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Wildschweinnasen und Platzhirsche

Dr. Heinz Utschig beobachtet eine Bache, die sehr nah an die Aussichtskanzel kommt.
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Dr. Heinz Utschig beobachtet eine Bache, die sehr nah an die Aussichtskanzel kommt.

Wasserburg – Der Ebersberger Forst liegt nicht weit von Wasserburg entfernt und fällt in den Zuständigkeitsbereich von Dr.

Heinz Utschig, Forstbetriebsleiter der bayerischen Staatsforsten. Der Wasserburger zeigte den OVB-Heimatzeitungen, wie schön es zu dieser Jahreszeit im Wald sein kann und was sich alles von der Aussichtskanzel aus beobachten lässt.

Man muss schon schauen, dass man hinterherkommt im Wald, im Auto, wenn man hinter Heinz Utschig her fährt. Das eigene Auto darf da schon mal offroad fahren. Vom Parkplatz St. Hubertus ist es nicht mehr weit zu einer der beiden Beobachtungskanzeln im Wildpark. Ein Schild weist auf die „Wild-Ruhezone“ hin, die 2004 erschlossen wurde, um das Wild – Rot- und Schwarzwild – für den Waldbesucher erlebbar zu machen.

Insgesamt sind 5000 Hek tar der Staatswaldfläche als Wildpark ausgewiesen, der früher herrschaftliches Jagdgebiet war. Heute dient diese Fläche vor allem dem Besucher, um Wild und Natur im natürlichen Rahmen erleben zu können. Innerhalb des Wildparks sind 500 Hektar als Wild-Ruhezone deklariert. Und hier können auf zwei Beobachtungskanzeln Wildschweine und Rotwild beobachtet werden.

Auf den großen Futterwiesen sieht man die Tiere, vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Dämmerung am Abend, wie sie fast zutraulich vor einem äsen. Das tun übrigens auch die Wildschweine gerne. „Die Wildschweine fressen erstaunlich viel Gras. Im Mai, wo das Gras hier auf der Wiese sehr hoch war, da dachte man fast, da grasen Kühe“, erzählt Utschig schmunzelnd. Danach wühlen die Tiere gerne in der Erde, um wieder an tierisches Eiweiß zu kommen, für einen ausgeglichenen Speiseplan. Ungefähr hundert Meter von der Kanzel entfernt werden die Schweine angefüttert, damit die eigentlich nachtaktiven Tiere auch tagsüber für die Besucher sichtbar sind. Ein Berufsjäger kommt jeden Mittag und füttert sie mit Mais. Aber sie sind auch am Nachmittag da. Stöbern am Futterplatz herum, auch wenn die Fütterung schon längst vorbei ist. „Die haben wir gut erzogen“, betont Utschig, natürlich mit einem Augenzwinkern.

Der Rothirsch, unsere größte hier lebende Säugetierart, ist da durchaus sensibler, nicht so präsent, man könnte fast sagen, der König der Wälder will entdeckt werden. Von Mitte September bis Anfang Oktober konnte man die Brunftschreie hören. Zur Vermehrungszeit versucht das männliche Tier als Platzhirsch, seine weiblichen Tiere im Rudel zusammenzuhalten und Konkurrenten mit dem Röhren zu vertreiben. Zu sehen gibt es sie am wahrscheinlichsten um Weihnachten herum, denn da werden auch sie angefüttert. Und da kann es durchaus passieren, dass in der Dämmerung aus dem Unterholz plötzlich ganz leise und elegant ein Hirsch he raustritt. Das wäre dann fast ein kleines Weihnachtsmärchen. „Wenn man sich ein bissl Zeit lässt, dann kann man hier eigentlich immer etwas sehen“, damit betont Utschig, welch eine Ruhe dieses Beobachten in einem selber auslöst.

500 HektarRuhezone

Auch der Forstbetriebsleiter selbst ist gern im Ebersberger Forst unterwegs, zum Beispiel mit dem Radl. „Hier können Sie sich wunderbare Touren zusammenstellen, je nach Kondition und was man sehen möchte. Da muss man nicht am Wochenende in die Berge fahren“, so der Tipp.

Auch die herbstliche Wanderung oder der bald wieder mögliche Winterspaziergang zeigt: Hier im Ebersberger Forst gibt es viel zu entdecken. Vom Hügelgrab bis zum Naturdenkmal. Auch für das Waldbaden, den achtsamen Aufenthalt im Wald, gibt es einen eigenen Pfad bei St. Hubertus. So ist in diesem Wald viel geboten. Es lässt sich durchaus der ein oder andere Tag hier im Forst verbringen und immer wieder Neues entdecken. Gerade jetzt, wo mit den kühlen Nächten schön langsam die Herbstfärbung beginnt. „Was gibt es da Schöneres, als diese und die Tiere von den Beobachtungskanzeln zu bewundern“, schwärmt Utschig. „Hier in der Wildruhezone sind die Tiere sehr entspannt und wissen genau, dass ihnen keine Gefahr droht. Das können sie sehr gut unterscheiden zu den anderen Orten, wo sie bejagt werden“.

Unverzichtbar übrigens ist ein Fernglas für die detailgenaue Beobachtung. Und wie man da so sitzt und beobachtet, könnte man fast die Zeit vergessen. „Auch ein ganz wichtiger Aspekt vom Wald, und eben auch vom Ebersberger Forst: die Erholung und Entspannung in der Natur“, bemerkt Forstbetriebsleiter Utschig, während er durch sein Fernglas guckt.

Weitere Informationen rund um den Ebersberger Forst gibt es bei den bayerischen Staatsforsten unter www.baysf.de.

Vor dem Eingangstor zur Wildruhezone: Dr. Utschig mit der Wärmebildkamera in der Hand.
Neuerdings können auch die Förster mit solchen Wärmebildkameras bzw. Ferngläsern die Tiere beobachten, nicht nur die Polizei. Die nämlich nutzt die Freiflächen im Forst gerne für Übungsflüge mit dem Hubschrauber und ihren Wärmebildkameras. Wie auf dem Bild zu sehen ist der Kopfbereich und hier vor allem die Nase am stärksten durchblutet und somit am besten sichtbar.
Wildschweine an der Futterstelle werden durch das Fernglas beobachtet.
Im Ebersberger Forst gibt es einen Waldbadepfad. Die Ursprungsform dieses achtsamen Waldbesuches liegt in Japan. Und die Japaner haben genau für diese einfallenden Sonnenstrahlen in den Wald ein eigenes Wort: Komorebi, das Sonnenlicht, welches durch die Blätter der Bäume fällt. Laut neuersten Studien zufolge ist der regelmäßige Aufenthalt sehr gesundheitsförderlich. Unter anderem senkt sich der Blutdruck spürbar.
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