„Wir führen den Verein wie eine Firma“

Den Fans der Starbulls mag es egal sein, wie ihr Stadion 2019 heißt, die Vorstände Christian Hötzendorfer und Marcus Thaller (kleine Fotos) weisen darauf hin, dass der Bewerber mit dem wirtschaftlich stärksten Angebot gewinnen wird. Ruprecht/re

Die Entscheidung der Stadt zum Namen des Eisstadions steht noch aus. Trotzdem wird derzeit viel diskutiert über das Sponsoring der Starbulls – in den sozialen Netzwerken und an den Stammtischen. Die Vorstände Marcus Thaller und Christian Hötzendorfer nehmen Stellung.

Rosenheim – „Es war ein sauberes Bieterverfahren. Das wirtschaftlich beste Angebot wird gezogen – Punkt“, macht der dritte Starbulls-Vorstand Christian Hötzendorfer deutlich, dass er auf die Vorwürfe von emilo-Geschäftsführer Andreas Clemm, ihm sei bei der Bewerbung um das neue Namenssponsoring für das Eisstadion übel mitgespielt worden, nicht weiter eingehen will. Die Entscheidung, wer zum Zuge komme – die Kaffeerösterei emilo oder das Kolbermoorer Unternehmen für Fördertechnik und Automatisierung ROFA – liege bei der Stadt als Eigentümerin der Immobilie, nicht bei den Starbulls.

Diese haben nach Informationen von Hötzendorfer und Thaller ihr Sponsoring neu aufgestellt – unter anderem durch die Einstellung eines hauptamtlichen Sponsoringbeauftragten. Für Förderer würden individuelle Pakete geschnürt – mit Banden- oder Blockwerbung, Trikotsponsoring und besonderen Angeboten für Businesspartner. Für Letztere ist die Gastronomie umgebaut worden: in einen Businessclubbereich, in dem etwa 200 Besucher auf Einladung von Starbulls-Businesspartnern einen besonderen Service erfahren – Parkplatz direkt vor der Halle, gehobene Gastronomie, entspannter Blick aus dem Warmen hi nein in die Halle. Die Umwandlung der Gaststätte war, so räumen Thaller und Hötzendorfer ein, „eine unpopuläre Entscheidung“. Doch auch Entschlüsse, die kritisch betrachtet werden, müssen sein, betonen die Vorstände.

Ziel: kaufmännisch DEL-fähig werden

Denn: „Wir sind ein Sportunternehmen mit dem Geschäftsmodell Eishockey, das wir in die Moderne führen wollen – und kaufmännisch so aufstellen möchten, dass wir DEL-fähig sind. Die neue Vorstandschaft muss den Verein wie eine Firma führen.“

Das funktioniere nur, wenn es eine möglichst breite Unterstützung auch durch Firmen aus der Region gebe. 160 bis 170 Sponsorenpartner haben die Starbulls mittlerweile – ein Plus von etwa 50 Förderern in den vergangenen zweieinhalb Jahren des neuen Vorstands. 950 000 Euro an Sponsoringbeiträgen werden sie in der Saison 2018/2019 wahrscheinlich einnehmen. Vielleicht wird es, so Hötzendorfer, sogar gelingen, die Eine-Million-Euro-Grenze zu knacken. Als Umsatz peilen sie etwa 2,1 Millionen Euro an.

Neun Festangestellte beschäftigt der Verein. Pro Spieltag sind etwa 80 Ehrenamtliche im Einsatz. „Wir drehen wirklich ein großes Rad“, so Hötzendorfer. Wenn es weiter gelinge, das Sponsoring auf möglichst breite Schultern zu stellen, „dann ist in Rosenheim alles möglich“, ist er überzeugt. Alles, das heißt für die Fans: Aufstieg. Der sportliche Erfolg ist jedoch nur eine Seite der Medaille, der finanzielle die andere: Denn die DEL-2-Etats der hier spielenden Vereine liegen zwischen 1,5 und vier Millionen Euro. Da müssen die Starbulls finanziell noch nachlegen. Und fest steht außerdem: Sport und Finanzen bedingen sich gegenseitig, erläutert Thaller. Eine erfolgreiche erste Mannschaft füllt das Stadion – und macht das Eishockey bei der Jugend populär. Das ist bereits so, denn die Rosenheimer Nachwuchsarbeit gilt als erstklassig. Doch der Druck aus der Metropolregion München wächst. Das Fünf-Sterne-Programm, das die DEL für die Nachwuchsförderung fordert, ist in Rosenheim in Gefahr, weil Eiszeiten fehlen. Auch deshalb muss die zweite Eisfläche „so schnell wie möglich kommen“. Auch hierzu verweisen die Vorstände auf die wieder gute Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Stadtrat, die der neue Vorstand aufgebaut habe. Man zieht an einem Strang – auch in puncto Eisstadionsanierung im Bestand.

Die Halle könnte 2019 einen neuen Namen er halten, wenn sich das Angebot von ROFA gegenüber emilo durchsetzt. Die Namensgebung ist sehr begehrt. „Das hat schon Power“, sagt Hötzendorfer mit Blick auf berühmte Beispiele wie die Allianz-Arena. Die Starbulls wünschen sich einen Namenssponsor, „der sich draußen und drinnen engagiert“. Obwohl die Vorstände zu den Vorwürfen von emilo nichts mehr sagen wollen, so viel: emilo sei derzeit nur am Namenssponsoring interessiert.

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