzlich sei er deshalb für eine Unterbringung im Gemeindehaus.

Dem stimmte auch Fabian Tretter (UWR) zu. „Tatsache ist, wir müssen etwas machen. Alle anderen Gemeinden sind voll“, meinte Tretter. „Im Kindergarten haben wir aber keine Freude. Hier hätten wir etwas, das länger dauert.“ Zudem hätte der Kindergarten ja keine leeren Räume. „Die werden ja auch jetzt intensiv genutzt und fehlen dann.“

Fuchs: Krippe und Kingergarten gehört unter ein Dach

Fuchs war jedoch anderer Meinung: „So was gehört unter ein Dach. Hier im Gemeindehaus irgendein Flickwerk zu schaffen, kann ich nicht einsehen.“ Zudem sei die Lage im Kindergarten nicht so dramatisch wie dargestellt. „Aber leider geht nichts vorwärts mit dem Kindergarten. Es ist ein Tauerspiel.“

Bürgermeister Reithmeier versicherte daraufhin, dass er mit den Planern des Kindergartens im Gespräch sei und er diese bereits für die nächste Gemeinderatssitzung eingeladen habe. Grundsätzlich bevorzuge auch er eine Lösung im Gemeindehaus. „Wir müssen ja die Kinder auch irgendwo unterbringen, wenn im Kindergarten gebaut wird“, meinte er. Mit dieser Lösung hätte die Gemeinde dann schon zumindest für einige eine Möglichkeit geschaffen. Von der Fluchttür sei aber auch er nicht begeistert.

Kurfer und Andreas Ullmann (NRL/FWR) fragten sich, ob ein Fluchtweg nicht doch über ein Fenster geschaffen werden könnte. „Wenn wir das Fenster nach außen machen, dann könnten wir das doch über ein Podest lösen“, überlegte Kurfer.

Verwaltung soll Situation erst noch prüfen

Auch Petra Hölzle (NRL/FWR) war dafür, die Fluchtwegssituation noch einmal zu überprüfen. „Wenn wird dem Landratsamt eine vernünftige Lösung anbieten, dann werden die mit sich reden lassen.“ Sie stellte klar: „So drängend die Lage ist, das gehört auf Herz und Nieren geprüft.“

Sophia Schuster (UWR) fragte noch wegen den fehlenden Außenanlagen. Reithmeier konnte hier berichten, dass die bereits geplante Wiese beim Gemeindehaus als Anlage ausreiche. „Das ist also kein Problem für uns.“

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Verwaltung zu beauftragen, die Voraussetzung für eine Unterbringung im Gemeindehaus prüfen zu lassen.

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