WASSERBURGER FRÜHLINGSFEST 2018

53 Wochen und einen Tag herrscht Ruhe

Die Frühlingsfestmacher als Werbeträger: Georg Lettl und Christian Huber hatten ihre Gaudi bei den – entsprechend frechen – Fotoaufnahmen. Andreas Ruf/Hampel
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Die Frühlingsfestmacher als Werbeträger: Georg Lettl und Christian Huber hatten ihre Gaudi bei den – entsprechend frechen – Fotoaufnahmen. Andreas Ruf/Hampel

Aus und vorbei, das Frühlingsfest 2018 ist Geschichte. Der Abbau begann schon in der Nacht zum Dienstag. Ein paar Stunden Schlaf später war dann Festwirt Georg Lettl am Bierzelt beschäftigt – und wie die anderen Verantwortlichen ziemlich zufrieden.

Wasserburg – „Für an Porsche glangt‘s ned“, lacht Georg Lettl, Chef der Brauerei Gut Forsting und zum vierten Mal Festwirt des Wasserburger Frühlingsfestes. Das sei aber auch nicht zu erwarten. Bei Festen der Größenordnung des Frühlingsfestes seien der Entwicklung nach oben nun einmal Grenzen gesetzt und von denen sei man nicht mehr so sehr weit entfernt. „Aber eine kleine Steigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr war‘s schon.“ Er gehe jedenfalls nach elf Tagen Frühlingsfest mit einem guten Gefühl nach Hause, „wir haben einiges richtig gemacht, das Konzept passt.“

„Irgendwann sind der Stadt die Markerl ausgegangen.“ Georg Lettl

Verbesserungsmöglichkeiten gebe es immer, so Lettl. Heuer haben Festausschuss und Festwirt unter der Woche mehr auf Stimmungsbands gesetzt – „ned befriedigend“, findet Lettl, dessen persönlicher Geschmack eher „a griabige, gmiadliche Blasmusik“ ist, die aber, wie er zugesteht, in der Vergangenheit auch nicht der große Publikumsmagnet war. Vor allem am Festdienstag sei noch einige Luft nach oben, so Lettl. Der neu organisierte Seniorentag lief besser als gedacht, „irgendwann sind der Stadt die Bier- und Essensmarkerl ausgegangen, aber das haben wir schnell geregelt.“ Und der Dirndl- und Burschentag am Mittwoch habe sich bestens etabliert.

Dass sowohl dieser als auch der Festzug mit rund 1200 Teilnehmern ohne jegliche Blessuren abgegangen sind, darüber ist Christian Huber, im Festausschuss dafür zuständig, besonders froh. „Keiner hat sich verletzt, es gab bei beiden in der Hinsicht doch etwas sensiblen Veranstaltungen keine Probleme, die Sanitäter mussten nicht eingreifen – und das war mir wichtig.“ Er selber, räumt er seufzend ein, hatte am Dienstag einen gewissen Pflegebedarf, „mir stecken die elf Tage echt in den Knochen – und in der Haut.“

Auch Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsverbandes und des Festausschusses, ist mit dem Frühlingsfest 2018 rundum zufrieden. Ihn freue besonders der Zuspruch der Schausteller und der Verantwortlichen von Wiesn-Alm und Fit&Fun-Party, die sich allesamt zufrieden gezeigt hätten. „Und es ist wirklich schön, dass auch die neuen Schausteller in Wasserburg heuer sehr glücklich waren.“ Sein persönliches Highlight sei der Zeitpunkt, wenn’s nach mit dem Festzug über den Festplatz geht und alles reibungslos funktioniert. „Da wissen wir, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat.“

Ausgesprochen positive Rückmeldungen habe es auch aus der Festküche gegeben, sagt Festwirt Lettl, „die sind glücklich und zufrieden.“ Auch weil der Mittagstisch immer besser angenommen werde. Aber nicht nur aus der Küche kamen positive Rückmeldungen, auch über die Festküche waren sie weit überwiegend gut. Vor allem die Hendl wurden mit Lobeshymnen bedacht. „I hob no nia an so an guadn Gockl in am Festzelt gessn“ habe eine Besucherin zu ihm gesagt, erzählt Lettl amüsiert.

Dass die Verantwortlichen rundum zufrieden sind, nur über die 40 Grad plus im Festzelt am zweiten Wochenende ein wenig klagen, verwundert nicht. Verblüffend ist allerdings, dass die Polizei kein einziges Verkehrsdelikt zu verzeichnen hat, „da waren die Autofahrer sehr diszipliniert“, lobt der stellvertretende Inspektionsleiter Richard Gottwald. Es sei generell friedlich gewesen, nur zwei Ausreißertage – an jedem Wochenende einer – waren dabei (wir berichteten). Neun Körperverletzungen – meist Watschn oder Faustschlag –, drei Beleidigungen, zweimal Widerstand gegen die Polizisten, eine sexuelle Belästigung in Form einer betatschten Kehrseite und zwei Youngster, die sich mit gefälschten Papieren älter machen wollten, vier Platzverweise und ein paar mal Gewahrsam zum Ausnüchtern, so die Statistik der Polizei. „Alles in allem ist es gut gelaufen, besser als die letzten Jahre“, so Gottwald.

Dann schaun mer mal, was das Frühlingsfest 2019 bringt. In gut 53 Wochen heißt es am 7. Juni „O’zapft is‘“.

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