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Polizei schätzt den Schaden auf eine halbe Million Euro

„Wir haben alles verloren“: So geht es der Familie nach dem Brand ihres Bauernhofs in Obing

Der Bauernhof in Obing ist komplett niedergebrannt.
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Der Bauernhof in Obing ist komplett niedergebrannt.
  • VonPaula L. Trautmann
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  • Christa Auer
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Der Stall ist niedergebrannt, vier Kälber sind in den Flammen gestorben, und beinahe hätte das Feuer das Wohnhaus zerstört. Bei dem Brand eines Bauernhofs in Obing entstand vermutlich ein Schaden von einer halben Million Euro. Wie es der Familie geht und wie ihnen Freunde und Fremde helfen.

Obing – „Wir sind froh, dass wir heil herausgekommen sind“, sagt Peter Zimmermann. Sein 17-jähriger Sohn hatte das Feuer bemerkt und die Eltern geweckt. Zu diesem Zeitpunkt stand das Stallgebäude „bereits lichterloh in Flammen“. Peter und Monika Zimmermann sowie die drei Kinder – 13, 16 und 17 Jahre alt – stehen unter Schock und können die Ereignisse nach eigenen Angaben noch nicht fassen.

Große technische Herausforderungen

„Ich verstehe, wie sich Flüchtlinge fühlen, wir haben auch alles verloren“, sagt der Landwirt. Auf den Trümmern der Existenz müsse die Familie den Betrieb nun wieder aufbauen. Das sei mit einigen technischen Herausforderungen verknüpft. Das Stallgebäude, in dem die gesamte Melktechnik, zehn Kälber und ein Trockensteher untergebracht waren, ist niedergebrannt.

Auch die Photovoltaikanlage ist beschädigt: die Module sind zerborsten, und die Materialsplitter wurden auf die Hofstelle und die angrenzenden Wiesen geschleudert. Was dort wächst, müsse vernichtet werden, um die Tiere nicht zu gefährden. Zudem braucht es Zimmermann zufolge wohl Spezialgerätschaften, um die Splitter vom Boden der landwirtschaftlichen Flächen zu entfernen. Den damit verbundenen Schaden könne er noch nicht beziffern.

Die Brandursache ist noch unklar

Die Kriminalpolizei hat die Brandstelle mittlerweile freigegeben. Die Ursache ist weiterhin unklar. Ein Fremdverschulden wird nach Angaben von Zimmermann ausgeschlossen. Aufgrund der Rauchentwicklung war das Wohnhaus gesperrt, am Montag wurde es wieder freigegeben. Dennoch ist die Familie bis auf Weiteres in einer Ferienwohnung untergebracht.

Der Hof muss Zimmermann zufolge erst wieder bewohnbar gemacht werden. Die Landfrauen hätten bereits ihre Unterstützung beim Putzen und Waschen der Kleidung zugesagt. Von der großen Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist die Familie Zimmermann überwältigt. Nachbarn, Freunde und die Feuerwehr hätten Großartiges geleistet.

Umliegende Landwirte unterstützen die Familie

Sogar Fremde seien vorbeigekommen, hätten einen Zettel mit ihrer Telefonnummer hinterlassen und Hilfe angeboten, erzählt Monika Zimmermann mit Tränen in den Augen. Umliegende Landwirte hätten beim Aufräumen, oder mit einem mobilen Melkstand, Heu und Stroh ausgeholfen. Schließlich müsse die Familie 90 Tiere im Laufstall versorgen und melken.

„Die Welle der Hilfsbereitschaft ist nicht alltäglich, auch nicht, dass unser Bürgermeister Sepp Huber jeden Tag zum Melken vorbeigekommen ist“, sagt Zimmermann. Den Zusammenhalt im Ort bestätigt Bürgermeister Huber: „Die Hilfe war wirklich enorm, das ist schon beeindruckend.“ Noch Samstagnacht hätten Helfer Schäden beseitigt und drei Zimmerer aus Obing das Dach des Wohnhauses abgedichtet. Jeder im Ort bringe sich nach seinen Möglichkeiten ein.

„Das war eine schlimme Nacht“

Das Wichtigste ist Bürgermeister Huber zufolge, das Wohnhaus wieder „auf Vordermann zu bringen“ und den Betrieb am Laufen zu halten. Ohne Helfer ginge das nicht. „Einen großen Dank“ richtet Huber deshalb an alle Freiwilligen. Der Brand habe bei der Familie Spuren hinterlassen. „Das war eine schlimme Nacht“, sagt der Bürgermeister. Die Feuerwehr habe ihn informiert und er sei sofort zu dem Bauernhof gefahren.

Auch seine Stellvertreterin Fanni Mayr zeigt sich betroffen: „Das ist furchtbar für die Familie. Es tut mir wirklich leid.“ Es sei viel Arbeit, alles wieder aufzubauen und die Tiere anderweitig unterzubringen. „Das kann man sich kaum vorstellen.“

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