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Im Netz wiederholt Kontakt zu Jugendlichen gesucht

Widerliche Fotos an Minderjährige verschickt: 32-jähriger Wasserburger muss erneut in Haft

Der Mann hatte minderjährigen Mädchen unter anderem Fotos von seinem Geschlechtsteil geschickt.
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Der Mann hatte minderjährigen Mädchen unter anderem Fotos von seinem Geschlechtsteil geschickt.
  • VonTheo Auer
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Weil er minderjährige Mädchen im Internet kontaktiert und sexuell belästigt hat, muss ein 32-jähriger Mann aus Wasserburg erneut ins Gefängnis. Der Mann war bereits mehrmals wegen gleichartiger Delikte verurteilt worden.

Wasserburg – Der 32-Jährige stand nun bereits zum dritten Male wegen der selben Vergehen vor Gericht. Immer wieder sucht er über Online-Angebote wie Whatsapp und Instagram Kontakt zu jungen Mädchen, gibt sich dort als 15-Jähriger aus und versichert den Kindern seine Liebe. Sobald diese auf sein Werben eingestiegen sind, sendete er ihnen Fotos von seinem Geschlechtsteil und bat sie wiederum – immer wieder mit Erfolg – um Nacktfotos.

Genau aus diesem Grunde war er bereits 2017 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Dazu wurde er nach seiner Entlassung 2019 für fünf Jahre unter Führungsaufsicht gestellt, mit der Maßgabe, dass es ihm verboten sei, zu Jugendlichen Kontakt aufzunehmen.

Fake-Accounts erstellt

Bereits im November 2019 erstellte er jedoch erneut sogenannte „Fake-Accounts“. Er gab sich als 15-Jähriger aus und suchte im Internet erneut Kontakte zu Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren. 70 derartiger verbotener Kontaktaufnahmen wurden bei ihm anhand einer Hausdurchsuchung festgestellt.

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Erneut aufgeflogen war er durch die akribische Kontrolle des Internets durch US-Behörden, die diese kinderpornografischen Bildkontakte aus dem Netz filtern und dies an deutsche Behörden, in diesem Fall an das bayerische Landeskriminalamt (LKA), übergeben. Dort werden diese Ermittlungen an die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg weiter geleitet. Diese überprüft derartige Erkenntnisse und leitet gegebenenfalls entsprechende Strafverfahren ein.

Kaum Motivation, an den Problemen zu arbeiten

Der Angeklagte aus Wasserburg war umfassend geständig. Er gestand auch ein, dass er eine starke pädophile Veranlagung habe und dagegen medikamentös und therapeutisch anzugehen bereit sei.

Dagegen wandte allerdings seine Bewährungshelferin ein, dass er derartige Angebote wohl bereits nach seiner letzten Haftentlassung bekommen habe. Bei ihm sei jedoch kaum eine echte Motivation zu erkennen gewesen, wirklich an seinem Problem zu arbeiten. Obwohl der pschiatrische Gutachter, Professor Michael Soyka, ihm eine „Kernpädophilie“ bescheinigt habe, fand er offenbar immer wieder diverse Ausflüchte, um der Teilnahme an den Sitzungen der Fachambulanz zu entgehen.

Polizeieinsatz hält ihn nicht auf

Nicht nur, dass er sich damals wie bereits in den Jahren zuvor im Internet an junge Mädchen heranmachte. Sogar nachdem die Polizei im Oktober 2020 bei ihm wieder eine Hausdurchsuchung durchführte und die benutzten Smartphones beschlagnahmt hatte, nahm er kurz danach erneut Kontakt zu Minderjährigen auf. Seine Erklärung: „Das ist eben eine Sucht bei mir.“ Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans-Peter Kuchenbaur, ob er denn gar kein Interesse an erwachsenen Partnerinnen habe, antwortete der Angeklagte: „Oh ja, das schon. Aber das ist für mich zu schwierig“.

Die Bewährungshelferin beschrieb den 32-Jährigen als „einen Menschen der unter gewaltigen Minderwertigkeits-Komplexen“ leide und seinen Sexualtrieb auf dem für ihn unproblematischen Umweg über das Internet mit leicht beeinflussbaren Mädchen beziehungsweise Kindern auslebe.

Generalstaatsanwalt droht mit Psychiatrie

Der Generalstaatsanwalt aus Bamberg versuchte dem Angeklagten klar zu machen, dass es ihm bevorstehe, für lange, wenn nicht für immer hinter den Mauern der Psychiatrie zu verschwinden. Außer er schaffe es, seine pädophilen Neigungen unter Kontrolle zu bekommen. Die absolut einschlägige Rückfallgeschwindigkeit könne er nur mit „ernsthaftem therapeutischem Training“ vermeiden. Er beantragte für den Mann eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

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Der Verteidiger, Rechtsanwalt Alexander Kohut, erklärte, dass sein Mandant durchaus unter seinen Neigungen leide, aber eben erst begreifen lernen müsse, diese wirkungsvoll zu bekämpfen. Dies sei ihm bislang nicht gelungen. Dennoch sehne er sich danach, auch in Freiheit ein Leben kontrolliert und mit gesellschaftlicher Akzeptanz zu führen. Eine Haftstrafe von drei Jahren sei hier angemessen und angesichts therapeutischer Ziele ausreichend.

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Das Gericht verhängte letztlich eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten. „Insbesondere die Tatwiederholung trotz bereits erlebter Hausdurchsuchung lässt das Gericht an einem echten Therapiewillen und und glaubhafter Reue zweifeln“, so Richter Kuchenbaur. Der angestrebte Lerneffekt sei krachend gescheitert.

Noch einmal wies der Richter den 32-Jährigen auf eine drohende dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie hin, sofern der Angeklagte nicht dahin komme, „seine fehlgesteuerten Triebe zu beherrschen“. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.

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