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Motiviert statt deprimiert: Schüler helfen Schülern

Wie die Garser Gymnasiasten gestärkt durch die Corona-Krise kommen

Schulleiter Gunter Fuchs freut sich mit Schülersprecherin Hannah Schönfelder über die hohe Auszeichnung, zumal er diese angesichts des Einfallsreichtums und der großen Eigeninitiative seiner Schülersprecher auch seinerseits für absolut verdient hält.
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Schulleiter Gunter Fuchs freut sich mit Schülersprecherin Hannah Schönfelder über die hohe Auszeichnung, zumal er diese angesichts des Einfallsreichtums und der großen Eigeninitiative seiner Schülersprecher auch seinerseits für absolut verdient hält.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Mit einer Mut machenden Aktion hat das Schülersprecherteam des Gymnasium Gars den Klassen in der Corona-Krise Halt gegeben. Dafür wurden die Ideengeber jetzt vom Kultusministerium ausgezeichnet. Doch etwas anderes ist Schülersprecherin Hannah Schönfelder viel wichtiger als die Ehrung.

Gars – Das vergangene Schuljahr hat auch das Gymnasium Gars besonders gefordert: Es gab Distanz- und Wechselunterricht. Immer wieder wurden die Schülerinnen und Schüler mit neuen Problemen und Sorgen konfrontiert. Die glücklichen und unbeschwerten Momente waren unter diesem Berg aus negativen Einflüssen häufig schwer auszumachen, stellt die Schulleitung fest.

„Gemeinsam schwierige Zeiten meistern“

Mit Sorge beobachteten auch die Schülersprecherinnen und- sprecher des Gymnasium Gars, Hannah Schönfelder, Felix Zeiser und Emma Inninger, die Entwicklung. Sie arbeiteten deshalb unter dem Motto „Gemeinsam meistern wir auch schwierige Zeiten“ ein Motivationsprojekt aus. Säule eins: die Vermittlung von Tipps und Tricks für den erfolgreichen Distanzunterricht am PC. Dabei halfen die persönlichen Erfahrungen der Schülersprecherinnen und -sprecher, berichtet Hannah Schönfelder. Die 17-Jährige stellte fest: „Am wichtigsten ist es, dem Schulalltag auch daheim eine Struktur zu geben und diese auch beizubehalten.“ Außerdem: Fragen stellen – so wie im Unterricht in der Klasse auch.

Außerdem überlegten sich die Schulsprecherinnen und -sprecher Projekte, mit denen das soziale Miteinander trotz der räumlichen Distanz gestärkt werden könnte. Und sie richteten angesichts des doch immer wieder schwierigen Alltags den Fokus verstärkt auf die schönen Dinge des Lebens, berichtet Hannah Schönfelder. „Achtsamkeitstraining“ nennt sie diesen Weg. Unter anderem seien Schülerinnen und Schüler motiviert worden, den PC auch mal auszuschalten, einen Spaziergang zu machen, den Blick auf alltägliche Dinge zu richten, die schöne Gefühle verbreiten würden.

Gespräche in der digitalen Pause

Während des Lockdowns wurde außerdem eine digitale Pause eingerichtet, in der Schülerinnen und Schüler einmal in der Woche die Möglichkeit hatten, sich mit anderen auszutauschen. Das war nach den Erfahrungen der SMV vor allem für die Jüngsten und Neuen am Gymnasium wichtig. Es gab auch auf Distanz Gesprächs- und Kennenlernmöglichkeiten. Sogar gemeinsame Spielenachmittage gab es online, berichtet Hannah Schönfelder..

Auch während dieser Treffen fiel nach ihren Angaben öfters auf, dass die Aufmerksamkeit sehr dem Negativen galt, das den Blick auf die positiven Seiten verstellte. Um dem entgegenzuwirken, forderten die Schülersprecherinnen und -sprecher ihre Mitschüler auf, wertvolle Alltagseindrücke fotografisch festzuhalten und einzusenden. Auch hieran nahm die Unterstufe besonders rege teil, freut sich die Schülersprecherin. Die jüngsten Gymnasiasten hatten nach ihren Angaben „viele süße Ideen“. Sie schickten Fotos, Bastelarbeiten, kleine Videos. Der daraus entstandene Motivationstrailer ist nach wie vor auf der Homepage des Gymnasiums Gars zu finden (https://gymnasiumgars.de/video-zum-motivationsprojekt-der-smv/ ).

Grundsätzlich stellt Hannah Schönfelder fest: „Es war und ist eine schwierige Zeit.“ Vor allem im Lockdown und auch jetzt immer noch, wenn sich Schülerinnen und Schüler in Quarantäne befänden, sei manchmal eine Verunsicherung zu spüren. Es fehle zum Teil die Motivation zum Lernen – ohne direkten Kontakt zum Lehrpersonal oder zu Freunden und ohne Gespräche in der Pause oder auf dem Flur. Einige Kinder und Jugendliche würden sich einsam und hilflos fühlen. Viele hätten jedoch auch gelernt, sich zu organisieren, seien viel selbstständiger geworden. Das sieht Hannah Schönfelder auch bei sich selber: „Ich habe mein Zeitmanagement optimiert und viel dazu gelernt, was mir später nach der Schule sicherlich helfen wird“, findet sie.

Schulleiter Gunter Fuchs ist von der Eigeninitiative seiner Schülervertretung beeindruckt und motivierte sie, an einem bayernweiten Wettbewerb des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus teilzunehmen. Vor Kurzem dann die große Überraschung: Das Gymnasium Gars zählt zu den landesweit ermittelten Gewinnern und wurde mit einer Urkunde des Kultusministers und einem Geldpreis von 1000 Euro für die Leistungen während der Corona-Pandemie ausgezeichnet – da „bei der Gestaltung der pandemiebedingten Abläufe besondere Eigeninitiative und Ideenreichtum gezeigt“ worden war, so die Begründung der Jury.

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