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Absagen und Stornierungen

Wieder fallen Klassenfahrten und Skilager aus: Bedauern und Verständnis in Wasserburg

Auf geht`s ins „Abenteuerland“: Für viele Jugendliche ist die erste Klassenfahrt ein Schritt in die Selbstständigkeit. Doch heuer müssen im Frühjahr wieder viele Fahrten aufgrund der Infektionslage ausfallen.
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Auf geht`s ins „Abenteuerland“: Für viele Jugendliche ist die erste Klassenfahrt ein Schritt in die Selbstständigkeit. Doch heuer müssen im Frühjahr wieder viele Fahrten aufgrund der Infektionslage ausfallen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Sie stärken die Klassengemeinschaft und sind der erste Sprung in die Selbstständigkeit: Klassenfahrten haben eine wichtige Bedeutung für die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Doch das Abenteuer fällt auch heuer bis Ostern Corona zum Opfer, bedauern die Schulleitungen in Wasserburg.

Wasserburg – Keine spontanen nächtlichen Besuche in den Zimmern der anderen Klassenkameraden, kein Gekicher bei gemeinsamen Ausflügen, kein Streiche aushecken: Die Klassenfahrten und Skilager, für viele Kinder und Jugendliche das erste große Abenteuer ohne elterliche Begleitung, fallen auch heuer vorerst aus. Eine entsprechende Empfehlung für die Zeit bis zu den Osterferien hat das bayerische Kultusministerium verkündet. Nur eintägige Fahrten ohne Übernachtung bleiben erlaubt. Das sagen dazu die Schulleitungen in Wasserburg.

Infektionsrisiko bei Übernachtungen

Die Leiterin des Wasserburger Luitpold-Gymnasiums, Verena Grillhösl, hält die Empfehlung für „absolut gerechtfertigt“. Vor allem bei Übernachtungen würde das Infektionsrisiko steigen, machte sie im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. „Über Nacht kann ja keine Maske getragen werden. Da ist die Ansteckungsgefahr horrend hoch. Das ist das Problem.“

Die für die siebten Klassen geplante Ausfahrt nach Westerndorf sei schon vor den Weihnachtsferien in Vorahnung auf das, was kommen könnte, gestrichen worden, Stornogebühren seien so nicht entstanden. „Das war die richtige Entscheidung, wie man jetzt sieht“, so Grillhösl. Die Fahrt der Oberstufe nach Berlin in der Woche vor den Osterferien habe ebenfalls abgesagt werden müssen. Die Schulleiterin drückte darüber ihr Bedauern aus, denn die Exkursionen seien „aus sozialen Gründen wahnsinnig wichtig“. Doch die Schüler und die begleitenden Lehrer, für die sie die Verantwortung habe, dürften keiner gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt werden.

Über möglichen Ersatz hat Grillhösl schon nachgedacht: Denkbar sei es etwa, Skiausflüge in eintägigen Fahrten zu veranstalten. „Da kann man sich ja auch sozial austauschen, es muss nicht immer die Nacht dabei sein.“ Die Abschlussfahrt für die elfte Klasse könne im Juli nachgeholt werden. „Wir tun unser Bestes“, betonte sie.

Stornierungen waren erneut notwendig

Auch die Wasserburger Realschule kam angesichts der verschlechterten Corona-Lage um Stornierungen nicht herum. „Wir haben mehrtägige Fahrten angedacht und teilweise auch schon gebucht“, sagte Schulleiter Markus Hösl-Liebig. Im Februar und März seien Skiausfahrten nach Österreich – Wildschönau und Hinterstoder – für die siebten Klassen geplant gewesen. „Die Exkursionen haben wir abgesagt.“ Ersatzweise sollen – so wie es auch das LGW praktizieren will – Tagesfahrten innerhalb Deutschlands angeboten werden. Hösl-Liebig hofft, dass nach Ostern eine Studienfahrt für die Stufe 10 in die Niederlande stattfinden kann. Auch Berlin, Hamburg und Nürnberg stehen auf dem Programm. „Wir hoffen, dass das wieder geht.“ Auch Hösl-Liebig hält die Reise-Einschränkungen wegen der Gesundheitsrisiken für gerechtfertigt. Die sozialen Nachteile durch die Ausfälle könne man kompensieren. „Das Ganze benötigt aber Zeit und ein vertrauensvolles Miteinander .“

Auch an der Mittelschule Wasserburg sind vorerst alle Klassenfahrten abgesagt worden. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe müssen auf die Fahrt ins Schullandheim verzichten, die jungen Leute aus den Absolventenklassen vermutlich auf ihre Abschlussfahrten, bedauert Schulleiterin Maria Albert. Sie hatte vorsorglich erst gar nicht gebucht, denn im ersten Corona-Jahr waren die Absagen der Klassenfahrten und Schullandheimaufenthalte mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden gewesen. Eltern hatten bereits gezahlt, das Geld musste zurücküberwiesen werden. Probleme bereiteten auch die Stornierungen der Fahrten.

Stärkung der Gemeinschaft

Jetzt hofft Albert darauf, dass im Frühjahr wenigsten als Ersatz Tagesausflüge möglich sind. Denn Klassenfahrten seien wichtig – bei den Sechstklässler für die Stärkung der Klassengemeinschaft, bei den Abschlussschülern als letztes Gemeinschaftserlebnis, bevor es in die weitere Aus- oder Schulbildung gehe. „Es ist so schade, dass es in diesem Jahr wieder nicht klappt. Klassenfahrten sind so ein schönes Erlebnis“, sagt die Rektorin.

Die von den Absagen betroffenen Schülerinnen und Schüler hätten die Entscheidung jedoch hingenommen. „Unsere Schüler sind sehr vernünftig“, sagt Rektorin Albert.

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