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Ost und West verbunden

Auf dem Weg zu Bananen und Begrüßungsgeld: Mit Humor nahmen es die Soyener, dass nach 30 Jahren die "Grenze" am Bahnhof fiel. Altbürgermeister Lorenz Kebinger, früher Lokführer, übernahm die Lenkung des Besucherstroms.  Foto  Bederna
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Auf dem Weg zu Bananen und Begrüßungsgeld: Mit Humor nahmen es die Soyener, dass nach 30 Jahren die "Grenze" am Bahnhof fiel. Altbürgermeister Lorenz Kebinger, früher Lokführer, übernahm die Lenkung des Besucherstroms. Foto Bederna

Eine "Umlaufsperre" am Bahnhof in Soyen macht es möglich:

Soyen - Nach fast 30-jährigem Warten gab es nun doch ein glückliches Ende: Die Verantwortlichen der Südostbayernbahn, Christian Kubasch als Leiter und H. Erbe als Projektverantwortlicher, sowie H. Wörnle vom Ingenieurbüro Schüssler Plan feierten mit insgesamt vier Soyener Bürgermeistern den neu geschaffenen Zugang zu den Bahngleisen von Osten her, der nun offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Knapp 90 000 Euro hat die Erfüllung dieses Soyener Wunsches gekostet.

Die Geschichte des Werdeganges erzählte Bürgermeister Karl Fischberger. Sie begann bereits im Januar 1981 mit einer Live-Sendung des Bayerischen Rundfunks beim damaligen Dorfwirt in Soyen, als die Frage nach einer Bahnunterführung mit Beteiligung des damaligen Staatssekretärs im Bayerischen Innenministerium aufgestellt wurde. Bürgerinitiativen fanden statt und Bürgerbefragungen wurden durchgeführt: Die Soyener Bürger waren zu großer Mehrheit für eine Fußgängerverbindung von "Ost" nach "West", die Bahn lehnte jedoch eine Kostenbeteiligung ab.

Im Mai 1994 wurde die Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen, und ab 2005 nahm sich der jetzige Altbürgermeister Lorenz Kebinger erneut des Themas an. Mit zähen Verhandlungen schaffte er es, das Projekt voranzutreiben und später einen eigenen Plan vorzustellen. 2007 gab es dann den Durchbruch: Der Bahnübergang in Form einer Umlaufsperre wurde genehmigt. Es sollten aber noch weitere drei Jahre vergehen, ehe das Projekt beendet werden konnte.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Band nun brüderlich von Christian Kubasch, Karl Fischberger und Lorenz Kebinger durchschnitten. Anschließend überschritten sie feierlich die Gleise, etwa 100 Bürger folgten.

Die neue Umlaufsperre ist so gebaut, dass man zunächst nach rechts und dann nach links entlang der Gleise schauen muss, ob ein Zug kommt. Dieser soll in naher Zukunft im Stundentakt fahren statt alle zwei Stunden, ebenso ist es von der SOB vorgesehen, Züge zum Teil mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde durch Soyen fahren zu lassen - Vorsicht ist also geboten.

In Anspielung auf das Starkbierfest in Rieden verschenkte die Gemeinde als kleinen Gag nach der ersten Bahnüberschreitung Bananen an die "Ost-Bürger" und das restliche Publikum. Die neben dem Bahnhof liegende Raiffeisenbank RSA teilte dazu ein "Willkommensgeld" in Form von Spielgeld aus, sowie kleine Präsente an die Kinder.

Die Kosten, die voraussichtlich unter dem Ansatz liegen, werden gedrittelt zwischen Bahn, Staat und Gemeinde. mbe

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