„Wir haben doch alles, was wir brauchen“

Hildegard Reckermannfeiert ihren 80. Geburtstag. Richterstetter

Maitenbeth – „Wir haben alles, was wir brauchen und wir können uns jederzeit alles kaufen, was wir zum Leben benötigen.

Was wollen wir mehr? Was wir jetzt mit der Corona-Krise erleben, ist doch harmlos gegenüber den Nachkriegszeiten, wo das keineswegs immer der Fall gewesen ist“, erzählt Hildegard Reckermann angesichts ihres 80. Geburtstages.

Hildegard Reckermann ist eine geborene Mayer und als jüngstes von neun Kindern auf dem Breitmösl-Anwesen geboren. Ihre zwei Schwestern und sechs Brüder sind mittlerweile alle verstorben. Sie ist in Maitenbeth aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Da gab es noch keine Turnhalle, da haben wir im Sommer Völkerball gespielt, an einer Holzstange geturnt oder uns mit Seilhüpfen beschäftigt. Im Winter sind wir am Griesl-Berg Ski oder Schlitten gefahren und haben immer unseren Spaß dabei gehabt“, erinnert sie sich.

Nach der Schule hat sie zwei Jahre beim Blinninger in der Landwirtschaft mitgeholfen, anschließend ein Jahr beim Baumgartner in Tiefenstätt. Von 1958 bis 1963 war sie bei der Bäckerei von Otto Loiberstetter in Oberföhring beschäftigt, ehe sie in den Haushalt eines Gästehauses nach Rottach Egern gewechselt ist. Dort hat sie 1965 auch ihren Ehemann Alfred Reckermann kennengelernt und 1969 in Birkenstein geheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, ein Enkelkind folgte. Zusammen mit ihrem Ehemann hat sie in Kreuth am Tegernsee 25 Jahre lang eine Hausmeisterstelle geführt. 2000 haben sie in Maitenbeth gebaut. „40 Jahre war ich weg von Maitenbeth, aber jetzt genieße ich es wieder, hier zu leben“

„Hobbys habe ich früher nicht gekannt, da war ich abends immer viel zu müde von der vielen Arbeit“, blickt sie heute zurück.

„Eigentlich bin ich ja pumperlgsund, aber nach einem 2012 erlittenen Oberschenkelbruch musste ich mit Unterstützung meines Mannes das Gehen wieder erlernen. Das waren schwere Zeiten. Gut, dass mein Mann mir da so geholfen hat, immer für mich da war, und den gesamten Haushalt erledigt hat.“

Heute verbringt Hildegard Reckermann Zeit mit Fernsehschauen, Musikhören und Kartenspielen. Sie macht täglich eine Stunde Gymnastik zu Hause, denn das Haus verlassen beide derzeit selten, da ihr Mann als COPD-Patient zur Risikogruppe der Corona-Pandemie zählt. rl

Kommentare