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Aus dem Gemeinderat

Wie sicher ist die Stromversorgung? So bereitet sich Albaching für den Ernstfall vor

Auch höhere Gewalt kann zu Stromausfällen führen. Da kommen Erinnerungen an das verehrende Unwetter im verganenen Jahr auf.
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Auch höhere Gewalt kann zu Stromausfällen führen. Da kommen Erinnerungen an das verherende Unwetter im verganenen Jahr auf.
  • VonIrmi Günster
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Wie gut steht es um die Stromversorgung in Deutschland? Darüber informierte sich der Gemeinderat Albaching und kam zu erschreckenden Erkenntnissen.

Albaching – Das Thema „Information über die möglichen Auswirkungen eines überregionalen Stromausfalls (Blackout) auf die Gemeinde Albaching“, eines der zahlreichen Inhalte der jüngsten Gemeinderatssitzung, kam zunächst sachlich und die Problematik als eher unwahrscheinlich bis harmlos daher, was sich aber nicht bestätigte.

Gefahren durch Höhere Gewalt und politische Lage

Bei der gezeigten Präsentation der DW (Deutsche Welle) wurde vielmehr deutlich, dass das Szenario durchaus eintreten könnte und dann letztlich die Kommunen und als letztes Glied in der Kette der einzelne Bürger für die Folgen daraus gerade stehen müssten. Es könnten zwar auch Ereignisse „höherer Gewalt“, wie Unwetter einen solchen „Blackout“ herbeiführen, aber sehr viel wahrscheinlicher dürfte es schon aufgrund der derzeit verfolgten politischen Linie mit ihren Entscheidungen dazu kommen. Die Schlagworte hierzu lauten: Energiewende und Umgang mit dem Ukraine-Konflikt. Ein Beschluss wurde nicht gefasst, eine gewisse Betroffenheit war aber im Rat spürbar.

Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) erklärte, dass der Gemeinderat und stellvertretender Kommandant der Albachinger Feuerwehr, Stefan Schwimmer (GWA), an ihn herangetreten seien, da zu diesem Thema in letzter Zeit Schulungen im Landkreis stattgefunden hätten. In der anschließenden Präsentation der DW, die auch Kreisbrandrat Richard Schrank gezeigt hatte, kam Professor Harald Schwarz der BTU (Brandenburgische Technische Universität) Cottbus zu Wort.

Schwerer Störfall bereits 2003

Wie stabil denn das deutsche Stromnetz sei, lautete eine der ersten Fragen an ihn. Das komme darauf an, was man unter „stabil“ verstehe, lautete die Antwort. Immerhin habe es bereits 2003 und 2006 einen „schweren Störfall“ gegeben. Zu jedem Zeitpunkt müsse man Stromerzeugung und Verbrauch schematisch „übereinanderlegen“ können, und zu jedem Zeitpunkt müsse die Stromerzeugung aus „eigener Kraft“ sichergestellt werden können.

Energiewende könnte zu Enpässen führen

Die Antwort auf eine weitere Frage, nämlich, ob die Energiewende das Risiko für Stromengpässe erhöhe, fiel ebenfalls recht ernüchternd aus. Bis zum Jahr 2020 habe man die Stromversorgung aus „konventionellen Quellen“ in Deutschland sicherstellen können, diese „gesicherte Leistung schalten wir ab“. Erste Effekte dieser Politik habe man bereits im Januar gespürt. Auch die viel gepriesenen Speicherkapazitäten reichten nur 30 bis 60 Minuten aus.

Das Problem des Netzes sah er ebenfalls als „relevant“ an. Die Energiewende fasste er mit den Worten zusammen: „Umschalten und schauen, was passiert“, und „wir betreiben eine Energiewende ohne Grundlage“.

Ausland sieht skeptisch auf Deuschland

Auch Teile des Auslands schauten mittlerweile auf Deutschland und würden fragen: „Wollt ihr das wirklich so machen?“ Harald Schwarz zufolge stütze sich Deutschland auf die vermeintliche Gewissheit, dass es von den europäischen Nachbarn im Notfall Strom zukaufen könne, aber „der reicht nie und nimmer“, lautete seine Einschätzung dazu.

Feuerwehr „kann nicht das ganze Dorf versorgen“

Feuerwehrkommandant Stefan Schwimmer übernahm im Anschluss das Wort. „Wir können die Sache nicht ändern, aber wir müssen uns auf die Situation einstellen“, meinte er einleitend. Es gebe eine Planung, wonach im Falle eines totalen Stromausfalls das Albachinger Feuerwehrhaus rund um die Uhr besetzt werde. Dorthin könne man sich auch im Notfall wenden.

Er warnte aber auch vor überhöhten Erwartungen: „Wir können nicht ein ganzes Dorf versorgen“, zudem müsse man davon ausgehen, dass sich auch die Intervalle bei Notrufen verlängern würden. Es sei anzuraten, dass sich jeder „selber einrichte“. Optimal für eine gewisse Überbrückung sei ein Notstromaggregat, das der Elektriker einbauen könne. Allerdings bestünde bei Überlastung Brandgefahr, sodass man sich hierzu vom Elektriker genau beraten lassen sollte. Für ihn war ein Zeitraum für einen Blackout von drei bis 14 Tagen vorstellbar.

„Dörflicher Zusammenhalt“ in solchen Fällen wichtig

Generell optimistischer schätzte Schwimmer die Lage im Gegensatz zu den Städten für solch einen Notfall ein: „Auf dem Land wird sich die Lage nicht so dramatisch zuspitzen“. Damit bezog er sich wohl auf Worst-Case-Szenarien, das heißt, den schlimmsten Fall, wonach es im Falle eines totalen Stromausfalls nach Angaben von Fachleuten in Städten schon nach wenigen Tagen zu Plünderungen und Chaos kommen könnte. Er beschwor für diesen Extremfall den „dörflichen Zusammenhalt“, der sehr wichtig sei.

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