Werner Gartner bleibt Zweiter Bürgermeister von Wasserburg

Ein Bild, das in die Geschichtsbücher eingehen wird: der wiedergewählte Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) mit Amtskette und Mund-Nasen-Masken vor der Vereidigung der neuen Stadträte. John Cater

Mit acht Sitzen ist die Fraktion von CSU und Wasserburger Block die stärkste im neuen Wasserburger Stadtrat. Trotzdem gelang es ihr in der konstituierenden Sitzung nicht, einen Kandidaten als Zweiten oder Dritten Bürgermeister durchzubringen. .Eine herbe, aber zu erwartende Enttäuschung.

Von Heike Duczek

Wasserburg – Stellvertreter von Michael Kölbl (SPD) wurde erneut Werner Gartner (ebenfalls SPD). Dritte Bürgermeisterin ist jetzt Edith Stürmlinger (Bürgerforum). Die CSU hatte das Nachsehen – eine bittere Pille, die sie gleich zu Beginn der neuen Wahlperiode schlucken musste.

Es war eine konstituierende Sitzung, die in die Geschichtsbücher eingehen wird: Desinfektionsmittel am Eingang, Mundschutz beim Eintreten und Bewegen im Raum, 1,50 Meter voneinander entfernt sitzende Stadträte, die sich bei Diskussionen nicht anschauen konnten, weil sie aufgrund der Abstandsregelungen hintereinander saßen und deren Stimmen im viel zu großen historischen Rathaussaal hallten. Dieser bietet zwar aufgrund seines Ambientes einen festlichen Rahmen, doch zum Feiern war keinem angesichts der Corona-Maßnahmen zumute. Ein abschließendes Buffet oder Essen konnten ebenfalls nicht stattfinden.

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Auch die Vereidigung der neuen Stadträte Christian Flemisch (ÖDP), Katharina Hausmann (Grüne), Dr. Martin Heindl (SPD), Christoph Klobeck (CSU), Bettina Knopp (Grüne), Heike Maas (CSU) und Christian Peiker (linke Liste) war geprägt durch die Aufreihung auf der Bühne mit Abstand: kein Händeschütteln danach mit dem Bürgermeister, dessen umgelegte Amtskette jedoch auf den wichtigsten formalen Moment der neuen Wahlperiode bis 2026 hinwies.

Spannende Stellvertreterwahlen

Spannendste Momente der zweieinhalbstündigen öffentlichen Sitzung: die Wahl von Kölbls Stellvertretern. Friederike Kayser-Büker, die neue Fraktionsvorsitzende der SPD, schlug Werner Gartner erneut als zweiten Bürgermeister vor. Markus Bauer (CSU) hielt dagegen: mit Heike Maas, Kölbls Gegenkandidatin und neue Fraktionssprecherin der CSU. Überraschungen sind bei der geheimen Wahl nicht auszuschließen, traten jedoch nicht auf, denn Gegenkandidaten des amtierenden Bürgermeisters werden selten zu seinem Stellvertreter gewählt. So auch an diesem Abend nicht: Gartner erhielt 14 der 25 Stimmen, Maas acht. Drei Ratsmitglieder schrieben außerdem Elisabeth Fischer (CSU) auf den Wahlzettel.

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Die CSU versuchte es im zweiten Wahlgang erneut: Diesmal entschied sich die gemeinsame Fraktion mit dem Wasserburger Block, die acht Stimmen auf sich vereint, nach einer zehnminütigen Beratungspause für den CSU-Ortsverbandsvorsitzenden Wolfgang Schmid als Kandidaten. Ihn schlug Heike Maas vor. Sie verdeutlichte, dass die CSU mit Wasserburger Block als stärkste Fraktion einen Anspruch auf den Posten des Dritten Bürgermeisters aus dem Wählerwillen ableitet. Doch die sogenannte „bunte Fraktion“ aus Bürgerforum (drei Sitze), Freie Wähler Reitmehring/Wasserburg (zwei Sitze) und ÖDP (ein Sitz) schickte Edith Stürmlinger (Bürgerforum) ins Rennen. Lorenz Huber (Bürgerforum) begründete seinen Vorschlag mit der Tatsache, dass Stürmlinger Reitmehring als größten Stadtteil vertrete und es wichtig sei, dass ein Stellvertreterposten auch mit einer Frau besetzt werde.

Schmid erhielt neun Stimmen, Stürmlinger 15, eine Stimme war ungültig. Stürmlinger bedankte sich ebenso wie Gartner für das Vertrauen. „Zuhören können, gesellig sein, sich stets gut informieren“: Diese Charaktereigenschaften habe der scheidende Dritte Bürgermeister Otto Zwiefelhofer (CSU) als wichtig für dieses Amt genannt. Diese Talente bringe sie mit – und die Bereitschaft, überparteilich zu arbeiten, so Stürmlinger.

Wenn alle drei Bürgermeister verhindert sind, werden sie – in dieser Reihenfolge – von Elisabeth Fischer CSU), Steffi König (Grüne) oder einem weiteren Vertreter (jeweils der älteste im Stadtrat) vertreten, beschloss das Gremium per Handaufheben einstimmig.

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Die Fraktionsvorsitzenden im neuen Wasserburger Stadtrat

Als Fraktionsvorsitzende wurden benannt: Heike Maas für die CSU/Wasserburger Block (sie löst Markus Bauer ab), Friederike Kayser- Büker für die SPD/Linke Liste (Nachfolgerin von Wolfgang Janeczka), Christian Stadler (Grüne, so wie bereits in der vergangenen Wahlperiode), Lorenz Huber für die Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum/Freie Wähler Reitmehring/Wasserburg/ÖDP (auch er hatte dieses Amt bereits 2014 bis 2020 inne).

Das sind die Referenten des neuen Wasserburger Stadtrats

Wenig Änderungen gab es bei der Besetzung der Referentenposten: Sie werden im Proporz der Sitzverteilungen bestimmt – von den Fraktionen. Irene Langer (SPD) bleibt Jugendreferentin, Edith Stürmlinger (Bürgerforum) kümmert sich weiter um die Kultur. Neu im Amt: Bettina Knopp (Grüne) löst als Referentin für Schule und Kindergarten Elisabeth Fischer ab. Seniorenbeauftragte bleibt Friederika Kayser-Büker (SPD), Sportreferent ist weiterhin Markus Bauer (CSU). Werksreferentin für die Stadtwerke ist jetzt Katharina Hausmann (Grüne). Das Referat für Umwelt und Naturschutz bleibt bei Lorenz Huber (Bürgerforum). Neuer Wirtschaftsreferent wird wie erwartet WFV-Mitglied Christoph Klobeck (CSU). Feuerwehrreferent ist Armin Sinzinger (Wasserburger Block), Liegenschaftsbeauftragter des Stadtrates Markus Pöhmerer (Wasserburger Block).

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